MEINUNG & POSITION

Energie effizient nutzen: Wie Haushalte viel Geld sparen können

Prof. Dr. Maximilian Gege, Foto: B.A.U.M. e.V.
Prof. Dr. Maximilian Gege, Foto: B.A.U.M. e.V.

Prof. Dr. Maximilian Gege ist Vorsitzender von B.A.U.M. e.V., dem Unternehmerverband für nachhaltiges Wirtschaften, dem auch LichtBlick angehört. Gege schreibt im LichtBlickBlog über die Energiesparmöglichkeiten privater Haushalte.

Umwelthauptstat – Ehre und Herausforderung

Hamburg hat mit der Ernennung zur „Umwelthauptstadt 2011“ eine bedeutende Auszeichnung erhalten. „European Green Capital“ zu sein, ist eine hohe Ehre. Gleichzeitig stellt der Titel aber auch eine Herausforderung dar. Gezielter Klimaschutz, um das hochgesteckte CO2-Reduktionsziel von 80% bis zum Jahr 2050 auch tatsächlich zu erreichen, sollte nicht nur in diesem Jahr in Hamburg absolute Priorität haben.

Als in Hamburg ansässige, bundesweit und international tätige Umweltschutzinitiative hat B.A.U.M. e.V. es sich zum Ziel gemacht, den Aufruf zum verantwortungsbewussten Umgang mit unseren Ressourcen in die Welt zu tragen. Die Dringlichkeit des Handlungsbedarfes zeigt sich in dem raschen Anstieg der Temperaturen auf der Erde, zu deren weitreichenden Folgen unter anderem der Anstieg der Meeresspiegel durch das Abschmelzen der Polkappen, die Häufung extremer Wetterereignisse, Dürren und Hungersnöte sowie die dramatischen Ereignisse in Japan zählen.

Haushalte verursachen ein Fünftel des CO2-Austosses

Der Energieverbrauch der privaten Haushalte in Hamburg lag im Jahr 2006 bei 68.290 Terajoule (TJ). Im Vergleich dazu lag der Verbrauch aller Wirtschaftszweige in Hamburg bei 159.191 TJ. Demnach wird in Hamburger Haushalten fast die Hälfte von dem verbraucht, was der gesamte Hamburger Wirtschaftsbereich an Energie benötigt. Deutschlandweit werden jährlich etwa 618 Millionen Tonnen CO2 ausgestoßen, von denen 22% auf den Bereich der privaten Haushalte und Kleinverbraucher abfallen. In deutschen Haushalten wird also mehr Strom verbraucht als in Handel, Gewerbe, Landwirtschaft und öffentlichen Einrichtungen zusammen. Hier liegt ein beträchtliches Potenzial für Verbesserungen.

Haushalte zahlen 100.000.000.000 Euro Energiekosten im Jahr

Auf die rund 42 Millionen Haushalte in der Bundesrepublik fallen inklusive KFZ-Nutzung über 100 Milliarden Euro pro Jahr allein an Energiekosten. Der Stromverbrauch ist in den letzen Jahren kontinuierlich angestiegen und hat damit die Einsparungen, die zum Beispiel im Bereich der Heizenergie erzielt werden konnten, neutralisiert. Auch der bundesweite Verbrauch im Bereich Heizenergie liegt trotz einer Reduzierung um 16 % im Zeitraum von 1990 bis 2007 noch immer deutlich über dem Wert, der durch Energiesparvorschriften für einen Neubau vorgesehen ist. Hierbei hat sich gezeigt, dass erhebliche Investitionen in den Gebäudebestand entgegen der Erwartungen einen weiteren Anstieg des Energieverbrauches nicht verhindern konnten. Doch erheblicher Handlungsbedarf besteht weiterhin.

70 Prozent ist Heizenergie

Bei 24 Millionen von 37 Millionen Wohnungen ist ein großer Teil der Kosten auf die veraltete Bauweise zurückzuführen, denn allein die Heizkessel weisen in 70% der Wohnungen einen zu hohen Energieverbrauch auf. Der gesamte Endenergieverbrauch der deutschen Haushalte belief sich 2007 auf 2,318 Petajoule, wovon 70,8% auf die Beheizung der Räume entfielen. Durchaus positiv ist hingegen der Erfolg bei den Einsparungen, die durch verhaltensändernde und gering investive Maßnahmen erzielt wurden, hier beläuft sich die Einsparung auf schätzungsweise 20% der Haushaltsenergie.

Ökostrom ist ein wichtiger Schritt

Ein erster wichtiger Schritt ist die Nutzung von Ökostrom. Zum einen können Dachflächen für die Sonnenenergie genutzt werden, zum anderen kann auch durch einen Wechsel des Stromanbieters ein positiver Beitrag zum Klimaschutz geleistet werden. Anbieter wie Lichtblick und andere nehmen aktuell etwa 6% der Marktanteile ein, hier ist noch massiver Steigerungsbedarf nötig! Würden weitere 350.000 Haushalte auf Ökostrom umsteigen, so könnte man allein dadurch eine CO2- Reduktion von 500.000 Tonnen erreichen.

Mindestens genauso wichtig ist aber auch der verantwortungsvolle Umgang mit Strom. Zu den Hauptstromverbrauchern in privaten Haushalten zählen der Kühl-/ Gefrierschrank, der mit 21,5% einen beträchtlichen Teil des Stromes verbraucht und die Warmwasseraufbereitung, die 14,1% des Stromverbrauches ausmacht, sowie der Elektroherd mit 9,1%, die Beleuchtung mit 8,8% oder Fernsehen, Video und Ton mit 6,5% des Stromverbrauches.

Effiziente Kühlschränke sparen im Jahr bis zu 80 Euro

Eine Senkung des Stromverbrauches wirkt sich nicht nur die positiv auf die Umwelt aus, sondern spart langfristig gesehen auch Geld. Ansatzpunkt ist hierbei schon beim Kauf eines Gerätes auf die Energieeffizienz zu setzen. Dabei hilft dem Verbraucher ein Label der EU, das auf den Geräten aufgeklebt sein muss, um eine Einschätzung des Stromverbrauches zu ermöglichen. Von besonderem Interesse ist das Label bei der „Weißen Ware“, die Waschmaschine, Geschirrspüler, Trockner sowie Kühl- und Gefriergeräte umfasst. Durch die Nutzung von energieeffizienten Kühlgeräten können 80 € im Jahr gespart werden.

Aber auch in anderen Fällen kann die Stromrechnung durch den Einsatz energieeffizienter Geräte deutlich gesenkt werden. So können durch Energiesparlampen 90 € im Jahr gespart werden, durch einen energieeffizienten Fernseher 30 € und eine effiziente und gut eingestellte Heizungspumpe spart jährlich bis zu 60 €. Weitere 70 € können eingespart werden, indem man den Stand-by-Verbrauch der Geräte vermeidet.

Praktische Tipps zum Energiesparen im Haushalt

Um herauszufinden welches Gerät im Haushalt besonders viel Energie verbraucht, kann man sich beim Stromversorger ein Strommessgerät ausleihen. Mit Hilfe dieses Gerätes kann der aktuelle Stromverbrauch ermittelt werden, wenn es zwischen Steckdose und das jeweilige Gerät geschaltet wird. So kann beispielweise auch der Verbrauch desselben Gerätes im eingeschalteten Zustand und im Stand-by-Modus verglichen werden.

Aller guten Dinge sind aber drei: Stromsparen gelingt im Haushalt häufig schon durch kleine Verhaltensänderungen: Allein mit der Umsetzung nur weniger Maßnahmen in zehn Bereichen des täglichen Lebens können private Haushalte bis zu 3288 Euro und 8495 Tonnen CO2 jährlich sparen.

Sie können hier eine Tabelle von BAUM e.V. herunterladen, die die Einsparpotentiale zeigt (BAUM_eV_Energiespartpotentiale).

Die Lektüre des von B.A.U.M. herausgebrachten „Große Energie- und CO2-Sparbuch“ kann hier weitere wertvolle Tipps geben.

Lassen Sie uns gemeinsam gegen den Klimawandel aktiv werden!


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1 Kommentar

  • Melik Hanceroglu sagt:

    Hallo tolles bericht wie man im Haushalt sparen!
    Eine menge tipps und tricks zu erfahren vor allem hier.
    Gruß
    Melik Hanceroglu
    http://www.imhaushaltsparen.de


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