MEINUNG & POSITION

Energiewende: Die Verbraucher sind weiterhin gefragt!

Heiko von Tschischwitz, Foto: LichtBlick
Heiko von Tschischwitz, Foto: LichtBlick

Ein Kommentar von Heiko von Tschischwitz, Vorstandsvorsitzender LichtBlick AG

Nach Fukushima beschloss die Bundesregierung den Atomausstieg und die Energiewende. Die Zukunft der Energie soll grün werden. Die Verbraucher könnten nun den Eindruck gewinnen, ihre eigene Stimme sei nicht mehr wichtig. Die Politik werde das Kind schon schaukeln, die Ökostrom-Republik komme praktisch von selbst. Doch das ist leider weit gefehlt. Die Energiewende ist keinesfalls in trockenen Tüchern.

Die Atomlobby lauert, der Umweltminister will neue Kohlekraftwerke

Die Atomlobby hat die Idee einer Laufzeitverlängerung noch lange nicht aufgegeben. Mit falschen Drohkulissen vom Stromausfall und der De-Industrialisierung Deutschlands wird Stimmung gemacht, um im nächsten Schritt Atommeiler als „Problemlöser“ ins Spiel zu bringen.

Noch immer werden neue Kohlekraftwerke gebaut. Auch wenn neue Anlagen weniger CO2 ausstoßen als alte Kohlmeiler, so zementieren sie diese extrem klimaschädliche Technologie und zentralistische Versorgungsstrukturen für die nächsten 30, 40 Jahre. Ein schwerer Fehler. Und Bundesumweltminister Altmaier will weitere Klimakiller errichten lassen.

Rösler und Altmaier wollen Energiewende bremsen

Jetzt wollen die Bundesminister Rösler und Altmaier auch noch den Ausbau der erneuerbaren Energien bremsen. Statt Lösungen für einen neuen Strommarkt voranzutreiben, will Berlin die Bremser belohnen und den vier großen, am alten Energiemarkt orientierten Energiekonzernen Zeit verschaffen.

Bei den Strompreisen spielt die Regierung ein falsches Spiel: Sie entlastet die Industrie massiv von den Kosten für den Ausbau der erneuerbaren Energien und der Netze – und bürdet diese Kosten den Verbrauchern auf. Im gleichen Atemzug beklagt sie steigende Strompreise. Dabei wären die Haushaltsstrompreise in Deutschland bei einer gerechten Lastenverteilung deutlich niedriger.

Verbraucher setzen mit Wechsel zu glaubwürdigen Öko-Anbietern ein politisches Signal

Die Politik wird das Projekt Energiewende nur dann umsetzen, wenn die Verbraucher auch in Zukunft deutlich machen, was sie wollen: Echten Ökostrom. Der Wechsel zu einem unabhängigen und glaubwürdigen Ökostrom-Anbieter ist auch im Jahr eins nach Fukushima mehr als eine private Konsumentscheidung. Es ist der persönliche Ausstieg aus dem fossilen Zeitalter und damit auch ein klares Statement für eine konsequente Energiewende. Millionen von Ökostrom-Wechslern können der Politik Beine machen und die Atom- und Kohlelobby endgültig in die Schranken weisen. Die Politik allein wird es nicht richten. Die Verbraucher sind auch weiterhin gefragt.


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4 Kommentare

  • HK sagt:

    Hallo Lichtblick,
    ich stehe zu erneuerbaren Energieen, da nur sie die Zukunft unserer Erde langfristig garantieren.
    Was allerdings die Erhöhung betrifft, so liegt sie doch weit über vielen anderen Anbietern. Ich sehe dies als falsches Signal-da sich immer wenigere Teuerungen leisten können.
    Auch somit kann man eine gute Idee zum scheidern bringen. Bitte überdenken sie ihre Entscheidung schnellstens-. nur so gewinnen sie neue Kunden und tuen noch mehr für den Umwelschutz.

    Gruß HK


    • Katinka Königstein sagt:

      Hallo HK,
      leider haben wir auf die Erhöhungen keinen Einfluss und können sie somit auch nicht rückgängig machen. Die Abgaben und Gebühren sind weiter gestiegen und diese müssen wir 1:1 an unsere Kunden weitergeben. Wir machen mit den aktuellen Strompreiserhöhungen keinen Gewinn. Andere Stromanbieter mögen das anders handhaben.
      Zusammengerechnet sind 70% des Strompreises, den die Kunden zahlen müssen, Abgaben und Gebühren. Zu diesen Abgaben und Gebühren gehören zum Beispiel: 1. Netzentgelte, 2. Sonderkundenumlage (damit zahlen Kleinverbraucher für die Entlastung der Industrie von den Netzentgelten), 3. NEU: Offshore-Haftungsumlage 4. Erneuerbare Energien Umlage; 5. Kraft-Wärme-Kopplungs-Umlage.
      Schöne Grüße und ein schönes Wochenende


  • Ralph Kampwirth sagt:

    Hallo Mbo, entschuldigen Sie die viel zu späte Reaktion! Leider steigt ja nicht nur die EEG-Umlage, sondern auch die Netzkosten. Außerdem führt die Politik auch noch eine neue „Offshore-Umlage“ an. Wir werden diese gesetzlichen Steigerungen, auf die wir keinen Einfluss haben, an unsere Kunden weitergeben müssen. In welcher Höhe, prüfen wir gerade noch. Wir informieren unsere Kunden ab Mitte November.

    Bestens
    Ralph Kampwirth


  • Mbo sagt:

    Die EEG-Umlage wird ab Januar 2013 ja deutlich steigen. Ist bereits absehbar, wie die preisliche Entwicklung bei Lichtblick aussehen wird?


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