MEINUNG & POSITION

Energiewende selbst gemacht

Eine Vielzahl der Bundesbürger setzt bei sich im Kleinen bereits die Energiewende um – mit einer eigenen Solaranlage, einer klimafreundlichen Wärmepumpe und eventuell auch einem Solarspeicher. Die Pioniere unter uns haben zudem ein E-Auto. Und wer zur Miete wohnt und daher keine eigenen Anlagen installieren kann, setzt auf Ökostrom von einem echten Ökostromanbieter. Für manche ist die eigene grüne Energieversorgung wirtschaftlich attraktiv, andere handeln aus Überzeugung.

Immer mehr Unternehmen setzen auf eine grüne Energieversorgung, Foto: PantherMedia
Immer mehr Unternehmen setzen auf eine grüne Energieversorgung, Foto: PantherMedia

465 Terawattstunden grüne Energie

Ähnlich wird es bei großen Unternehmen sein: Viele setzen aus Kostengründen auf die eigene grüne Energie, für einige sprechen jedoch hauptsächlich ökologische Gründe für Erneuerbare. So haben sich verschiedene Unternehmen bei der Initiative RE100 zusammengeschlossen. Zu den internationalen Teilnehmern gehören unter anderem IKEA, Google, Apple oder SAP. Sie haben sich selbst Zieltermine für eine Stromversorgung zu 100 Prozent aus Erneuerbaren gesetzt. IKEA will das Ziel bis 2020 erreichen, Google hat das Ziel bereits dieses Jahr erreicht. Die Internationale Organisation für erneuerbare Energien (IRENA) hat herausgefunden, dass Unternehmen in 75 Ländern rund 465 Terawattstunden Energie aus Erneuerbaren bezogen haben. Das entspricht der jährlichen Gesamtenergiemenge von Frankreich.

Unternehmen als Treiber der Energiewende

Alle Unternehmen weltweit sind für etwa zwei Dritter des Energiebedarfs verantwortlich. Wenn sie sich für mehr Energie aus Sonne, Wind & Co entscheiden, bekommt die Energiewende einen zusätzlichen Aufschwung. Dann werden unabhängig von staatlichen Vorgaben und Förderungen Anlagen entstehen. Die sinkenden Kosten für Solar- und Windenergie machen die Investition für Unternehmen attraktiver. Und mit einer eigenen Energieversorgung machen sie sich unabhängiger von steigenden Energiepreisen.

Langfristige Stromlieferverträge statt Förderung?

Einer besonderen Rolle kommen hierbei langfristige Stromlieferverträge, sogenannte PPA (Power Purchase Agreements) zu. Dabei schließen Hersteller von Wind- und Sonnenenergie direkt Verträge mit Unternehmen, die den Ökostrom nutzen wollen. Experten gehen davon aus, dass die PPA-Verträge zukünftig weiter an Bedeutung gewinnen werden. Das könnte dann nicht nur Vorteile für Geschäftskunden bringen, sondern auch für private Haushalte. Und wie? Wenn Unternehmen direkt mit den Stromerzeugern Verträge abschließen, sind diese nicht mehr alleine auf Fördergelder angewiesen. Die Ausgaben aus dem EEG könnten also sinken, wodurch auch die Strompreise für die Privatkunden sinken könnten.

Zukunftsmodell PPA

Hinzu kommt, dass aufgrund des neuen Ausschreibungsmodells die Vergütung für Erneuerbare-Anlagen sinken. Denn es bekommt derjenige den Zuschlag, der den Wind- oder Solarpark am günstigsten bauen kann. Mit den PPA wollen sich die Ökostrom-Erzeuger ihre Geschäfte sichern. Und die Internationale Energieagentur (IEA) bescheinigt diesem Geschäftsmodell gute Zukunftschancen. Die IEA-Experten gehen davon aus, dass die Hälfte der Ökostromkapazität, die bis 2022 weltweit neu installiert wird, über PPA-Verträge in Auktionen oder direkt mit Unternehmen abgewickelt wird. Das ist eine deutliche Steigerung zu 2016 als die langfristigen Stromlieferverträge bei Solar- und Windparks nur etwa 20 Prozent des Neugeschäfts ausmachten.

Wir bei LichtBlick schauen uns die Entwicklung natürlich genau an und prüfen, ob sich aus den PPA für uns und unsere Geschäfts- sowie Privatkunden interessante Produkte ableiten lassen.


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