MEINUNG & POSITION

Deutscher CO2-Austoß sinkt

Der CO2-Ausstoß in Deutschland ist leicht gesunken, Foto: PantherMedia
Der CO2-Ausstoß in Deutschland ist leicht gesunken, Foto: PantherMedia

Dieser Beitrag wurde von unserem Medienpartner Klimaretter.info erstellt

Trotz des anhaltend hohen Kohlestrom-Anteils ist der Ausstoß von klimaschädlichem Kohlendioxid in Deutschland um 2,9 Prozent zurückgegangen. Obwohl 2011 acht Atomkraftwerke abgeschaltet wurden, habe es einen Rückgang um 27 Millionen Tonnen Kohlendioxid gegeben, teilten das Bundesumweltministerium und das Umweltbundesamt (UBA) am Dienstag mit.

Gründe für den Rückgang seien vor allem das relativ milde Wetter, aber auch der Ausbau erneuerbarer Energien. Die größten CO2-Einsparungen gab es laut UBA bei Heizöfen in Privathaushalten. Zugleich warnte Grünen-Fraktionsvize Bärbel Höhn, dass „schon für 2012 wieder ein Anstieg der Treibhausgas-Emissionen droht, weil immer mehr klimaschädlicher Kohlestrom effizientere Gaskraftwerke verdrängt“. Entwicklung der Treibhausgasemissionen in Deutschland nach Sektoren von 1995 bis 2011: Die größten Einsparungen gelangen in Privathaushalten (blau) und Gewerbe (grün), weniger bei Industrie (gelb) und Verkehr (lila). Energie- (orange) und Agrarsektor (rosa) sparten nur wenig ein. Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) betonte: „Mit dem, was wir erreicht haben, nimmt Deutschland einen Spitzenplatz unter den Industriestaaten ein.“ Doch um das Klimaziel der Bundesregierung von minus 40 Prozent bis zum Jahr 2020 zu erreichen, müsse weiter gehandelt werden. Besorgniserregend sei dabei der Preisverfall beim EU-Handel mit Verschmutzungsrechten. Weil der Preis für Emissionszertifikate stark gesunken ist, gibt es kaum Anreize für die Industrie, ihren CO2-Ausstoß stärker zu senken. Das UBA betont, seit 2005 seien die Emissionen in Industrie und Energiewirtschaft nur um fünf Prozent zurückgegangenn.

Während Altmaier durch Markteingriffe den Preis für CO2-Ausstoßrechte im EU-Emissionshandel wieder steigern will, ist Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) strikt dagegen. „Der EU-Emissionshandel müsste deutlich mehr Anreize für den Klimaschutz in Deutschland setzen“, forderte UBA-Präsident Jochen Flasbarth. „Der krisenbedingte Preisverfall verhindert notwendige Investitionen in klimafreundliche Technologien.“ Der UBA-Chef bekräftigte die Forderung, das EU-Klimaziel, die CO2-Emissionen bis 2020 um 20 Prozent zu verringern, auf 30 Prozent zu erhöhen. Deutschland hat diesen Wert bereits fast erreicht. Insgesamt wurden die CO2-Emissionen in Deutschland seit 1990 um fast 27 Prozent verringert – und damit auch die Minderungspflichten des Kyoto-Protokolls erfüllt.


Zurück zur Übersicht »

Artikel kommentieren


Ich habe die Datenschutzhinweise von LichtBlick, insbesondere die Hinweise zur Kommentarfunktion und dem dort erläuterten Zweck der Datenverarbeitung gelesen und bin damit einverstanden, dass meine Daten zu diesem Zweck gemäß der Datenschutzerklärung verarbeitet werden. Diese Einwilligung kann jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen werden. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Bei Fragen zum Datenschutz wenden Sie sich bitte an datenschutz@lichtblick.de.