MEINUNG & POSITION

Elektromobilität: Das Chaos an der Ladesäule

Einfach so an die nächste Ladesäule fahren, wenn der Füllstand der Batterie sich langsam dem Ende neigt? Was im Grunde inzwischen relativ einfach sein sollte, ist manchmal eine Wissenschaft für sich. LichtBlick hat sich gemeinsam mit statista die größten Anbieter von Ladesäulen in Deutschland angeschaut – verwirrende Preissysteme und komplizierte Ladezugänge machen es E-Autofahrern und damit grundsätzlich der E-Mobilität in Deutschland schwer.

LichtBlick Ladesäulen-Check zeigt, dass bei diesem Thema noch einiges passieren muss, Grafik: LichtBlick
LichtBlick Ladesäulen-Check zeigt, dass bei diesem Thema noch einiges passieren muss, Grafik: LichtBlick

Zugang zur Ladesäule

Es fängt beim Zugang zur Ladesäule an: Muss ich als Fahrer Kunde bei dem Anbieter sein, hätte ich vorher eine Prepaid-Karte kaufen müssen, brauche ich ein Smartphone, da ich eine App herunterladen muss, kann ich nur mit einer Kreditkarte mein Auto laden? Bei acht der elf von uns untersuchten Ladesäulen-Betreiber ist kein spontanes Laden ohne vorherige Anmeldung möglich. Nicht wirklich verbraucherfreundlich. Und selbst wenn ich es dann geschafft habe, das Auto an die Ladesäule anzuschließen, geht es mit dem Chaos meistens weiter.

Kosten für einmal Laden

Wie teuer wird das Laden jetzt? Nehmen wir den durchschnittlichen Haushaltsstrom als Grundlage. Der liegt aktuell bei rund 29 Cent pro Kilowattstunde. Für eine Reichweite von rund 100 Kilometer reichen etwa 13 Kilowattstunden. Das macht dann rund 3,77 Euro. Doch da haben die E-Autofahrer die Rechnung ohne die Ladesäulen-Betreiber gemacht. Zum einen gibt es hier bereits den Abrechnungsunterschied zwischen Verbrauch und Ladezeit. Zum anderen nehmen viele Anbieter nicht den Preis für Haushaltsstrom als Grundlage, sondern schlagen am Strom bei der Ladesäule kräftig drauf. So kostet die Kilowattstunde Ladestrom beim größten deutschen Ladesäulenbetreiber innogy, der vor allem im Rhein-Ruhr-Gebiet Stromtankstellen betreibt, 66,9 Cent. Bei der EWE, deren Ladesäulen im Elbe-Weser-Ems-Gebiet stehen, kostet die Kilowattstunde 52,7 Cent, bei den Stadtwerken München 47,3 Cent und bei Allego/The New Motion in Berlin 32,2 Cent. Besonders kostspielig ist das Laden an den Säulen von EnBW im Raum Stuttgart, denn neben einem Kilowattstundenpreis von 32,4 Cent fällt hier eine einmalige Registrierungsgebühr von 20 Euro an. Es gibt allerdings auch positive Beispiele: Kostenlos tanken Elektroautofahrer Strom bislang bei den Stadtwerken Leipzig, den Stadtwerken Düsseldorf und der RheinEnergie.

Berechnungsgrundlage waren jeweils die Kosten pro Kilowattstunde für eine Tankfüllung für 100 Kilometer mit einem Nissan Leaf (ca. 16 kWh) an einem AC-1-Anschluss mit einer Leistung von 7,4 Kilowatt.

Roaming-Anbieter sind bislang die einzige, einfach Art (fast) überall zu laden - doch keine Dauerlösung, Foto: LichtBlick
Roaming-Anbieter sind bislang die einzige, einfache Art (fast) überall zu laden – doch keine Dauerlösung, Foto: LichtBlick

Wie es gehen könnte

Wer nun eine Roaminganbieter nutzt, wie beispielsweise The New Motion, mit dem auch LichtBlick seinen FahrStrom-Tarif anbietet, hat den Vorteil, dass er nicht an jeder Ladesäule über die Registrierung nachdenken muss. Jedoch ist das Preisproblem damit noch nicht gelöst.

LichtBlick fordert daher, dass jeder Kunde seinen Haushaltsstrom-Tarif an jeder öffentlichen Ladesäule tanken können muss. Nur so wird das Laden transparent und verbraucherfreundlich. Dazu sollten die Strom-Zapfsäulen dem Netz zugeschlagen werden, jeder Stromanbieter soll seine Tarife an jeder Ladesäule anbieten können. Nur so kann auch die regionale Monopolstellung einzelner Betreiber konsequent verhindert werden.

Es wäre ein Leichtes dieses Hindernis beim Thema Elektromobilität aus dem Weg zu räumen und mehr Akzeptanz zu schaffen. Ein gutes Beispiel wie es gehen kann, zeigt Österreich. Politik und Industrie müssen nur wollen, dann steht dem entspannten und einfachen Laden nichts mehr im Weg – außer einem Falschparker, der den E-Autoparkplatz blockiert.

Weitere Informationen zur Recherche finden Sie hier.

Welche Erfahrungen haben Sie beim Laden Ihres E-Autos gemacht? Teilen Sie sie uns über die Kommentarfunktion hier im Blog mit oder auf Twitter mit dem #Ladechaos.

 

 


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28 Kommentare

  • Boris Schlotthauer sagt:

    Guten Tag Frau Blacha,
    Ihre Idee klingt aus Verbrauchersicht gut. Ob die Idee von Lichtblick technisch, politisch und zeitnah umsetzbar ist, kann ich nicht beurteilen.
    Die sehr negative Darstellung der aktuellen Ladesituation als „chaotisch“ kann ich aber nicht teilen.
    Die von Ihnen in Auftrag gegebene Untersuchung ist – meines Erachtens – zu sehr eingeschränkt und durch „Annahmen“ vereinfacht worden. Mit zwei Roamingkartenanbietern (New Motion und Plug Surfing) und einer guten mobilen Ladestations-App mit Routenplaner (Charge Map) sind wir gerade von Dänemark ins Rhein-Main Gebiet aus dem Urlaub zurückgefahren. Durch etwas Recherche während der Fahrt konnten wir an 4 von 5 DC Schnellladern mit Combo EU Steckern sogar noch kostenlos Strom tanken.
    Warum wird die Nutzung von Roamingsystemen in Ihrem Artikel so lapidar als „keine Dauerlösung“ eingestuft ? Die Preistransparenz ergibt sich doch auch bei diesem System durch die Angaben in der Roaminganbieter App. Das System bietet mir zumindest aktuell schon eine praktikable Lösung mit der freien Wahl des Anbieters.
    Freundliche Grüße
    Boris Schlotthauer


    • Anke Blacha sagt:

      Hallo Herr Schlotthauer,

      vielen Dank für Ihren Erfahrungsbericht. Es stimmt: Gerade wenn Sie weitere Strecken und ins Ausland fahren, sind Roaming-Anbieter momentan die beste Lösung. Doch uns ging es in dem Test, um spontanes Laden und Kostentransparenz. Wenn ich mich zunächst bei einem Roaming-Anbieter anmelden muss und dann schauen muss, an welchen Ladesäulen ich zu welchen Konditionen laden kann, geht die Spontanität verloren. Zudem bin ich dann immer noch von den Preisen der jeweiligen Anbieter abhängig. Wenn Sie jetzt an jeder Ladesäule ohne vorherige Anmeldung beim Roaming-Anbieter oder Ladesäulenbetreiber, ohne App Ihr Auto zu den Konditionen Ihres Haushaltsstroms laden könnten, würde das doch vieles vereinfachen.

      Aktuell bin ich jedoch Ihrer Meinung: Damit E-Mobilität überhaupt in Schwung kommt, ist Roaming eine gute Lösung – auch wir arbeiten für unseren Fahrstrom-Tarif mit The New Motion zusammen.

      Viele Grüße
      Anke Blacha


  • chrishoeri sagt:

    Kleine Anmerkung zum Kommentar von Daniel „ist es gerechtfertigt, dass alle Netznutzer egal ob sie elektrisch fahren oder nicht für diese Infrastruktur mitbezahlen müssen? Ich halte es für fraglich, ob an dieser Stelle das Solidaritätsprinzip gerechtfertigt ist. Es sollte aus Fairnessgründen mehr nach dem „Verursacherprinzip“ gedacht werden. “
    Warum sollen eigentlich nicht alle Mitmenschen für eine brauchbare Ladeinfrastruktur mitbezahlen, die die Verbreitung von E-Mobilen voranbringt? Alle haben doch einen Gewinn an Lebensfreude und Gesundheit durch den reduzierten Lärm und die verringerte Luftverpestung!


  • r. wild sagt:

    Ja, Frau Blacha, Ihr Vorschlag geht natürlich viel weiter: an jeder Ladesäule den Strom meiner Wahl (z.B. meines Stromanbieters) zu laden, wäre auf jeden Fall eine super Idee und würde es mir erleichtern, den Strom aus Erneuerbaren zu nutzen.


  • r. wild sagt:

    Korrektur: Es gibt Fahrzeuge, die mit „Zero Emission“ werben.


  • r. wild sagt:

    Ich fahre bisher nur dienstlich ab und an ein E-Fahrzeug. Was für mich jedoch bisher ähnlich undurchsichtig bleibt wie die Tarife, ist der CO2-Ausstoß pro kWh. Mein Vorschlag wäre, dass ein Hinweis an jeder Ladesäule anzubringen wäre. Es gibt Fahrzeuge, die mit „Zero emmision“ werden. Ist nur die Frage, wo diese Fahrzeuge geladen werden! Das müsste allgemein noch viel besser kommuniziert werden, dass E-Auto nicht automatisch CO2-frei bedeutet. Es gibt ja Stromanbieter, bei denen der Strom mit 600 g CO2/kWh gekennzeichnet ist. Da fährt man doch besser Diesel, oder?


    • Anke Blacha sagt:

      Hallo Herr Wild,

      vielen Dank für Ihren Kommentar. Ihren Vorschlag finde ich sehr gut – wenn man als E-Autofahrer schon nicht (überall) die Stromqualität laden kann, die man möchte, sollte der CO2-Ausstoß transparent angezeigt werden. Und Sie haben Recht: Studien zeigen, dass E-Autos nur mit Ökostrom wirklich klimafreundlich fahren. Der Ausbau der Erneuerbaren und der E-Mobilität müssen also Hand in Hand gehen.

      Viele Grüße
      Anke Blacha


  • Eberhard sagt:

    Ich unterstütze voll den Gedanken von Lichtblick, die AC-Ladeinfrastruktur (bis 43kW AC) auf Ebene des Verteilnetzes anzusiedeln und dem zuständigen VNB zusammen mit den Kommunen aufzugeben, die notwenidge Lade-Infrastruktur aufzubauen und zu unterhalten.

    In dem Strompreis ist eine Komponente Netzentgelt enthalten. Diese Komponente dient der Unterhaltung und Finanzierung des öffentlichen Stromnetzes. ist eine AC-Ladesäule Bestandteil des Netzes, so wird damit auch dessen Kosten dem Netz zugeordnet. Selbst die Nutzung des kommunalen Raumes wird durch die im Strompreis enthaltene Konzessionsabgabe vergolten.
    Diese sind nicht unerheblich. Bei Abgabe von 50kWh bei einem Ladevorgang (2,5h Dauer bei 22kW) je 25ct/kWh sind ca. 7ct Netzentgelte und bis zu 2.3ct Konzessionsabgabe enthalten, was sich auf immerhin €3,50 und €1,15 pro Ladevorgang aufsummiert.

    Darüber hinaus kann der VNB die Ladesäulen netzdienlich durch Lastmanagement betreiben, was die Netzebene auf der einen Seite entlastet aber auch eine große Anzahl von Ladepunkten ermöglicht, ohne eine kostspielige Ertüchtigung des lokalen Netzes erforderlich zu machen.
    Auch für die Verfügbarkeit der in der Fläche notwendigen Ladepunkte wäre mit diesem Ansatz möglich. Hier wäre auch der Gesichtspunkt der Grundversorgung berücksichtigt.

    Allerdings soll daraus kein Monopol abgeleitet werden, private Ladepunkte sollen möglich sein, bei Schnellladestation mit hoher Ladeleistung (>50kW) sollen sogar privat betriebene werden, da diese oft auch in Verbindung mit anderen Dienstleistungen (Autohöfe etc.) betrieben werden.


    • Anke Blacha sagt:

      Hallo Eberhard,

      vielen Dank für die sehr gute Darstellung. Wie Sie richtig sagen, muss darauf geachtet werden, dass keine Monopole entstehen – die Gefahr sehen wir aktuell bereits. Im Prinzip muss die Stromversorgung an der Ladesäule so funktionieren, wie beim Haushaltsstrom seit der Liberalisierung des Strommarkts – jeder wählt seinen Stromanbieter. Zusätzlich kann es natürlich halb-öffentliche oder private Anbieter geben, doch auch diese müssten Tarife, Zugang und Stromqualität transparent darstellen.

      Viele Grüße
      Anke Blacha


  • Daniel sagt:

    Hallo Frau Blacha,
    ich kenne die Diskussion zum Thema Umlage auf die Netzentgelte und es hätte durchaus Charme, aber ist es gerechtfertigt, dass alle Netznutzer egal ob sie elektrisch fahren oder nicht für diese Infrastruktur mitbezahlen müssen? Ich halte es für fraglich, ob an dieser Stelle das Solidaritätsprinzip gerechtfertigt ist. Es sollte aus Fairnessgründen mehr nach dem „Verursacherprinzip“ gedacht werden. Dies würde auch Ihnen (die kein Fahrzeug besitzt) zugutekommen.
    Wer also Infrastruktur benötig, soll auch dafür zahlen. Wer z.B. schnell mit hohen Leistungen laden will muss mehr bezahlen als jemand der mit kleinen Leistungen lädt, usw.
    Ich selber bin Angestellter bei einem Netzbetreiber und versuche aber aus Kundensicht zu schauen.


    • Anke Blacha sagt:

      Hallo Daniel,

      vielen Dank für Ihren Kommentar. Es stimmt natürlich, dass momentan nur ein Bruchteil der Stromkunden auch E-Autofahrer sind. Perspektivisch betrachtet, wird bzw. soll E-Mobilität der Antrieb Nummer 1 sein – und dann profitiert auch der „nur“ Stromkunde von heute von einem preiswerten, einfachen Ladesystem in Deutschland. Aber ich kann Ihr Argument durchaus verstehen.

      Viele Grüße
      Anke Blacha


  • Stefan Kaufmann sagt:

    Mit Interesse habe ich den Artikel gelesen. Vor allem desshalb weil ich vor kurzem einen entspechenden Test in der Schweiz durchgeführt und detailliert dokumentiert habe. Auch ich brauchte viel Zeit um den Durchblick im Roaming/Tarif – Dschungel zu erhalten, obwohl ich selber schon einige Jahre elektrisch unterwegs bin. Um es Neueinsteigern und Nutzern einfacher zu machen habe ich die entsprechenden Resultate in tabellarisch festgehalten. Damit ist der Durchblick um einiges schneller realisierbar. Die mangelnde Transparenz rührt auch daher dass Lade-Angebote bis anhin kaum bis ungenügend getestet und bewertet wurden. Das wird sich mit mehr Nutzern aber wohl schon bald ändern. Dann dürften auch die Tarife unter Druck kommen und sich immer mehr angleichen.

    Der Ladeinfrastruktur-Test für die Schweiz kann hier abgerufen werden:
    https://www.evzone.ch/blog/die-besten-elektroauto-ladenetze-der-schweiz.html


    • Anke Blacha sagt:

      Hallo Herr Kaufmann,

      vielen Dank für Ihren Kommentar. Schade, dass es bei Ihnen in der Schweiz beim Laden auch so chaotisch bzw. zum Teil intransparent zugeht wie in Deutschland. Vielen Dank auch für den Link, das ist ein wirklich interessanter Beitrag. Haben Sie beim internationalen Test eigentlich auch einmal versucht, nicht über einen Roaming-Anbieter zu laden?

      Wie sieht es mit der E-Mobilität in der Schweiz grundsätzlich aus? Gibt es bei Ihnen anteilig mehr E-Autos als in Deutschland?

      Viele Grüße
      Anke Blacha


  • dirk sagt:

    Ich kann dieses Gemetzel nur bestätigen http://t3n.de/news/elektroauto-fahren-vorbereitung-792439/ und vielleicht finden da auch ein paar Gartenzwergliebhaber Dreher von kW oder kWh. Der Autorin oder dem Unternehmen Unkenntnis vorzuwerfen, weil eine Einheit nicht richtig benutzt wurde, die in D vermutlich 95% eh nicht zuordnen können, zeugt von Kleingeistigkeit.
    In meiner Recherche für t3n im Winter hat sich für mich gezeigt, dass derzeit _nur_ Tesla als ernsthaftes Reiseauto in Frage kommt. Alles andere kann man dem Durchschnittsbürger nicht zumuten. Dahinter steckt meines Erachtens System. Sobald VW & Co erste echte EV-Fahrzeuge anbieten, geht das dann plötzlich ganz schnell. Vorher sollen Kunden abgeschreckt werden.


    • Anke Blacha sagt:

      Hallo Dirk,

      vielen Dank für den Link (ein wirklich anschaulicher Praxistest und ein treffendes Fazit) – und Ihre Unterstützung 🙂 Wir sehen es wie Sie, dass der Elektromobilität derzeit viele Hürden von der Autoindustrie in den Weg gelegt werden. Ob es der Regierung mit dem Förderprogramm gelingt, etwas zu ändern, wird sich zeigen. Am Ende entscheidet der Verbraucher. Und Tesla hat mit der Ankündigung des Model 3 ja schon für ein bisschen Aufruhr gesorgt. Es wird spannend zu sehen sein, was passiert, sobald das Modell wirklich auf dem Markt ist.

      Viele Grüße
      Anke Blacha


  • Frank sagt:

    Liebe Frau Blacha,
    da muss ich meinen Vorrednern wirklich zustimmen. Wenn man über dieses Thema in Vertretung eines renommierten Oköstromanbieters schreibt, sollte man die Einheit für elektrische Energie kennen und korrekt verwenden können, schon aus Gründen der Glaubwürdigkeit. Sie erwecken so nicht den Eindruck, selbst ein E-Auto zu fahren.
    Zudem frage ich mich, ob es wirklich seriös ist, uns E-Autofahrern zu suggerieren, dass die Infrastruktur der Ladestationen kostenfrei ist und über den normalen Strompreis bezahlt werden kann. Das halte ich nicht für unmöglich, aber insbesondere jetzt am Anfang schwer vorstellbar.
    Grundsätzlich haben Sie aber teilweise Recht. Es ist momentan noch schwierig in der Praxis. Dennoch habe ich es letzte Woche mit meinem i3 mit nur zwei kleineren Ladeproblemen geschafft, Deutschland von Nord nach Süd und zurück zu befahren (18 mal Schnellladen). Das wäre vor einem oder einem halben Jahr noch so gar nicht möglich gewesen. Das darf man auch mal positiv erwähnen.


    • Anke Blacha sagt:

      Hallo Frank,

      auch Ihnen vielen Dank für den Hinweis – ich habe das inzwischen angepasst 🙂 Ich fahre tatsächlich kein E-Auto, besser gesagt, gar kein Auto, sondern bin mit dem Rad oder der Bahn unterwegs… Dennoch sollten die Angaben natürlich korrekt sein.

      Und Sie haben Recht: Der Zugang kann nicht kostenfrei sein. Doch eine Finanzierung über Netzentgelte wäre gegenüber den derzeitigen Modellen billiger: Das notwendige jährliche Investitionsvolumen in die öffentliche Ladeinfrastruktur beträgt laut Bundesregierung rund 110 Millionen Euro. Das würde eine Erhöhung der Netzentgelte um lediglich 0,6 % bedeuten.

      Wir wollen mit unserer Recherche auch nicht die E-Mobilität schlecht reden. Unsere Kritik ist, dass dem Verbraucher überlassen wird, sich durch den Zugangs- und Tarifdschungel zu kämpfen. Dazu findet er – wenn er nicht auf Roaminganbieter zurückgreift – mehr oder weniger ausführlich Informationen auf den Internetseiten der Anbieter. Diese Tatsache ist unserer Meinung nicht hilfreich, um die Elektromobilität voran zu bringen. Ich finde es dennoch wichtig und gut, dass es E-Autofahrer, wie Sie gibt. Sie zeigen das es möglich ist!

      Viele Grüße
      Anke Blacha


      • Anke Blacha sagt:

        Hallo Frank,

        da Sie momentan leider keinen Kommentar einstellen können, veröffentliche ich gerne Ihre Antwort an mich und Dirk:

        @Anke, danke für die Antwort. Wenn das über Netzentgelte ginge, wäre das natürlich toll. 0,6% sind weniger als 0,1 Cent/kWh oder sehe ich das falsch? Das wäre dann wohl zu verschmerzen. Bei kW vs kWh kann man schlecht sehen, ob es ein Tipp- oder Denkfehler ist. In vielen Diskussionen hatte ich bisher fast immer letzteres erlebt (ob die auch Autos fahren, die 10 PS auf 100 km verbrauchen?). Bei Ihnen ist es ja zum Glück nicht so. Sorry für die Unterstellung.
        @Dirk, wer ist denn der Durchschnittsbürger? Mag der Gartenzwerge? Ich kenne gar keine Durchschnittsmenschen. Nur Leute, die sich entweder selbst Gedanken über ihr Leben machen oder mehr oder weniger unreflektiert den Industrieversprechen hinterherlaufen. Für letztere sind E-Autos natürlich noch nichts. Umso schöner, wenn jemand dann ins erste Lager wechselt 😉

        Und ja: Wenn meine Berechnung stimmt (Basis sind die durchschnittlichen Netzentgelte von 2016 in Höhe von 6,71 Cent/kWh), dann steigen die Entgelte um 0,04 Cent/kWh.

        Viele Grüße
        Anke Blacha


  • Volker.Berlin sagt:

    Wenn Sie LichtBlick als Experten für Strom positionieren möchten, dann sollten Sie zumindest nicht Kilowatt mit Kilowattstunden verwechseln… 😮 Mein Tesla kommt übrigens mit 13 kWh keine 100 Kilometer weit. Sie sollten fairerweise dazu schreiben, dass Sie einen Kleinwagen bei sparsamer Fahrweise meinen.

    Außerdem haben Sie vergessen, zu erwähnen, wie Sie sich eine Amortisation der Ladeinfrastruktur vorstellen. So wie Sie das Problem lösen wollen, verhindern Sie nicht nur eine „regionale Monopolstellung einzelner Betreiber“, sondern Sie verhindern konsequent den Aufbau von Ladeinfrastruktur insgesamt, weil es sich für die Betreiber einfach nicht mehr lohnt… Oder will LichtBlick dann in die Bresche springen und großflächig Ladestationen ausrollen, selbstverständlich ohne dabei die Strompreise zu erhöhen?!


    • Anke Blacha sagt:

      Hallo Volker.Berlin,

      zur Finanzierung des Ladenetzes habe ich jetzt eine Rückmeldung bekommen. Aus unserer Sicht sollten die Netzbetreiber verantwortlich für Ausbau und Betrieb der Ladesäulen werden. Die regulierten Netzentgelte bieten den Betreibern eine gute Rendite und sichern so den Ausbau der Ladeinfrastruktur. Und eine Finanzierung über Netzentgelte ist gegenüber den derzeitigen Modellen billiger: Das notwendige jährliche Investitionsvolumen in die öffentliche Ladeinfrastruktur beträgt laut Bundesregierung rund 110 Millionen Euro. Das würde eine Erhöhung der Netzentgelte um lediglich 0,6 % bedeuten. Die für die Stromnetze zuständige Bundesnetzagentur könnte zudem neben der bisherigen Netzplanung zukünftig auch die (Grob-) Planung für den Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur überwachen und steuern.

      Viele Grüße
      Anke Blacha


    • Anke Blacha sagt:

      Hallo Volker.Berlin,

      ja, das war ein Fehler von mir. Der Unterschied zwischen kW und kWh ist mir bekannt, nur leider ist das im Text durchgerutscht 🙂 Berechnungsgrundlage waren übrigens jeweils die Kosten pro Kilowattstunde für eine Tankfüllung für 100 Kilometer mit einem Nissan Leaf (ca. 16 kWh) an einem AC-1-Anschluss mit einer Leistung von 7,4 Kilowatt.

      Den zweiten Punkt zur Finanzierung des Ladenetzes habe ich noch mal an die Kollegen weitergegeben, die sich mit dem Thema intensiver befassen, und dazu melde ich mich bei Ihnen, sobald ich eine Rückmeldung habe.

      Viele Grüße
      Anke Blacha


  • Simon sagt:

    Auch bei den SW München ist die Direktbezahlung über ladenetz möglich. Wer hat denn bitte hier recherchiert? Und wonach wurde die kurze Liste der abgebildeten Betreiber in der Abbildung ausgewählt?


    • Anke Blacha sagt:

      Hallo Simon,

      die Recherche hat für uns statista übernommen. Sie haben hierfür die wichtigsten elf Ladesäulen-Betreiber untersucht und verglichen.

      Bezüglich der Stadtwerke München betrifft die Möglichkeit des spontanen Ladens nach Angaben der Internetseite nur neu aufgestellte Ladestationen und dies auch erst seit kurzer Zeit. Zum Zeitpunkt unserer Untersuchung wurde diese Möglichkeit lediglich angekündigt.

      Viele Grüße
      Anke Blacha


  • Heiner Plunge sagt:

    Die Autorin hat leider keine Ahnung von der Praxis. Bei der EnBw ist zB aktuell an allen 40 Schnellladesaulen entlang der Autobahnen in Baden-Württemberg das spontane Laden mit Kreditkarte möglich. Und es kostet pauschal nur 5 EUR. Und das bereits seit Januar 2017 und nicht seit gestern. Schlechte Recherche.


    • Anke Blacha sagt:

      Hallo Herr Plunge,

      ich habe nun die Rückmeldung zum Angebot von EnBW. Wir bzw. statista hat sich bei der Recherche auf diese Daten bezogen: https://www.enbw.com/media/privatkunden/docs/produkte/enbw-ladekarten-tarife.pdf.

      Unser Ziel war es, mit dieser Recherche eine Vergleichbarkeit im Zugang sowie in den Preisen pro kWh zwischen den verschiedenen Anbietern von Ladetarifen zu ermitteln. Wir haben dafür in der Tat eine ganze Menge Annahmen treffen müssen und konnten nicht alle Ausnahmefälle (und das betrifft auch Ausnahmefälle innerhalb der einzelnen Anbieter) berücksichtigen.

      Viele Grüße
      Anke Blacha


    • Anke Blacha sagt:

      Hallo Herr Plunge,

      vielen Dank für Ihre Rückmeldung. Ich gebe das direkt weiter und melde mich, sobald ich ein Feedback dazu habe.

      Viele Grüße
      Anke Blacha


  • Heiner sagt:

    Und womit verdient Lichtblick sein Geld???


    • Anke Blacha sagt:

      Guten Morgen Heiner,

      LichtBlick verkauft Ökostrom. Unser Fahrstrom-Tarif für E-Autobesitzer kostet übrigens genauso viel wie unser normaler Ökostromtarif. Nur können wir unseren Strom momentan leider noch nicht an die Ladesäulen liefern.

      Viele Grüße
      Anke Blacha


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