MEINUNG & POSITION

Die Energiewende ist noch lange nicht geschafft

Energiewende ist noch lange nicht geschafft, Foto: PublicDomain Pixabay, Hans
Energiewende ist noch lange nicht geschafft, Foto: PublicDomain Pixabay, Hans

In der Presse wird dieser Tage gemeldet, dass die Bundesregierung aus dem Klimafonds den Aufbau „flexibler“ fossiler Kraftwerke mit gut € 160 Mio. fördern will. Die Tatsache, dass damit nicht allein hocheffiziente Gaskraftwerke gemeint sind, sondern auch Kohlekraftwerke, beleuchtet einmal mehr, wie wichtig weiterhin das Engagement für eine wirkliche Energiewende ist.

Auf dem Weg zur Energiewende

Denn wenn wir nun die unbeherrschbaren AKW gegen CO2-Ausstoß steigernde Kohlekraftwerke austauschen, haben wir es genau vom Teufel zum Beelzebub geschafft.

Jetzt, nach dem endgültigen AKW-Ausstiegsbeschluß bedeutet Energiewende vor allem:

  •  Klima schonen durch mehr regenerativeErzeugung
  • dezentrale Konzepte ersetzen zentrale Großkraftwerke
  • flexible Einspeisung ergänzt fluktuierende Erzeuung
  • Energieeffizienz/ Energieeinsparung sind Schlüsselthemen
  • funktionierender Wettbewerb im Energiemarkt – damit neue Ideen gegen die alten Oligopolisten ein Chance haben

Mir kommen diese Themen mittlerweile in der öffentlichen Diskussion viel zu kurz und ich denke manchmal, dass wir uns nicht nur über den Atomausstieg freuen sollten, sondern auch den Blick auf das, was kommt, schärfen müssen. Dazu gehört, dass neue Kohlekraftwerke, finanziert aus dem Klimafonds, bestimmt keine gute Idee sind.

Auf www.klimaretter.info hat sich Johanna Treblin mit dem Thema „Klimafonds und Kohlekraft“ beschäftigt. Hier der Link zum Beitrag.

Ein Beitrag von Dr. Christian Friege, Vorstandsvorsitzender bei LichtBlick


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1 Kommentar

  • Schinderhannes sagt:

    Die Speicherkapazitäten für Überschußstrom sind von so hohem strategischen Interesse, daß auch der Einsatz des Staates für entsprechende Technologien wegen der zeitlichen Dringlichkeit nicht nur möglich ist sondern auch geboten erscheint. Ich könnte mir gut vorstellen, daß es für eine Dauer Staatsunternehmen gibt, die sowohl technische Forschung als auch produktive Speicherung betreiben können.

    Der Vorteil liegt auf der Hand: es gibt kurze Entscheidungswege was Subvention und Handeln im gemeinschaftlichen Interesse angeht. Zum andern kann die Entwicklung neuer Speichertechnologien gezielt forciert und auf den Markt gebracht werden.

    Speichertechnologien, die derzeit im Zusammenhang mit großen Solarkraftwerken eingesetzt werden, könnten auch für selbständige Speicherkraftwerke fortentwickelt werden. Ich denke da z.B. and die Salzverflüssigung; da läßt sich doch etwas damit anfangen. Was wir in unserem zugebauten Land brauchen, ist eine hohe Energiedichte im Speichermedium. Da sollte man jede Möglichkeit nutzen und neue Wege nicht scheuen!


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