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Energiewende – Rückblick und Ausblick

Die Agora Energiewende hat Anfang 2017 einen guten Überblick über das Energiewende-Jahr 2016 und einen Ausblick auf dieses Jahr gegeben.

Für die Erneuerbaren war 2017 wieder ein Rekordjahr, Foto: PantherMedia
Für die Erneuerbaren war 2017 wieder ein Rekordjahr, Foto: PantherMedia

Rekord bei Erneuerbaren

Wie stand es um die Energiewende und die Erneuerbaren in 2016? Agora Energiewende sieht die Energiewende auf einem guten Weg. So stieg die Stromproduktion aus Wind, Sonne & Co auf 32,3 Prozent – ein neuer Rekord, auch wenn der Anstieg nur leicht war. Einen besonderen Rekord erzielten die Erneuerbaren am 8. Mai 2016: 86,3 Prozent des Strombedarfs wurden durch erneuerbare Energien gedeckt.

Geringerer Stromverbrauch, weniger Kraftwerksleistung

Auch die Energieeffizienz zeigt zumindest im Privatbereich erste Erfolge: 2016 ist der Stromverbrauch um 2,4 Terawattstunden zurückgegangen. Um jedoch die Effizienzziele zu erreichen, hätten im vergangenen Jahr acht Terawattstunden weniger Strom verbraucht werden müssen. Mehr Erneuerbare und ein geringerer Stromverbrauch führten 2016 dazu, dass konventionelle Kraftwerke ihre Produktion zurückgefahren haben. Mit rund 429 Terawattstunden erzeugten die Kraftwerke ca. drei Terawattstunden weniger als 2015. Vor allem die besonders schädlichen Kohlekraftwerke fuhren ihre Produktion zurück. Dagegen konnten die flexibleren und klimafreundlicheren Erdgaskraftwerke wieder etwas an Boden gewinnen und ihre Stromerzeugung um 16,5 Terawattstunden steigern.

CO2-Emissionen steigen

Trotz Rückgangder Stromerzeugung von Kohlekraftwerken stiegen die CO2-Emissionen, Foto: PantherMedia
Trotz Rückgangder Stromerzeugung von Kohlekraftwerken stiegen die CO2-Emissionen, Foto: PantherMedia

Bei all den positiven Nachrichten mahnt Agora Energiewende, dass die klimaschädlichen Treibhausgas-Emissionen auch 2016 gestiegen sind – von 908 auf 916 Millionen Tonnen. Während der CO2-Ausstoß bei Strom rückläufig ist, findet Klimaschutz und CO2-Einsparung in der Industrie sowie im Wärme- und Verkehrssektor nicht nennenswert statt.

Im Zeichen des Wahlkampfs

Und was wird 2017 bringen? Über allem wird in diesem Jahr sehr wahrscheinlich die Bundestagswahl im September stehen. Denn es stehen wichtige Projekte an: Wie wird die Energiewende im Wärme- und Verkehrssektor vorangetrieben, ob und wie werden die Klimaschutzziele 2020 und 2030 erreicht, wie wird der Kohleausstieg vorangetrieben und wie können die steigenden Strompreise für die Endverbraucher eingedämmt werden? All dies sind Fragen, der sich die neue Regierung dann stellen muss.

Weiterer Ausbau der Erneuerbaren

Darüber hinaus ist sich Agora Energiewende bei Solar- und Windenergie relativ sicher, dass auch 2017 mit einem Wachstum zu rechnen ist. Bei On- und Offshore könnten rund vier Gigawatt dazukommen, bei Solar rund 1,5 Gigawatt. 2017 wird zudem das Instrument der Ausschreibung weiter an Bedeutung gewinnen. Der Zubau der Erneuerbaren-Anlagen soll ab diesem Jahr über Ausschreibungen und nicht mehr über feste Vergütungen geregelt werden. Ob das grundsätzlich positive Auswirkung auf den Ausbau der Erneuerbaren hat, lässt sich wahrscheinlich erst Ende des Jahres oder im kommenden Jahr sagen. Relativ sicher ist sich Agora Energiewende jedoch, dass mit den Ausschreibungen die Kosten nochmals sinken werden. Dies haben beispielsweise Ausschreibungen für Offshore-Anlagen in den Niederlanden und Dänemark gezeigt.

Stilllegung bei konventionellen Kraftwerken

Während bei den Erneuerbaren mit einem Wachstum zu rechnen ist, sollen konventionellen Anlagen mit einer Gesamtleistung von rund vier Gigawatt vom Netz gehen – dazu gehören unter anderem das Atomkraftwerk Grundremmingen sowie bis zu sieben Kohlekraftwerksblöcke.

Wie das Energiewende-Jahr 2017 wirklich verlaufen wird, berichten wir Ihnen dann im Rückblick Anfang 2018.


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