MEINUNG & POSITION

Was die Energie-Kunden 2016 erwartet

Neues Jahr, neue Gesetze – wie für viele Verbraucher kommen 2016 auch die Energie-Kunden einige gesetzliche Änderungen zu. Unser Kollege aus dem Bereich Energiepolitik, Brick Medak, fasst zusammen, was der Gesetzgeber dieses Jahr alles plant.

Batterien sind wichtiger Baustein für die Energiewende, doch die Fördung wurde eingestellt - aber nicht für immer, Foto: LichtBlick
Batterien sind wichtiger Baustein für die Energiewende, doch die Fördung wurde eingestellt – aber nicht für immer, Foto: LichtBlick

Förderung Batteriespeicher – Nein oder Ja?

Bis Ende 2015 wurden private Batteriespeicher gefördert. Doch zum Jahresende lief das Programm der KfW aus. Bedeutet das das Ende der Förderung? Nein, die Regierung hat erkannt, dass eine weitere Bezuschussung durchaus sinnvoll ist – allerdings leider etwas zu spät. Ein neues Förderprogramm soll kommen, es steht jedoch noch nicht fest, wann es startet und unter welchen Bedingungen die günstigen Kredite gewährleistet werden. „Es ist ein positives Zeichen, dass Batteriespeicher im Zusammenhang mit einer PV-Anlage weiter gefördert werden“, so Brick Medak. „Batterien sind ein wichtiger Bestandteil der Energiewende. In Privathäusern und Wohnungen sehen wir erhebliches Potenzial für die Batteriespeicher. Mit der Powerwall von Tesla kommt eine preiswerte, leistungsstarke Batterie auf den deutschen Markt, die für Furore sorgen wird.“ Auch bei LichtBlick wird sich beim Thema Batterien in diesem Jahr einiges tun – mehr dazu in Kürze.

Ungeliebter Smart Meter

Flächendeckender Smart-Meter-Rollout – diese Meldung ging 2015 durch die Medien. Die Verunsicherung bei den Verbrauchern war groß, zumal eine Umfrage von uns zeigte, dass 60 Prozent der Befragten eine Einbaupflicht ablehnen. Das Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende soll dennoch dieses Jahr verabschiedet werden. „Geregelt werden sollen im Wesentlichen die technischen Voraussetzungen für den Rollout, das Kosten-Nutzen-Verhältnis sowie Datenschutzfragen“, erklärt Brick Medak. „Im ersten Schritt ab 2017 müssen Stromkunden mit hohen Verbräuchen einen Smart Meter installieren, ab 2020 kommt der intelligente Zähler – nach aktueller Planung – wahrscheinlich für alle.“ Informationen zum Gesetz und zu den häufigsten Fragen finden Sie auf der Webseite des Bundeswirtschaftsministeriums.

Elektromobilität – raus aus der Nische

Ein wichtiges Energiethema 2016: E-Autos und wie sie für Verbraucher endlich attraktiver werden, Foto: LichtBlick
Ein wichtiges Energiethema 2016: E-Autos und wie sie für Verbraucher endlich attraktiver werden, Foto: LichtBlick

Bis 2020 sind es nur noch vier Jahre und bis dahin sollen aus den knapp 19.000 reinen E-Autos in Deutschland rund eine Million werden. Über den Weg dorthin ist sich die Bundesregierung allerdings noch nicht wirklich einig. Zum einen steht wieder die Debatte um eine finanzielle Förderung von E-Autos im Raum, diesmal von Minister Gabriel ins Spiel gebracht – Ergebnis noch offen. Zudem soll das Ladesäulennetz ausgebaut werden. Doch auch hier stockt es momentan: von 400 Schnell-Ladesäulen bis 2017 sind gerade einmal acht installiert. „Die Elektromobilität wird die Regierung dieses Jahr definitiv beschäftigen, so soll ein Eckpunktepapier im Frühjahr beschlossen werden“, weiß Brick Medak. „Was am Ende dabei für die Verbraucher und die E-Autobesitzer herumkommt, lässt sich aktuell noch nicht sagen.“

Mehr Transparenz bei Netzentgelten, bitte

Kaum Transparenz bei den Netzentgelten - LichtBlick sieht dringenden Handlungsbedarf, Foto: PantherMedia
Kaum Transparenz bei den Netzentgelten – LichtBlick sieht dringenden Handlungsbedarf, Foto: PantherMedia

Seit Jahren machen wir darauf aufmerksam, dass die Netzentgelte jährlich steigen und für die Verbraucher, aber auch für uns nicht wirklich nachvollziehbar ist, wieso es mit den Preisen bei vielen Netzbetreibern permanent bergauf geht. Längst ist die EEG-Umlage nicht mehr der Kostentreiber der Stromrechnungen. „Der Fokus der Kostendiskussion muss sich jetzt auf die Netzentgelte richten. Wir sehen hier Jahr für Jahr stetige Anstiege zwischen einstelligen und hohen zweistelligen Prozentsätzen“, so Gero Lücking, Geschäftsführung Energiewirtschaft bei LichtBlick. Mittlerweile zahlt jeder Haushalt mehr für das Stromnetz als für die EEG-Anlagenförderung. „Die Monopolisten greifen den Verbrauchern – und hier müssen wir nicht nur an die Haushalte, sondern auch an die Gewerbe- und Industriekunden denken – so tief in die Tasche wie noch nie.“
Die Konsequenz ist klar: Ein Monopol wie das der Netzbetreiber muss konsequenter reguliert werden, sonst werden weiter Kosten auf die Verbraucher abgewälzt, die nichts mit einem sicheren Netzbetrieb zu tun haben. Die Politik muss erkennen, dass sie hier strukturell und inhaltlich dringend nachbessern muss. Doch noch hält sich das Bundeswirtschaftsministerium mit gesetzlichen Vorgaben zu mehr Transparenz zurück.


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