MEINUNG & POSITION

Fukushima: Angst, Frustration und Wut

IAEA-ExDrei Jahre nach Fukushima: Die Folgen sind noch nicht absehbar, Foto: Greg Webb, IAEA
Drei Jahre nach Fukushima: Die Folgen sind noch nicht absehbar, Foto: Greg Webb, IAEA

Unser Medienpartner Klimaretter.info stellt  einen Auszug der Serie zum dritten Jahrestag der Atomkatastrophe von Fukushima zur Verfügung. Leben mit der Atomkatastrophe: Die bündnisgrüne Europapolitikerin Rebecca Harms hatte die Region Fukushima besucht und einen Reisebericht geschrieben.

Fukushima, Rathaus: Die Strahlungs-Karte der Region sieht aus wie ein Leopardenfell. „Die radioaktive Kontamination tritt fleckenweise auf“, erklärt Fuminori Tamba. Der Experte vom Institute for Fukushima Recovery wundert sich selbst. „Es kommt vor, dass wir in einer Straße kaum Radioaktivität messen. Gehen wir dann nur um eine Ecke, ist die Belastung plötzlich sehr hoch.“

Betroffene Gebiete = Evakuierungszone?

Vom radioaktiven Fallout besonders betroffen sind die Menschen in einem Radius von 250 Kilometern um das AKW Fukushima. Doch systematisch evakuiert wurde nur in einer Zone von 20 Kilometern. Die Entscheidungen, wer außerhalb bleiben konnte oder gehen musste, sind oft nicht nachvollziehbar. Etwa 110.000 Menschen wurden evakuiert oder haben ihre Heimat freiwillig verlassen. Die meisten leben heute verstreut in ganz Japan, nur jeder fünfte Evakuierte in den provisorisch errichteten Siedlungen in der Region. Etwa 30.000 Menschen werden regelmäßig durch die Universität von Fukushima untersucht.

Widersprüche und Behörden, die nicht antworten

Aya Marumori hat sich der Citizens Radioactivity Measuring Station angeschlossen, einem Bürgernetzwerk, das selbst die Radioaktivität misst. Die Frau erzählt von Angst, von Frustration und Wut. Bis heute beantworten die Behörden viele Fragen der Bürger nicht. Vieles sei widersprüchlich. „Viele Jahrzehnte hat ganz Japan den Atomstrom aus Fukushima genommen. Wir haben ja gar nicht so viel gebraucht. Jetzt haben wir den Schaden. Und die Regierung lässt uns jetzt allein. Wir brauchen Hilfe. Wir brauchen mehr Ärzte, mehr Strahlenexperten. Bitte helfen Sie uns, damit wir eine Zukunft haben.“

Date City, Evakuierungszentrum: Der Milchbauer Hasegawa Kenichi lebt heute im Evakuierungszentrum im Ostteil von Date City. Sein Dorf, das als eines der schönsten in Japan galt, wurde evakuiert. Als das Unglück begann, war er auf dem Feld. Es war, als schlage die Erde Wellen, sagt er. Haus und Familie fand er unversehrt. Am nächsten Tag hörte er dann von Fukushima. Aber erst Wochen später wurde das Vieh des Dorfes untersucht – auf Druck der Bauern. Die Hälfte der Herden wurde dann geschlachtet und die Menschen evakuiert.

Der Irrglauben macht es möglich

Ein Bauer hat die Schlachterei nicht ertragen. Hasegawa zeigt den Abschiedsbrief. Er erklärt, dass er jetzt gegen die Atomkraft arbeite und so dem letzten Willen dieses Mannes folge: „Die Wahrheit ist, dass in Japan niemand geglaubt hat, dass ein großer Atomunfall möglich ist. Nur wegen dieses Irrglaubens gibt es noch Atomkraftwerke in Japan.“

Der vollständige Artikel und die Reihe sind hier zu finden.


Zurück zur Übersicht »

Artikel kommentieren


Ich habe die Datenschutzhinweise von LichtBlick, insbesondere die Hinweise zur Kommentarfunktion und dem dort erläuterten Zweck der Datenverarbeitung gelesen und bin damit einverstanden, dass meine Daten zu diesem Zweck gemäß der Datenschutzerklärung verarbeitet werden. Diese Einwilligung kann jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen werden. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Bei Fragen zum Datenschutz wenden Sie sich bitte an datenschutz@lichtblick.de.