MEINUNG & POSITION

E-Mobilität: Fahrspaß vs. Tarif-Chaos

Vor drei Monaten haben einige Kollegen aus dem Vertrieb ihre herkömmlichen Dienstwagen gegen Elektroautos getauscht. Ulrich, unser Leiter des Geschäftskunden-Bereichs, war sich anfangs nicht sicher: „Ich hatte Sorge, dass das Experiment nicht klappt und mir die Kollegen nach acht Wochen die Fahrzeuge wieder auf den Hof stellen.“ Doch so kam es natürlich nicht. Zwar müssen die Fahrten jetzt etwas intensiver geplant werden, aber die Kollegen sind von den E-Autos begeistert. Und wer, wenn nicht wir, sollte zum E-Autofahrer werden?

Mit dem Ladechip von LichtBlick macht E-Mobilität deutlich mehr Spaß, Foto: LichtBlick
Mit dem Ladechip von LichtBlick macht E-Mobilität deutlich mehr Spaß, Foto: LichtBlick

2.000 elektrische Kilometer

So überlies Ulrich das Ausprobieren der E-Fahrzeuge nicht nur seinen Kollegen, sondern fuhr auch selbst. Nach sechs Wochen und über 2.000 elektrischen Kilometern stehen für ihn vier entscheidende Fakten fest: „Ich bin nie so entspannt und ruhig gefahren. Ich brauchte keine Angst vor Reichweite haben. Die höchste Tagesfahrleistung waren 780 Kilometer, es sind E-Autos mit einem Range Extender. Zumindest in Hamburg kann man meist problemlos parken und laden. Und ich bin oft positiv auf das Fahrzeug angesprochen worden – vor allem von LichtBlick-Kunden. Es ist schwer vorstellbar, dass mir das mit einem Diesel Fahrzeug mit LichtBlick Aufkleber passieren wird!“

Roaming für E-Mobilität

Beim Laden haben wir LichtBlicker den Vorteil, dass wir den Ladechip von dem Roaminganbieter The New Motion haben. Damit haben die Kollegen Zugang zu fast 10.000 öffentlichen Ladesäulen – ohne sich vorher zu registrieren, eine App herunterzuladen oder einen Vertrag abzuschließen. Doch gegen den Tarif-Dschungel an den Ladesäulen hilft auch der beste Ladechip nicht.

Tarif-Chaos an der Ladesäule

Viele Ladesäulen-Betreiber lassen ihre Kunden im Unklaren, wie viel sie am Ende bezahlen müssen, Foto: LichtBlick
Viele Ladesäulen-Betreiber lassen ihre Kunden im Unklaren, wie viel sie am Ende bezahlen müssen, Foto: LichtBlick

Denn unser zweiter Ladesäulen-Check zeigt: Intransparenter als an deutschen Ladesäulen ist kaum eine Tarifstruktur. Wird nach geladenen Kilowattstunden berechnet oder nach Zeit? Werden die Kosten pauschal oder Kilowattstunden-/Minuten-genau berechnet? Zahlt man für eine Stunde oder einen Ladevorgang? Deutschlands größter E-Ladesäulen-Betreiber Innogy verlangt an kombinierten Ladestationen, an denen Wechselstrom und Gleichstrom geladen werden kann, pauschal 7,95 Euro pro Ladevorgang. An reinen Wechselstrom-Ladesäulen berechnet der Anbieter 39 Cent pro Kilowattstunde (kWh). EnBW rechnet zeitbasiert ab, hier kostet eine Stunde Laden für einen BMW i3 sechs Euro. Mit einer Ladekarte von Hamburg Energie, die die Ladesäulen von Stromnetz Hamburg mit Strom beliefern, wird direkt pro Kilowattstunde für 29 Cent/kWh abgerechnet. Bezieht man den Strom mit dem DirectPay-Verfahren per SMS oder der E-Charging App wird´s teurer: 27 Cent/kWh plus 1,73 Euro pauschal und 19 Prozent Service Fee. Von den elf getesteten Ladesäulen-Betreibern rechnen vier pauschal pro Ladevorgang ab und weitere vier berechnen pauschal eine Stunde. Bei nur zwei Anbietern können E-Autofahrer Kilowattstunden-genau laden. Bei zwei weiteren Betreibern ist das Laden aktuell kostenlos.

Es könnte so einfach sein…

Damit ist für die E-Autofahrer bei den meisten Betreibern nicht auf den ersten Blick ersichtlich, wie viel denn nun eine Kilowattstunde kostet. Das einfachste wäre, eine klare Kennzeichnung wie es die Autofahrer von den Tankstellen gewohnt sind. Wir haben uns die Mühe gemacht und die Pauschalpreise einmal umgerechnet.

Bei unserem Fallbeispiel – Laden eines BMW i3 für 100 Kilometer Reichweite – kostet die Kilowattstunde nur bei fünf Anbietern ungefähr so viel wie oder weniger als eine Kilowattstunde Haushaltsstrom. Dabei könnte es so einfach sein: Jeder Stromanbieter müsste Zugang zu den Ladesäulen bekommen, so dass die Kunden den Strom für ihr Auto von ihrem Stromanbieter zu den bekannten Konditionen und in der gewohnten Qualität erhalten.


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1 Kommentar

  • Erwin Hausberger sagt:

    Diskussionen bringen bei den Sturen Deutschen nichts ich habe es zigmal versucht die großen Konzerne wie Eon EWE innogy oder wie sie alle heißen alles Dumpfbacken ohne Hirn und Vorausschau da werden Milionen für AC.Lader die keiner nützt in den Sand gesetzt nur 1DC-Lader alle 20 km wie es jetzt in BWB passiert und einen Top Autoverkäufer in LL der es auf den Punkt bringt solche Leute sind sehr Rahr gesäät!
    Nun nochmal zu den Preisen an den Ladesäulen mit AC 35 Cent pro KWH wird wohl keiner nutzen wenn er zuhause günstiger Lädt! Flats von verschiedene Anbietern wie Entega oder nvb etc.sind hier von Vorteil.Trotzdem gibt’s hier noch Lidl und Aldi Edeka und co die habens schon lange erfasst was ein Elektromobillist braucht schnelle Ladung und günstige
    kwh Stunden!!! Die Deutschen Autohersteller sind mit ihrer Langsamkeit in Sachen E-Mobilität unschlagbar haben nichts gelernt von Hyundai und Tesla die bringen Top Mobilität ! Nur Sprüche keine Taten!!
    Politik kein Durchblick da kommt einer von Eon und sagt AC-Lader installieren
    und der Politiker sagt machen wir weil er denkt der von Eon der wird’s schon wissen!!???
    Meine Empfehlung an Sie Flat für Alle auch für Nichtstromkunden zu einem günstigen Preis inkl. Roaming und DC-Lader dann profitiert jeder vor allem die unnützen AC-Lader müssen sich ja mal bezahlt machen!
    Nun zum Schluss noch der Unmengen an Anbietern eine Einzige Katastrophe kein E-Mobillist wird
    hier den teureren Preis zahlen nur Günstig und gut wird sich halten und vor allem die Stadtwerke müssen handeln in Ihrer Stadt DC-Lader aufstellen und zu einem guten Preis den Strom anbieten!


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