MEINUNG & POSITION

Eine Welt ohne Glühlampen

Glühbirne oder Energiesparlampe
Glühbirne oder Energiesparlampe?, Foto: Pixabay

Die Meinungen über die EU-Richtline zur schrittweisen Abschaffung von Glühlampen sind vielerorts gespalten. Über das Erscheinungsbild eines mit Energiesparleuchten bestückten Kronleuchters wird zwar nahezu einhellig geurteilt, doch ein genauer Blick auf die Vorteile von Energiesparleuchten lohnt sich. Seit dem 01. September 2009 dürfen zunächst keine Glühlampen von mehr als 80 Watt in den Handel gebracht werden. Schrittweise wird die „Wattzahl“ von im Handel erhältlichen Glühlampen reduziert. Der gestaffelte Ausstieg soll bis 2012 vollzogen sein, bis schließlich Glühlampen mit einer Leistungsaufnahme von etwa 10 Watt verbleiben. Ein Ausstieg auf Raten.

Minderung von CO2 – Emissionen

Glaubt man den Herstellerangaben, lässt sich durch den Einsatz von Energiesparleuchten eine Energieeinsparung von bis zu 80 Prozent erzielen. Die CO2-Emission könnte demnach beträchtlich reduziert werden. Die relativ hohen Anschaffungskosten von Energiesparleuchten sind bei deren Einzug in bundesdeutsche Haushalte nicht gerade förderlich. Sollte die Energieeinsparung jedoch auch nur annähernd den Herstellerangaben entsprechen, rechnet sich die Anschaffung ziemlich schnell. Die im Vergleich zur Glühlampe längere Lebensdauer ist hier ein weiterer Pluspunkt. Energie sparen, mehr in der Geldbörse haben und dabei zum Klimaschutz beitragen, es scheint tatsächlich möglich.

Kritik an der Energiesparleuchte

Inmitten der Euphorie sind jedoch auch kritische Töne zu vernehmen. Zu „kalt“ sei das Licht von Energiesparlampen und zu unästhetisch deren Anblick. Ob die Behaglichkeit tatsächlich leidet, kann wohl nur durch einen Selbstversuch herausgefunden werden. Für neue, ansehnliche Leuchten und deren Tageslichttauglichkeit genügt schon ein Blick ins Verkaufsregal. Auch aus eigener Erfahrung kann ich dies bestätigen. Allabendlich kann ich mich von der Behaglichkeit des Lichtes in den eigenen vier Wänden überzeugen.

Wohl nicht von der Hand zu weisen sind auch die Bedenken bei der Verwendung von Quecksilber bei der Herstellung. Verantwortungsbewusstsein bei der Entsorgung von Energiesparleuchten vorausgesetzt, denn diese gehören als Sondermüll nicht in den heimischen Mülleimer, überwiegen die Vorteile eindeutig. Die EU-Richtlinie ist ein Schritt in die richtige Richtung und Energiesparleuchten haben ihre Daseinsberechtigung.

Immer noch gilt: der umweltfreundlichste Strom ist der, der gar nicht erst verbraucht wird.

Fraglich ist allerdings, ob hier ein Verbot zwingend notwendig war. Kann hierdurch eine grundlegende Verhaltensänderung und ein wesentlicherBeitrag zur Energiewende erreicht werden? Aufklärung und Alternativen sind mindestens ebenbürtig, ein Verbot allein wird der Sache nicht gerecht.

Hintergrund:

Energiesparlampen sind Leuchtstofflampen. Ihr großer Vorteil ist ihre hohe Lichtausbeute. Sie wandeln ca. 25% der investierten elektrischen Leistung in Licht um. Herkömmliche Glühlampen dagegen bringen es auf lediglich 5% Lichtausbeute, wobei 95% der elektrischen Leistung in Wärme umgewandelt wird. Eine Energiesparlampe mit 15 W elektrischer Leistungsaufnahme liefert etwa die gleiche Beleuchtung wie eine 75W-Glühlampe. Entsprechend können Energiesparlampen mit 7 W, 11 W und 20 W in etwa die 40W-, 60W- und 100W-Glühlampe ersetzen.

Im Vergleich zu einer Glühlampe haben Energiesparlampen eine bis zu 12-fache Lebensdauer (bis 12000 Stunden).

Ein Beitrag von Yildirim Arak, im Kundenmanagement bei LichtBlick


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5 Kommentare

  • Yildirim Arak sagt:

    ich sehe die „Standby-Killer“ durchweg positiv. Viele haben jedoch tatsächlich einen Eigenverbrauch. Bei dem in unserem Onlineshop erhältlichen Powersafer PSX Multi 1000W z. B. beträgt dieser aber weniger als 0,3 W. Das enstpricht ca. 2 kWh im Jahr. Im Vergleich zu teilweise hunderten von „verschwendeten“ kWh durch unnötigen Standby-Betrieb ist das meiner Meinung nach eine mehr als ordentliche Ersparnis.

    Den Stromabnehmer schlicht vollkommen vom Netz zu trennen ist natürlich eine noch bessere Lösung, auch wenn es nicht immer die bequemste ist.


  • Michael Hartmann sagt:

    Hallo Herr Arak,

    wie sehen Sie das realistisch mit den sogenannten Standby-Killern? Ich gehe mal davon aus, dass diese Geräte selbst einen Eigenverbrauch haben, da diese zumindest Teilweise per Fernbedienung schaltbar sind, also wie Fernseher & Co. Auch bei den von mir verwendeten Funksteckdosen dürfte doch ein gewisses Maß an Strom verbraucht werden, da die ja die ganze Zeit auf ein Schaltsignal der Fernbedienung warten.

    Ich hatte vor vielen Jahren mal einen Fernseher gesehen an dem man den Hauptschalter des Gerätes per Fernbedienung ausschalten konnte. Dies war ein klassischer Einrastschalter wie die Pause-Tasten von mechanischen Kassettengeräten. Beim Signal der Fernbedienung wurde wohl ein Elektromagnet betätigt, der den Schalter entriegelt hat und dadurch der Schalter raussprang. Somit war der Strom komplett unterbrochen. Und zum Einschalten sind wir wohl alle nicht zu faul und gehen persönlich zum Fernseher hin, weil wir ja fernsehen wollen 😉 Wieso hat sich diese Technik nicht zum Standard entwickelt? Dies könnte doch auch bei Steckdosenleisten zum Einsatz kommen um so alle möglichen Geräte nachträglich „faul“ aber richtig auszuschalten.


  • Yildirim Arak sagt:

    Hallo Herr Hartmann,

    es gibt in der Tat noch immer Besonderheiten, die Energiesparlampen unpassend erscheinen lassen.

    Neben den von Ihnen erwähnten Kellerlampen fallen mir spontan Backofenlampen ein. Ob es hier jemals eine Lösung geben wird?
    Ich bin überzeugt, dass es künftig für nahezu jede Fassung eine geeignete Energiesparlampe geben wird.

    Von Produktempfehlungen sehen wir derzeit ab, begrüßen jedoch sämtliche Anregungen und Bemühungen diesbezüglich.

    In diesem Zusammenhang möchte ich auf unsere Stromspartipps unter:
    http://www.lichtblick.de/h/stromspartipps_179.php

    und ausgewählte Energiesparprodukte in unserem Onlineshop unter:
    http://www.lichtblick.de/h/online_shop_321.php

    hinweisen. Ein Blick hierauf kann sich durchaus lohnen.


  • Michael Hartmann sagt:

    Ich hatte früher schon länger nur Energiesparlampen. Da hat mich nichts gestört, bis auf die Form. In ältere Lampen passen die einfach nicht rein weil die größer sind. Typisches Beispiel sind die „Keller-„Lampen. Da passen einfach nur Glühbirnen rein, oder man muss das Glas weglassen.

    Wie steht Lichtblick eigentlich zu -laut Hersteller- umweltfreundlichen Produkten wie z. B. dem Öko-Handy von Sony-Ericsson? Habe ich mir von ein paar Monaten gekauft. Die Verpackung voll aus Pappe war schon sehr sparsam und selbst wenn es voll aufgeladen ist, erscheint eine Meldung, man soll das Netzgerät rausziehen, weil es auch bei vollem Akku Strom verbraucht. Bei der Herstellung bezüglich Rohstoffen soll die Umwelt im Vordergrund gestanden haben. Das Modell nennt sich „Naite“ alias „J105i“.

    Wenn die Hersteller, auch von anderen Produkten als nur Handys, wirklich das einhalten, was sie versprechen, könnte Lichtblick doch eine Übersicht veröffentlichen, wo umweltbewusste Leute sich vor dem Kauf nach orientieren können.


  • Michael sagt:

    Hey Yildi, wollte dir auch mal ein Antwort geben.

    Hast du gut gemacht ;).

    Gruß


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