MEINUNG & POSITION

Die Energiewende ist da – weltweit

2015 war für die Erneuerbaren in Deutschland ein Rekordjahr. Der Anteil von Wind- und Sonnenenergie am Strommix stieg auf rund 30 Prozent. Ende vergangenen Jahres wurde zudem in Paris ein neues Klimaabkommen vereinbart, das viele als wegweisend einschätzen. Die Energiewende ist also auf einem guten Weg. Einige Bürger wollen die Energiewende jedoch nicht nur auf einem guten Weg sehen, sondern sie wollen sie jetzt schon leben. Menschen weltweit zeigen, dass der Wandel bereits heute stattfindet. Gemeinsam mit unserem Partner, dem WWF, haben wir uns auf die Suche nach unseren Energiewende-Zeugen gemacht.

Jean-François Caron ist Bürgermeister eines französischen Dorfes, in dem die Energiewende gelebt wird, Foto: LichtBlick/WWF
Jean-François Caron ist Bürgermeister eines französischen Dorfes, in dem die Energiewende gelebt wird, Foto: LichtBlick/WWF

Die systemische Wende in Frankreich

Gefunden haben wir unsere Energiewende-Zeugen in den USA, in Frankreich, Vietnam und vielen anderen Ländern. Jean-François Caron ist einer von ihnen. Er ist Bürgermeister im französischen Dorf Loos-en-Gohelle. Seit einigen Jahren vollzieht die Gemeinde die Energiewende. Strategie des Bürgermeisters ist dabei die allumfassende Revolution. Er bezeichnet sie als systemische Wende. „Man muss sich gleichzeitig mit den Umweltfragen und den ökonomischen und gesellschaftlichen Fragen beschäftigen. Um eine systemische Wende zu schaffen, braucht man Kooperation, gesellschaftliche Bindungen“, so Caron. Die systemische Wende vollzieht sich dabei in kleinen Schritten. Zum Beispiel durch Solarpanels auf dem Dach der roten Backsteinkirche oder einem Gemüsegarten auf der Verkehrsinsel.
Die Bürger haben Caron zu 80 Prozent wieder gewählt. Sie machen bei dem Experiment mit.

Günstige Solaranlagen

Energiewende-Zeugin Sarah Simonds setzt auf Solarenergie, Foto: LichtBlick/WWF
Energiewende-Zeugin Sarah Simonds setzt auf Solarenergie, Foto: LichtBlick/WWF

Auch Sarah Simonds ist eine Energiewende-Zeugin. Von „Solarize“ hat Simonds aus Connecticut das Prinzip für ihr Energiewende-Projekt übernommen. Es funktioniert so: Eine Gruppe Nachbarn schließt sich zusammen und entscheidet, sich eigene Solaranlagen zu kaufen. Dann bitten sie den Anbieter um einen Mengenrabatt. Je mehr Nachbarn sich eine Solaranlage zulegen, desto günstiger werden die Anlagen. „In meiner Arbeit versuche ich, Anwohner, Firmen und Städte zu vernetzen und von erneuerbaren Energien und Energieeffizienz zu überzeugen“, so Sarah Simonds.

Weitere Energiewende-Zeugen finden Sie auf der gemeinsamen Webseite des WWF und von LichtBlick.

LichtBlick und der WWF sind überzeugt, dass der rasche Umstieg von fossil-nuklearen auf erneuerbare Energien in den Sektoren Strom, Wärme und Verkehr die zentrale Voraussetzung für Klimaschutz, eine risikoarme Energieversorgung und die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands in den kommenden Dekaden ist. Wir wollen unsere Kräfte bündeln und gemeinsam die Energiewende beschleunigen. Weitere Informationen und mehr Energiewende-Zeugen finden Sie auf unserer gemeinsamen Webseite.


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