MEINUNG & POSITION

Diesel-Fahrverbote: Das sind die Alternativen

Die EU will eventuell klagen, viele Umweltverbände beklagen seit langem die schlechte Luft in deutschen Städten und heute hat das Bundesverwaltungsgericht für ein Fahrverbot für Dieselfahrzeuge entschieden. Damit ist der Weg für Diesel-Fahrverbote frei. Wie genau das Urteil umgesetzt werden soll, steht momentan allerdings noch nicht wirklich fest.

Es gibt Alternativen - auch wenn jetzt Städte, Gemeinden und Kommunen Diesel-Fahrverbote verhängen können, Grafik: LichtBlick
Es gibt Alternativen – auch wenn jetzt Städte, Gemeinden und Kommunen Diesel-Fahrverbote verhängen können, Grafik: LichtBlick

Auch bei Diesel-Fahrverbot mobil bleiben

Wir wollten dennoch schon einmal von den Bürgern wissen, welche Alternativen sie wählen, wenn die Fahrverbote kommen. Die beliebteste Alternative sind für 38 Prozent der Befragten Bus und Bahn. Mehr als jeder Vierte gibt an, er würde das Fahrrad nutzen. Und für 19 Prozent der Bürger ist das E-Auto die beste Alternative.

Ja zu umweltfreundlichen Alternativen

Die Mehrheit der Bundesbürger ist also bereit zum Umstieg auf umweltfreundlichen Verkehr. Das ist die eine erfreuliche Nachricht. Bund, Länder und Kommunen müssen nun die richtigen Anreize für Bus, Bahn, Fahrrad und E-Auto setzen. Und weniger Abgase schützen nicht nur das Klima, sondern vor allem die Menschen.

In unserer Umfrage haben wir uns die Alternative „Elektroauto“ noch genauer angeschaut. Denn trotz der Bemühungen der Bundesregierung mit Prämie und Ladenetzausbau kommt die Elektromobilität im Vergleich zu anderen Ländern hier nur langsam in Gang – das zeigte schon unsere Studie, die wir gemeinsam mit unserem Partner WWF durchgeführt haben.

Alternative E-Auto: Verbraucher erwarten transparente und faire Ladepreise

Daher wollten wir von den Bundesbürgern wissen, was aus ihrer Sicht gemacht werden sollte, damit die E-Autos auch in Deutschland zum Erfolg werden: Über 60 Prozent der Befragten fordern eine verbesserte Reichweite, preiswertere Modelle, einen zügigen Ausbau des Ladenetzes und schnelle Ladevorgänge. Auf viele Aspekte hat die Politik also keinen wirklichen Einfluss. Hier sind die Autohersteller gefordert, endlich Elektroautos auf den Markt zu bringen, die den Bedürfnissen der Kunden entsprechen.

Ladesäulen-Check: Laden oft kompliziert und teuer

Eine besondere Hürde für E-Auto-Fahrer ist das Stromladen unterwegs. Wie LichtBlick in der Untersuchung „Ladesäulen-Check“ gezeigt hat, sind öffentliche Ladesäulen oft kompliziert und teuer. 60 Prozent der Verbraucher erwarten, dass der Ladevorgang einfach und die Preise transparent sind – so, wie Autofahrer das von den klassischen Tankstellen kennen. 41 Prozent wollen den Strom ihres privaten Energieversorgers auch an öffentlichen Ladesäulen nutzen können – zum gleichen Preis wie zuhause.

LichtBlick fordert deshalb, dass öffentliche Ladesäulen Teil des Stromnetzes werden. So kann jeder Autofahrer den Strom seines Wunschversorgers an jeder Ladesäule tanken. Damit beenden wir das Preis- und Tank-Chaos an Deutschlands Ladesäulen. Das ist ein zentraler Baustein für eine bezahlbare und faire Verkehrswende.

Laden nur mit 100% Ökostrom

Übrigens: Wirklich klimafreundlich wird E-Mobilität erst, wenn der geladene Strom zu 100 Prozent erneuerbare Energie ist. So können Sie als Verbraucher sicher sein, dass Ihr Fahrzeug kein Gramm CO2 mehr ausstößt. Mit unserem Fahrstrom-Tarif erhalten Sie nicht nur Ökostrom für grünes Laden zuhause, sondern auch einen Ladechip, mit dem Sie europaweit Ihr Fahrzeug an öffentlichen (leider nicht immer grünen) Ladesäulen laden können.

Und sind Sie von Dieselfahrverboten betroffen? Wir arbeiten an Lösungen für die perfekten Alternativen. Tragen Sie sich in unseren Newsletter ein und wir halten Sie auf dem Laufenden.


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2 Kommentare

  • Michael sagt:

    Was hat es mit Ihrem Fahrstrom-Tarif genau auf sich? Ist das ein Netzwerk, wo man an JEDER Ladesäule, die doch zu einem rechtlichen Netzwerk verbunden sind, auch wenn von unterschiedlichen Anbietern, „tanken“ kann? Oder nur auserwählte mit irgend einem Symbol?

    Also ich meine so wie man mit einer Karte vom Girokonto auch zu jedem Kiesomaten gehen kann, egal bei welcher Bank der steht. Ggf. kostet’s zwar Gebühren, aber es ist möglich und wenn man dringend Bares braucht und kein anderer Automat in der Nähe ist, geht mal halt auch zu einem fremden Automat und da kommt echtes Geld raus.

    Und Ladesäulen sind, meinem Eindruck nach wesentlich seltener als Kiesomaten. (Geldautomaten). Von daher wäre sowas noch viel dringender.


    • Anke Blacha sagt:

      Hallo Michael,

      vielen Dank für Ihre Rückfrage. Wir arbeiten bei FahrStrom mit dem Anbieter The New Motion zusammen. Sie finden auf der Webseite https://my.newmotion.com/ eine Übersicht mit allen Ladesäulen – es sind europaweit mehr als 15.000 öffentliche Ladesäulen. Hier finden Sie alle Infos auf einen Blick: https://www.lichtblick.de/schwarmenergie/schwarmmobilitaet/. Es fällt mit unserem Ladechip zwar keine Extragebühr an wie bei Bankautomaten. Allerdings gelten die Konditionen des jeweiligen Ladesäulenbetreibers. Daher kann es zu unterschiedlichen Kosten kommen: Einige rechnen pro Kilowattstunde ab, andere die Ladedauer. Im besten Fall finden Sie diese Information an der Ladesäule, bevor Sie laden.

      Wir sehen die Lösung mit dem Ladechip eher als Übergangslösung. Unser Ziel ist, dass Sie als Kunde an jeder Ladesäule laden können und dort den Strom beziehen, den Sie auch Zuhause nutzen – die gleiche Stromqualität und die gleichen Preise: https://www.lichtblickblog.de/meinung-position/haushaltsstrom-ladesaeule-elektromobilitaet/.

      Viele Grüße
      Anke Blacha


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