#energiewendebeschleunigen: Gemeinsame Veranstaltung mit dem WWF zur Energiewende in den USA, Foto: WWF/LichtBlick; David Biene

MEINUNG & POSITION

Energiewende: The American Way

Die Energiewende ist in den USA noch in den Anfängen und von Klimaschutz halten sie sowieso nichts – alles Vorurteil oder ist da etwas Wahres dran? Unser Partner der WWF und wir haben zu dem Thema eine gemeinsame Veranstaltung in Berlin durchgeführt und Referenten aus den USA eingeladen, um mit ihnen über die Themen zu sprechen.

Craig Morris sieht die Energiewende in den USA auf einem guten Weg, Foto: WWF/LichtBlick; David Biene
Craig Morris sieht die Energiewende in den USA auf einem guten Weg, Foto: WWF/LichtBlick; David Biene

Energiewende in Eigenregie

Craig Morris von German Energy Transition lebt zwar schon lange in Deutschland, kennt sich aber besten mit Energie- und Energiewendethemen in den USA aus. Im Vergleich zu Deutschland ist es in Amerika tatsächlich so, dass keine einheitliche Richtung von der Regierung vorgegeben wird, sondern die einzelnen Bundestaaten – oder sogar Counties und einzelne Städte – die Energiewende in Eigenregie umsetzen, so Morris. Er sieht jedoch auch, dass der Markt in den USA sich fast von selbst trägt. Ganz auf Subventionen verzichten, wie unser CEO Heiko von Tschischwitz meint, können wir nach Ansicht von Craig Morris in Deutschland zwar noch nicht, aber wir sind beim Ausbau der Erneuerbaren unabhängiger von der Politik geworden – das gilt in den USA in besonderem Maße.

Viel Bewegung auf lokaler Ebene

Prof. Dr. Miranda Schreurs vergleicht die USA eher mit Europa statt nur mit Deutschland, Foto: WWF/LichtBlick; David Biene
Prof. Dr. Miranda Schreurs vergleicht die USA eher mit Europa statt nur mit Deutschland, Foto: WWF/LichtBlick; David Biene

Prof. Dr. Miranda Schreurs, Leiterin des Forschungszentraums für Umweltpolitik (FFU) der Freien Universität Berlin, würde die USA eher mit Europa statt nur mit Deutschland vergleichen. Hier gibt es mehr Ähnlichkeiten. Deutschland und Kalifornien möchten die Vorreiter sein, Polen und West Virginia andererseits sind zwei Staaten, die noch sehr stark auf Kohle setzen. Nach Meinung von Schreurs gehörten die USA anfangs sogar zu den Initiatoren einer Energiewende Allerdings sieht sie die Republikaner – vor allem unter George W. Bush – als Bremser des Klimaschutzes. Und hat dadurch sich das Image der USA in Europa sehr verschlechtert. Allerdings gab und gibt es sehr viel Bewegung auf lokaler Ebene, wie in Kalifornien, New York oder Oregon. Prof. Dr. Miranda Schreurs ist der Ansicht, dass es sogar schwierig ist auszumachen ob eher Kalifornien oder Deutschland Vorreiter bei der Energiewende ist.

USA haben eigene Energiewende

Wenn die Präsidentschaftswahlen im November von den Demokraten gewonnen werden, dann könnte der Klima- und Energieplan noch mehr an Fahrt aufnehmen. „Wenn man auf die USA schaut, kann man nicht sagen, dass sie die Energiewende verschlafen. Sie haben vielmehr ihre

Nicholas Wagner von IRENA lobt die Ambitionen der USA bei der Energiewende, Foto: WWF/LichtBlick; David Biene
Nicholas Wagner von IRENA lobt die Ambitionen der USA bei der Energiewende, Foto: WWF/LichtBlick; David Biene

eigene Energiewende“, so Prof. Dr. Miranda Schreurs. Doch selbst wenn die Republikaner die Wahl gewinnen würden, könnte die USA nicht komplett aus der Energiewende und dem Klimaschutz aussteigen.

Energiewende ist global

Nicholas Wagner, IRENA Innovation and Technology Centre, bekräftigt noch mal, dass wir die Energiewende nicht reduzieren können auf die USA oder Deutschland und Europa, sondern dass es ein globales Projekt ist. Die USA sind jedoch das zweitwichtigste Land für Erneuerbare in den kommenden 15 Jahren – nach China.

Es gibt also viel mehr Gemeinsamkeiten zwischen den USA und Deutschland beim Thema Energiewende und Erneuerbare als wir mitunter denken. Als einen Unterschied können wir festhalten, dass in Deutschland der Wandel vor allem aus ökologischen Aspekten erfolgt – in den USA viel mehr als ökonomischen Gründen. Eine Zusammenarbeit der beiden Länder könnte helfen sich gegenseitig zu inspirieren und voneinander zu lernen und für viele andere Regionen ein Vorbild und Vorreiter zu sein.

Wir haben kurze Statements der Teilnehmer für Sie eingefangen.

LichtBlick und der WWF sind überzeugt, dass der rasche Umstieg von fossil-nuklearen auf erneuerbare Energien in den Sektoren Strom, Wärme und Verkehr die zentrale Voraussetzung für Klimaschutz, eine risikoarme Energieversorgung und die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands in den kommenden Dekaden ist. Wir wollen unsere Kräfte bündeln und gemeinsam die Energiewende beschleunigen. Weitere Informationen und mehr Energiewende-Zeugen finden Sie auf unserer gemeinsamen Webseite.


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