MEINUNG & POSITION

Energiewende nicht zerreden

Die Energiewende darf nicht zerredet werden, Foto: Pixabay
Die Energiewende darf nicht zerredet werden, Foto: Pixabay

Fast 10 Monate nach der Katastrophe von Fukushima sind zwei Beobachtungen hier im Blog erwähnenswert: Erstens ist festzustellen, dass die etablierte Energiewirtschaft sich „gefangen“ hat. Die Koalition aus den Großen und einschlägigen Kräften im Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) steht wieder. Das Entsetzen über die schnellen Entscheidung der Bundesregierung, aus dem Ausstieg aus dem Ausstieg wieder auszusteigen (oder einfacher: die Fehlentscheidung des Herbstes 2010 zu korrigieren) ist verarbeitet.
Die Vorgehensweise ist derzeit, Bedenken zu streuen. Zum Beispiel, indem der BDI-Präsident die Energiewende als größtes nationales Risiko für die Konjunkturentwicklung ausmacht („Zu den größten hausgemachten Risiken für die deutsche Wettbewerbsfähigkeit – und damit für Wachstum und Beschäftigung – zählen die Energiewende und ihre unzureichende Umsetzung„). Oder indem die Sorge, das Stromnetz könnte kollabieren, geschürt wird.

Energiewende bleibt gigantisches Konjunkturprogramm

Nun ist es ohne Frage richtig, dass Vieles ungeklärt ist: Die Netze sind derzeit sicherlich der Engpass für den weiteren Ausbau Erneuerbarer Erzeugung. Aber der Zubau an Photovoltaik hat die Netze gerade gestärkt („Die Netzbetreiber betonten, dass das Aus für acht Atomkraftwerken nach Fukushima auch durch Solarstrom aufgefangen worden ist.“). Und die Energiewende bleibt weiterhin ein gigantisches Konjunkturprogramm für unser Land.

Diese Aspekte, die in der Diskussion schnell vergessen werden, müssen viel mehr in den Vordergrund treten. Und die Hausaufgaben müssen natürlich gemacht werden. Nur Zerreden, Bedenken streuen und hintertreiben – das sollten alle Beteiligten unterlassen. Gefragt sind Lösungen. Und auch wenn die Politik bisher keine Antworten auf alle offenen Fragen anbietet und noch nicht alle Rahmen zufriedenstellend gesetzt  sind: der Beschluss zur beschleunigten Energiewende ist erst ein gutes halbes Jahr alt und nachhaltige Konzepte und Lösungen brauchen Zeit.

Die Zustimmung zur Energiewende steigt

Zweitens: Hier versucht eine kleine, aber mächtige Interessengruppe, die Energiewende zu zerreden. Die Menschen sehen das ganz anders: Die Zustimmung der Deutschen zum Atomausstieg ist ungebrochen. Sie steigt sogar. Unabhängig von allen Bedenken in den Schlagzeilen, von Strompreiserhöhungen und der Diskussion über den Solarausbau. Und das ist am Ende entscheidend.


Zurück zur Übersicht »

Artikel kommentieren