MEINUNG & POSITION

Europäische Abfallvermeidungswoche – Statt produzieren reduzieren

Europäische Abfallvermeidungswoche - der beste Müll ist der, der nicht erzeugt wird, Foto:  Prylarer, pixabay
Europäische Abfallvermeidungswoche – der beste Müll ist der, der nicht erzeugt wird, Foto: Prylarer, pixabay

Gastbeitrag von Katharina Istel, NABU-Referentin für Nachhaltigen Kosum

Wir können Kleidung, Haushaltsgegenstände und Lebensmittel umweltfreundlicher verpacken, ordentlich entsorgen und wiederverwerten, um unsere Abfallberge zu reduzieren – doch der beste Abfall bleibt der, der gar nicht erst entsteht. Unter diesem Motto wurde vor vier Jahren die Europäische Woche zur Abfallvermeidung ins Leben gerufen. In diesem Jahr findet die Aktionswoche vom 17. bis 25. November 2012  zum dritten Mal auch in Deutschland statt.

In 25 europäischen Ländern werden den Bürgerinnen und Bürgern in dieser Aktionswoche Beratung, Ausstellungen, Tauschbörsen, Kunst, Mit-Mach-Workshops, Infokampagnen, Theater und vieles mehr geboten. So unterschiedlich die Veranstaltungen auch an das Thema herangehen, ihnen gemeinsam ist, dass sie für die Abfallproblematik sensibilisieren und zeigen, wie jeder seine persönliche Abfallbilanz verbessern kann, sei es am Arbeitsplatz, in der Schule, beim Einkaufen oder zu Hause.

Auf der Website des NABU sind die bisher angemeldeten Aktionen auf einer Landkarte eingetragen, so dass Angebote vor Ort schnell gefunden werden können. Puppentheater und Schulworkshops, Ausstellungen und Informationsstände, Upcycling-Fotowettbewerbe und Flohmärkte zum Tauschen und Verschenken sind nur einige Beispiele der vielseitigen Ideen und Projekte der Aktionswoche.

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) ist offizieller Teilnehmer der Aktionswoche, koordiniert wird die Woche durch den NABU-Bundesverband.

Anmeldung für Kurzentschlossene noch bis 11.11.2012

Alle Vereine und Verwaltungen, Entsorgungsunternehmen, Handel und Industrie sowie Kultur- und Bildungseinrichtungen, die sich mit dem Thema Abfallvermeidung beschäftigen, können mitmachen. Dabei werden die Aktionen 2012 wie im vorigen Jahr so vielfältig sein, wie die Teilnehmenden unterschiedlich. Sie sollen gerade nicht bei Informationsbroschüren halt machen, sondern können und sollen auch kreativ und bunt sein: alte Kleidungsstücke können zu Haute Couture werden, Kindergartenkinder zu Müllvermeidungsprofis, Brotreste zu einem Festessen oder Flohmärkte zu Online-Tauschbörsen. Die Teilnehmer sind frei in der Gestaltung ihrer Aktionen, Ausstellungen oder Kampagnen.

Besonders auch kontinuierlich angebotene Aktivitäten der Teilnehmenden sollen durch die Aufmerksamkeit der Presse zur Aktionswoche einem breiteren Publikum bekannt werden und sich besser etablieren. Es müssen zur Aktionswoche keine neuen Experimente mit Spezialeffekten erdacht werden – natürlich sind diese aber auch immer gerne gesehen. Vielmehr möchten die Veranstalter der Aktionswoche, den bundesweit zahlreich existierenden Ideen, Angeboten, Initiativen, Kampagnen und Projekten eine Plattform bieten, sich der Öffentlichkeit zu präsentieren und sich gegenseitig inspirieren zu lassen.


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1 Kommentar

  • Günter Röhrer sagt:

    – Abfallvermeidung, leider nur Wunschdenken –
    Wenngleich diese Info etwas „verspätet“ eingehen mag, so bin ich denn-
    noch davon überzeugt, dass die hierbei erklärten Fakten unbedingt Be-
    achtung finden müssen!
    Denn, wenn wir uns die Tatsachen betrachten, die nun mal lauten:
    -begrenzte Rohstoffe
    -immer schneller anwachsende Weltbevölkerung
    -produzieren zum -wissentlichen- Einmalge- oder verbrauch
    – „Müllbergwachstum“

    Bedenken wir, dass all unsere Rohstoffe begrenzt sind, die Weltbevöl-
    kerung aber immer schneller anwächst, so drängt sich bereits jetzt die
    Frae auf: „Woher sollen denn unsere Rohstoffe kommen, die für immer
    merh Menschen zur tägl. Bedarfsdeckung benötigt werden !?“
    Bedenken wir weiterhin, dass es eine Fülle von Produkten gibt, die zum wissentlichen Einmalge- oder verbrauch hergestellt werden und somit die dafür benötigten Rohstoffe oder Energie für alle Zeit aus dem Wirtschaftskreislauf verschwinden, so wird der dringende Handlungsbe-
    darf nach viel mehr Langfristigkeit ( der Produktnutzung) und Nach-
    haltigkeit schon sehr deutlich!
    Dass zu diesem Thema aber alle gesellschaftlichen Schichten beitragen
    müssen, ist ebenso logisch wie längst überfällig! Denn, was nützt es
    schon, wenn „Hinz & Kunz“ auf Müllvermeidung achtet, Industrie & Wirtschaft aber gleichzeitig „Müll am laufenden Band“ produziert ?“
    Nutzen also gleich „null“ ! Dass natürlich hierbei auch alle Wirt-
    schaftsbereiche aufgerufen sind, dürfte als ebenso logisch verstanden werden!
    Dass allerdings hierbei auch völlig individuelle „Lösungen“ greifen
    könnten, sollte ebenso als „zwangsläufig“ verstanden werden !
    Und so möcht ich hiermit -ausschließlich- auf die sog. „Transport-
    verpackungen“ (wie wir diese vor allem im Lebensmittelbereich bei den vielzähligen Discounter antreffen) etwas näher eingehen!
    Um es aber zusammenfassend ganz verständlich zu erklären, müsste man folgende Frage stellen: „Warum soll es im Lebensmittelbereich
    nicht möglich sein, die vielen versch. Produkte so zu „verpacken“,
    wie es sich im Getränkebereich (Bier, Limo) schon seit zig Jahren bewährt hat!?“ -Gemeint sind also „genormte Kästen“ als Transport-
    verpackung; dass diese natürlich wieder „zurückfließen“ müssten, ist ebenso logisch, wie längst überfällig!
    Denn, was bei Getränken möglich ist, klappt ebenso bei Konserven,
    Süssigkeiten, Hygiene- oder Kühlprodukte, … überall! Es fehlt hierzu „nur“ eine überregionale, besser nationale oder am besten internationlae Vorgehensweise ! Dass diese durchaus möglich ist,
    erkennen wir an der Tastsache, dass inzwischen die Lieferungen zu nahezu 100% in „genormte Paletten“ erfolgt! Dieses System bei den
    Transportmitteln muss daher einfach weiter ausgebaut werden zu den
    „Transportverpackungen“ ! Niemand bei den Händlern oder Verbrauchern
    hat irgendwelche Einwände bei den „Verpackungen“ (Kästen), auch wenn diese „zurück“ müssen!
    Aber sehen Sie sich vielleicht hierzu eine Skzze im Internet an, die unter der (google)Bezeichnung – Abfallvermeidung – zu erreichen ist! Sie erkennen einen Kreislauf vom Herstller zum Händler, zum Verbraucher, Sammelstellen, Rücktransport zum Händler,… . Ein derartiger Kreislauf beinhaltet sowohl die Fakten der enormen Roh-
    stoffeinsparung, Energieeinsparung, Schaffung neuer Arbeitsplätze und durch ein Pfandkonzept weiterhin die Tatsache, dass somit erhebliche finanzielle Mittel im Kreislauf gehalten werden würden!
    Es würde mich freuen, wenn Sie mir hierzu eine Nachricht zukommen lassen würden und verbleibe

    mit freundlichen Grüßen

    Günter Röhrer


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