MEINUNG & POSITION

Ein Wald von Kunden

Beitrag von Eva Danulat, Geo schützt den Regenwald e.V.

Ein Spaziergang im Wald - seht in Ecuador etwas anders aus als in Deutschland, Foto: Eva Danulat
Ein Spaziergang im Wald – seht in Ecuador etwas anders aus als in Deutschland, Foto: Eva Danulat

Wenn wir im Verein „GEO schützt den Regenwald“  folgenden Satz hören, wissen wir, da ist jemand vom Energieversorger LichtBlick am Telefon: „Frau Danulat, wir brauchen dringend wieder Wald!“ Immer dann, wenn LichtBlick neue Kunden unter Vertrag nimmt, bekommen auch wir viel zu tun. Denn mit der Zahl der der Privatkunden für Strom und Gas müssen auch die durch LichtBlick geschützten Waldflächen wachsen.

Mit den Kunden wächst der Wald

Die Verträge des Stromanbieters sichern zu, dass pro Kunde und Monat ein Quadratmeter Wald geschützt wird. Und diese Fläche besorgt der Verein zusammen mit unserem ecuadorianischen Partner DECOIN. Die Zahl der LichtBlick-Kunden wächst von Jahr zu Jahr rasant: Ganze acht hatte das Unternehmen 1999 – Ende Oktober 2010 waren es bereits 560.000 Strom- und Gaskunden. Mit dieser Entwicklung Schritt zu halten kann zu einer Herausforderung werden. Unser Projektpartner in der Intag-Region im Norden Ecuadors muss zunächst Primärwaldflächen in geeigneter Größe und Lage identifizieren, die von Privatleuten zum Verkauf angeboten werden.

Wald-Kauf in Ecuador

Nach Vorgesprächen besichtigt DECOIN-Mitarbeiter Armando Almeida die Gebiete, vermisst sie und fertigt eine Geländeskizze an. Danach werden die Besitzurkunden unter die Lupe genommen. Sind die Landesgrenzen darin klar definiert? Sind die vorgelegten Dokumente offiziell anerkannt? Sind die Landbesitzer volljährig? Nach den anschließenden Kaufverhandlungen wird ein Notar mit dem Aufsetzen des Kaufvertrags beauftragt und die Waldfläche als Gemeindeeigentum im ecuadorianischen Langregister verzeichnet. Dank dieses Engagements von LichtBlick konnte „GEO schützt den Regenwald e.V.“ in den vergangenen sechs Jahren 2707 Hektar Bergregenwald vor Brandrodung und illegalem Holzeinschlag schützen. Vom Erhalt des Waldes profitieren unzählige Tier und Pflanzenarten; zudem sichert er den ansässigen Gemeinden die Versorgung mit Trinkwasser in guter Qualität.

Dieser Beitrag ist auch im Newsletter von GEO schützt den Regenwald e.V. (Nr. 19) erschienen.


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