MEINUNG & POSITION

Ermutigend, nicht belehrend: Was wir im Alltag gegen die Verschwendung tun können

Der Produktionsweg vieler Güter lässt einen nachdenklich werden, Foto: Buchcover Story of Stuff
Der Produktionsweg vieler Güter lässt einen nachdenklich werden, Foto: Buchcover Story of Stuff

Von Nadine Bethke, bei LichtBlick zuständig für Finanzen

Welche Geschichte verbirgt sich eigentlich hinter den Produkten, die wir tagtäglich konsumieren und was passiert mit ihnen, wenn wir sie nicht mehr benötigen? Mit diesen und ähnlichen Fragen beschäftigt sich die amerikanische Umweltaktivistin und Moderatorin Annie Leonard bereits seit Jahren. Ich selbst wurde auf sie und ihr Buch „The story of stuff“ erstmalig durch Youtube aufmerksam. In ihrem Video „The story of bottled water“ beschreibt die Autorin zum Beispiel einprägsam und verständlich den Konsumkreislauf von Wasser in PET-Flaschen (die unkaputtbare Mehrwegflasche). Und offenbart damit spielerisch aber deutlich die  Absurdität des weltumspannenden Konsumkreislaufes des Produkts.

Neugierig geworden, besorgte ich mir das Buch. Die Umweltaktivistin hat übrigens auch ein längeres Video zum Buch veröffentlicht.

Was steckt hinter Handy, Handtasche und Co?

Detailliert geht Annie Leonard auf die Entstehungs-, Lebens-, und Entsorgungszyklen von Produkten wie Handy, Handtaschen und Spielzeug ein. Einiges war mir bereits bekannt, vieles aber auch nicht oder nicht in dem beschriebenen Ausmaß. Dabei möchte Annie Leonard keine Weltuntergangsstimmung verbreiten, sondern den Leser unterhalten, informieren und zum Handeln bewegen.

Zu jedem Produktbereich  zeigt sie auch, wie jeder selbst umweltschonender handeln kann. Die deutsche Übersetzung des Buches bietet für den Leser einen echten Mehrwert. Denn hier wird das Buch um Beispiele aus Deutschland ergänzt. Interessant ist auch der Link zur Seite www.thestoryofstuff.de

Der ganz persönliche ökologische Rucksack

Dort kann man unter anderem seinen ökologischen Rucksack berechnen, mit dem man virtuell durchs Leben läuft. Dieser wird im Ergebnis dem ökologischen Rucksack des Durchschnitt-Europäers gegenüber gestellt. Wenn man ein wenig mit dem Rechner „rumspielt“ sieht man ganz schnell, was die persönlichen Treiber der eigenen Umweltbilanz sind. Dort geht es nicht nur um den CO2-Verbrauch, sondern um den Ressourcenverbrauch insgesamt, welchen man durch seine ganz private Lebensweise in Anspruch nimmt.

Toll an all diesen Angeboten ist, dass sie nicht entmutigend oder gar belehrend mit dem schlechten Gewissen spielen, sondern dass sie ermutigen, sich doch in dem einen oder anderen Bereich zu engagieren und relativ einfache Verhaltensumstellungen vorzunehmen – ohne an Lebensqualität einzubüßen.


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1 Kommentar

  • Wunder sagt:

    Tolles Buch, habe ich auch gelesen. Kann ich nur jedem empfehlen!


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