MEINUNG & POSITION

Der Yasuní Nationalpark soll gerettet werden

Die Ölförderung im Yasuní Nationalpark soll verhindert werden
Die Ölförderung im Yasuní Nationalpark soll verhindert werden

„In Ländern wie Ecuador werden Gesetze niemals ein Garant dafür sein, die Naturzerstörung zu stoppen“ sagt Carlos Zorrilla vom LichtBlick Projektpartner DECOIN in der Intag-Region. Dieses beweist Ecuadors Präsident Rafael Correa zuletzt, in dem er sich für die Ölförderung im Yasuní Nationalpark entscheidet.

Die Regierung startet die „Yasuní-ITT“ Initiative

Zunächst sieht es für den Nationalpark gut aus. Im Jahre 2007 ruft Ecuadors Regierung die vielversprechende Initiative „Yasuní-ITT“ ins Leben. Im Biosphärenreservat Yasuní liegen drei Ölfelder, die 20 Prozent der Erdölreserven des Landes ausmachen. Mit der Initiative verspricht die Regierung, die Reserven nicht anzurühren. Im Gegenzug fordert sie vom Rest der Welt eine Kompensationszahlung von 50 Prozent der möglichen Profite. Von der ausbleibenden Förderung soll daher der ganze Planet profitieren.

Die Yasuní-ITT Initiative scheitert

Die von Correa erwartete Beteiligung der Staaten tritt nicht ein. Correa beendet die Initiative im August 2013 mit der Aussage, dass die Welt Ecuador alleine gelassen habe. Gleichzeitig wird die Ölförderung in Aussicht gestellt. Große Teile der ecuadorianischen Bevölkerung sprechen sich gegen diese Regierungsentscheidung aus. Mit guten Gründen: Der Nationalpark zählt zu den artenreichsten Gebieten der Welt und ist eine sogenannte Kohlenstoffsenke. Außerdem würde der Lebensraum von zwei indigenen, in freiwilliger Isolation lebenden Volksgruppen des Huaorani-Volkes bedroht werden.

Ölprofite sollen Armut bekämpfen

Mit den Ölprofiten soll die Armut in Amazonien bekämpft werden, so begründet die Ecuadorianische Regierung ihre Entscheidung. Außerdem werden Auswirkungen auf die Umwelt eingedämmt, da die Ölquellen mit Spitzentechnologie erschlossen werden. Dieser Argumentation folgt die Nationalversammlung im Oktober und genehmigt den Antrag des Präsidenten.

Rohstoffentnahme aus Gebieten der Völker in freiwilliger Isolation ist per Verfassung verboten

Die Entscheidung ist jedoch verfassungswidrig: Territorien der Völker in freiwilliger Isolation sind laut Artikel 25 der ecuadorianischen Verfassung unantastbar. Rohstoffe dürfen aus diesen Gebieten nicht entnommen werden. Mitglieder der Gemeinden Amazoniens reisen daher nach Quito und demonstrieren gegen die Entscheidung Correas. „In Gebieten, in denen bereits Öl gefördert wurde, kämpft die traditionelle Bevölkerung mit den negativen Folgen“, sagt Patricia Gualinga aus der Sarayacu-Gemeinschaft. Böden und Flüsse sind durch den Abbau belastet. Soziale Konflikte treten auf und die Lebensweise der indigenen Bevölkerung wird stark eingeschränkt. Einige der Völker Amazoniens sind durch diese Auswirkungen sogar bereits ausgestorben.

Umweltschützer und Menschenrechtler rufen zum Volksentscheid auf

Dieses Szenario soll in Yasuní verhindert werden. Umweltschützer und Menschenrechtler sammeln Unterschriften, um einen Volksentscheid zu erwirken. Wenn sie in 180 Tagen Unterschriften von fünf Prozent der Wahlberechtigten des Landes sammeln, könnte ein Volksentscheid stattfinden. Für den Yasuní Nationalpark könnte sich Anfang 2014 eine neue Chance eröffnen.

Jeden Monat senden uns unsere Kooperationspartner von „GEO schützt den Regenwald e.V.“ einen aktuellen Bericht zur Lage in unserem gemeinsamen Regenwaldprojekt zu. Die Berichte veröffentlichen wir regelmäßig hier auf unserer Internetseite. Die Berichte werden meistens von  Mary Ellen Fieweger verfasst, die in der Region lebt. So sind auch hier Teile aus dem aktuellen Bericht enthalten, den sie uns vor einigen Tagen zu gesendet hat.


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2 Kommentare

  • Johanna König sagt:

    Es ist so traurig, da war die Regierung auf dem besten Weg, die richtigen Entscheidungen zu treffen und dann „kippen“ sie die wieder ins Gegenteil. Das das NIE eine Massnahme gegen Armut sein kann, sondern diese Zerstörung ARMUT ERZEUGT, muss doch klar sein.
    Wenn Regenwald zerstört wird brauct es ewig, bis er sich regeneriert.Johanna


  • Eva Singh sagt:

    Für ÖL und Gold wird in Süd- und Mittelamerika so viel Regenwald gerodet und damit Wasser un Erde verschmutzt. Damit muß aufgehört werden!


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