MEINUNG & POSITION

Eon & Innogy: Dreckiger Energieriese

Der Strommarkt wird kräftig umgekrempelt. Der mächtige Eon-Konzern will die RWE-Tochter Innogy kaufen. Innogy wurde erst vor zwei  Jahren als „Ökostromtochter“ von RWE gegründet. Mit der Übernahme von Innogy durch Eon entsteht allerdings kein Ökostrom-Konzern. Schon bisher verkauft Innogy lediglich 3 Prozent Ökostrom an seine Kunden und Eon lediglich 7 Prozent. Der Löwenanteil ist konventionelle Energie aus Kohle, Atom und Gas. Beide Konzerne liefern Ihren Kunden trotz aller Ökostrom-Lippenbekentnisse auch besonders klimaschädlichen Strom.

Innogy und Eon liefern ihren Kunden besonders klimaschädlichen Strom, Grafik: LichtBlick
Innogy und Eon liefern ihren Kunden besonders klimaschädlichen Strom, Grafik: LichtBlick

Auch die grünen Kraftwerke von Eon und Innogy sollen im Rahmen des Deals in die Hand von RWE gelegt werden. Aus Eon und Innogy wird also ein Konzern, der auf die Rezepte der alten Energiewelt setzt. Mit Energiewende hat das wenig zu tun.

Ein Megakonzern mit großer Marktmacht

Der neue Konzern wirft auch andere Fragen auf. So gibt unser LichtBlick-Geschäftsführer Wilfried Gillrath zu bedenken:

„Hier entsteht ein Megakonzern mit großer Marktmacht. Das gefährdet den Wettbewerb im Strommarkt und könnte auf Dauer zu höheren Strompreisen für die Verbraucher führen. Diese Fusion muss das Kartellamt sehr kritisch prüfen.

Eine mögliche Lösung wäre der Verkauf von Kundestämmen großer Tochtergesellschaften wie Eprimo und E wie Einfach an andere Wettbewerber. So würde die Marktmacht des neuen Konzernes begrenzt.“

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Jeder Kunden kann durch einen Wechsel zu einem echten Ökostromanbieter wie LichtBlick ein Zeichen für die Energiewende und einen fairen Wettbewerb im Strommarkt setzen.


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5 Kommentare

  • Michael sagt:

    @Schmiddyy:
    „Zusammenschluss soll Wirtschaftsstandort Deutschland stärken“ klingt aus dem Mund eines Politikers. Realistisch heißt das Arbeitsplatzabbau.

    Und wenn halb Deutschland nach Lichtblick gehen würde, hätten die mit Sicherheit durch die hohe Kundenanzahl genug Einnahmen um mehr Kraftwerke zu bauen.


  • Schmiddyy sagt:

    Guten Abend. Also ich finde es hier nicht so ganz richtig, auf die Großen zu schimpfen. Eher gesagt finde ich dieses falsch. Denn bevor man hier irgendwelche Artikel schreibt, sollte man sich genau informieren, was die beiden CEO´s von E.ON SE und RWE AG sich da überlegt haben. Dies ist in mehreren Erklärungen nachzulesen. Grob gesagt kümmert sich nun Einer um die Stromerzeugung und der Andere um die Netze und den Vertrieb. Und eins dürfte auch jedem, der ein wenig Ahnung von der Materie hat, klar sein. Der Strom kommt nicht aus der Steckdose, sondern muss vorher erzeugt werden. Und den kompletten Energiebedarf zur Zeit mit den erneuerbaren Energien abzudecken, ist so noch nicht möglich. Dann würden hier andauern die Lichter ausgehen. Und ich glaube kaum, das die Kunden, die reinen Ökostrom bekommen, es OK finden, wenn halt des öfteren mal Stromausfall ist. E.ON und RWE wollen sich auf eine Art zusammen tun, um die Energiewende zusammen besser meistern zu können. Natürlich wollen sie auch dabei Geld verdienen und das sollte auch Sinn und Zweck eines Unternehmens sein. Glaube das will die FA Lichtblick hier auch. Und die FA. Lichtblick hat mit Sicherheit keine eigenen Solarparks oder Windkraftwerke, die ausreichend Leistung bringen, um die Kunden selbst zu versorgen. Sondern die Firma Lichtblick wird mit Sicherheit auch Strom vertreiben, der über die Netze von z.B. E.ON geleitet wird. Und hier vermute ich, dass FA. Lichtblick hier das Problem sieht. Sollten die Netzentgelte steigen, würden auch die Strompreise für deren Kunden steigen müssen. Aber die Netze unterliegen der Regulierung des Bundes und daher kann man da eigentlich ganz entspannt sein. Mein persönlicher Tip ist, dass durch die Teamarbeit von den beiden Großen, die Strompreise sogar sinken könnten. Denn eigentlich hat die Energiewende, die wir Endkunden ja über den Strompreis bezahlen, schon ganz viel Geld gekostet. Das ist nämlich ein wesentlicher Bestandteil von dem KWh Preis den wir alle bezahlen.
    Und was man auch nicht vergessen darf ist, dass dieser Zusammenschluss den Wirtschaftsstandort Deutschland stärken wird. Und das ist in der heutigen Zeit auch für uns alle sehr wichtig. Deshalb ist der geplante Schritt auch von der Politik gleich positiv aufgenommen worden.


    • Ralph Kampwirth sagt:

      Das sehen wir etwas anders. Die neue Eon wird ein Drittel des Netzes besitzen. Schon heute kassieren die Netzbetreiber überhöhte Netzentgelte, die Regulierung ist intransparent und die Regulierungsergebnisse können kaum nachvollzogen werden. Der Lobbydruck auf die Politik und die Behörden seitens der Netzbetreiber wird mit der steigenden Macht von Eon eher zunehmen. Für die Verbraucher könnte das höhere Netzkosten bedeuten. Und auch im Stromvertrieb wird Eon rund ein Drittel der Kunden beliefern – auch hier lassen sich mit der Marktmacht des Konzerns hohe Preise durchdrücken, gerade in der Grundversorgung, in der die Kunden eher träge und wenig wechselwillig sind. Insgesamt bedeutet die geplante Marktaufteilung weniger Wettbewerb in Erzeugung und Vertrieb – weniger Wettbwerb zieht in der Regel höhere Preis nach sich. Das alles müssen sich die Genehmigungsbehörden genau anschauen, bevor sie dem Deal zustimmen. Unsere Position ist, dass auf keinen Fall am Ende der Verbraucher der Dumme sein darf.


  • Michael sagt:

    Wie wäre es mit Reklameaktionen für Lichtblick um mehr Kunden weg von RWE & Co zu bekommen und wenn die irgendwann nur noch 3 Kunden haben gehen die halt Pleite und das Problem der umweltverschmutzenden Kraftwerke hat sich erledigt.

    Ggf. in Zusammenarbeit mit anderen Ökostromanbietern wo nur allgemein für reine Ökostromanbieter geworben wird und sich dann jeder Interessent aussuchen kann welchen er denn nimmt. Natürlich eine Auswahl der zur Verfügung stehenden in die Reklame einbinden damit die Ahnungslosen nicht auf Tricks der Schmutzigen reinfallen.


    • Ralph Kampwirth sagt:

      Danke für die Anregung. Wir wollen auf jeden Fall Kunden überzeugen – auch mit Werbung – zu uns zu wechseln. Und das machen sicher auch andere grüne Anbieter.


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