MEINUNG & POSITION

Es braucht strengere CO2-Grenzwerte

Die Klimaziele für 2020 wurden de facto schon aufgegeben. Die Ziele für 2030 könnten auch in Gefahr sein. Dabei hat es die Bundesregierung selbst in der Hand: In Deutschland könnten einige der dreckigsten Kohlekraftwerke vom Netz, ohne die Energieversorgung zu gefährden. Doch nicht nur der Stromsektor muss einen Beitrag leisten. Im Verkehr steigen seit Jahren die CO2-Emissionen anstatt zu sinken – Dank mehr SUV und mehr Lkw auf den Straßen. Allein in Deutschland wurden 2017 rund 170,6 Millionen Tonnen CO2 durch den Auspuff ausgestoßen. Das sind 3,8 Millionen Tonnen mehr als im Vorjahr.

Die CO2-Emissionen im Verkehr steigen. Wir brauchen strengere CO2-Grenzwerte, um in dem Sektor die Emissionen zu senken, Foto: Pixabay, real-napster
Die CO2-Emissionen im Verkehr steigen. Wir brauchen strengere CO2-Grenzwerte, um in dem Sektor die Emissionen zu senken, Foto: Pixabay, real-napster

Treibhausgase im Verkehr senken

Der Ausbau der E-Mobilität ist ein guter Weg, um die Emissionen zu senken. Doch bis mindestens eine Million E-Autos auf deutschen Straßen rollen, wird es wahrscheinlich noch ein paar Jahre dauern. CO2-Grenzwerte sind eine weitere Möglichkeit, den Ausstoß von klimaschädlichen Treibhausgasen zu senken. Zumal der nationale Klimaschutzplan ein ambitioniertes Reduktionsziel für den Verkehrssektor von mindestens 40 Prozent bis 2030 vorsieht. Ohne eine drastische Absenkung des tatsächlichen Kraftstoffverbrauchs der Fahrzeugflotte sowie einen raschen Wechsel hin zu emissionsfreien Antrieben wird es aber nicht gelingen, den Verkehr auf Klimakurs zu bringen.

Ambitionierte CO2-Grenzwerte für Klimaschutz

Unter Federführung des Verkehrsclub Deutschland (VCD) sprechen sich LichtBlick und andere Unternehmen für ambitionierte CO2-Grenzwerte aus. Sie sind das effektivste Instrument für Klimaschutz im Straßenverkehr in Europa. Heute am 25. Juni treffen sich in Luxemburg die EU-Umweltminister, um über neue CO2-Grenzwerte bei Pkw zu verhandeln, die ab dem Jahr 2025 gelten sollen. Die Bundesregierung will nach aktuellem Stand den Vorschlag auf EU-Ebene einbringen, dass die CO2-Emissionen der Neuwagenflotte in der EU bis zum Jahr 2025 um 25 Prozent und bis 2030 um 50 Prozent sinken. Doch das ist immer noch umstritten in der Bundesregierung. Während Umweltministerin Schulze zumindest mit einer halbwegs ehrgeizigen Position in die Verhandlungen gehen will, bremst Verkehrsminister Scheuer. Dabei sind aus Sicht des VCD 50 Prozent bis 2030 das Minimum dessen, was für den Klimaschutz im Verkehr erreicht werden muss. Denn je schwächer die CO2-Grenzwerte jetzt ausfallen, desto stärker müssen zukünftig zusätzliche und zum Teil radikale nationale Maßnahmen ergriffen werden, um die Klimaziele zu erreichen.

Klare Ansagen für Weichenstellung wichtig

Mit ambitionierten CO2-Grenzwerten kann Deutschland zeigen, dass es wieder zu den Vorreitern beim Klimaschutz in der EU gehört. Zudem braucht die Automobilindustrie, laut VCD, eine klare politische Weichenstellung, um auch in Zukunft wettbewerbsfähig zu sein. Mittelfristig werden global nur noch solche Geschäftsmodelle tragfähig sein, die dem Klima- und Umweltschutz Rechnung tragen.

LichtBlicks Beitrag zur Verkehrswende

Auch unsere Forschungsprojekte haben gezeigt: E-Autos unterstützen Strom- und Verkehrswende, Foto: LichtBlick
Auch unsere Forschungsprojekte haben gezeigt: E-Autos unterstützen Strom- und Verkehrswende, Foto: LichtBlick

Was macht LichtBlick für die Verkehrswende? Wir haben in den vergangenen Jahren zwei Forschungsprojekte durchgeführt, in denen E-Autos als Speicher für die Erneuerbaren und zur Stabilisierung der Stromnetze eingebunden waren. Beide Projekte hatten unter anderem das Ziel, wie sich die Attraktivität von E-Mobilität steigern lässt. Und im „Kleinen“ wollen wir bei LichtBlick die Verkehrswende mit voranbringen, indem wir unseren Fuhrpark auf E-Autos umstellen. Die CO2-Emissionen, die wir jetzt noch mit den Verbrennungsmotoren verursachen, kompensieren wir schon heute, so dass wir klimaneutral unterwegs sind.


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