MEINUNG & POSITION

Das Energiejahr 2018 und ein Ausblick auf 2019

Der Think Tank Agora Energiewende hat Anfang des Jahres einen Energie-Rückblick auf das Jahr 2018 gegeben und zugleich einen Ausblick auf dieses Jahr gewagt. Wir haben für Sie die wichtigsten Punkte zusammengefasst.

2018 trugen Erneuerbare einen gleichgroßen Anteil am Stromverbrauch bei wie Kohlekraft, Foto: Panther Media
2018 trugen Erneuerbare einen gleichgroßen Anteil am Stromverbrauch bei wie Kohlekraft, Foto: Panther Media

Erneuerbare 2018

Die erneuerbaren Energien konnten 2018 einen neuen Rekord verbuchen: Sonne, Wind & Co. erhöhten ihren Anteil beim Stromverbrauch auf 38,2 Prozent. Der lange Sommer hat vor allem die Solarenergie gepusht. Die Anzahl der Sonnenstunden lag nach ersten Schätzungen im vergangenen Jahr um mehr als 30 Prozent über dem langjährigen Durchschnitt.

Auch bei der Stromerzeugung erzielten die Erneuerbaren neue Bestmarken. Erstmals erzeugten sie genauso viel Energie wie Stein- und Braunkohle zusammen – und zwar genau 35,2 Prozent.

CO2-Emissionen

Für viele kam die Meldung überraschend: Die CO2-Emissionen sind in Deutschland um sechs Prozent gesunken – genauer gesagt, wurden etwas mehr als 850 Millionen Tonnen CO2 ausgestoßen, rund 50 Millionen weniger als 2017. Leider ist das nicht wirklich auf eine konsequente Klimapolitik zurückzuführen, sondern auf externe Faktoren. Dazu gehören ein relativ milder Winter und eine leicht rückläufige Konjunktur.

Zuspruch für die Energiewende

Schauen wir in die Medien ist beim Stichwort Energiewende häufig von zu hohen Kosten, Scheitern und Widerspruch die Rede. Doch seit Jahren zeigen Umfragen, dass die Bevölkerung zu mehr als 90 Prozent die Energiewende befürwortet und die Umsetzung als notwendig erachtet wird. 2018 lag die Akzeptanz für die Energiewende bei 93 Prozent – viele finden sogar, dass der Ausbau der Erneuerbaren zu langsam vorangeht.

Kohlekommission 2019

Wird die Kohlekommission einen Fahrplan für den Kohleausstieg vorlegen?, Foto: Panther Media
Wird die Kohlekommission einen Fahrplan für den Kohleausstieg vorlegen?, Foto: Panther Media

Eigentlich sollte die Empfehlung der Kohlekommission bereits Ende 2018 bekannt gegeben werden. Jetzt wird deren Ergebnis das erste große Energiethema 2019 sein. Nach aktuellem Plan trifft sich die Kommissions-Spitze am 15. Januar mit Bundeskanzlerin Merkel. Bis spätestens Februar sollen dann die Empfehlungen vorliegen. Diese werden entscheidend dafür sein, wie es mit den Klimazielen und dem Kohleausstieg in Deutschland vorangeht.

Erneuerbare 2019

Ob die Erneuerbaren 2019 einen erneuten Rekord erzielen können, ist offen. Feststeht bereits, dass der Ausbau ins Stocken gerät. Sowohl bei der On- und Offshore-Windenergie als auch bei Solaranlagen wird sich der Zubau verlangsamen. Dabei bräuchten wir dringend mehr Anlagen, um das Ziel von 65 Prozent Erneuerbaren bis 2030 zu erreichen.

CO2-Emissionen brauchen einen Preis

Der Preis für CO2 ist 2018 deutlich gestiegen von rund 8 Euro Anfang 2018 auf mehr als 23 Euro pro Tonne im Januar 2019. Doch bislang müssen nur Unternehmen, die dem europäischen Emissionshandel unterliegen, für die Emissionen zahlen. Damit der Klimaschutz in Deutschland wirklich wirksam wird, bleibt zu überlegen, ob die Bepreisung nicht auf weitere Bereiche, wie Verkehr, erweitert werden müsste.

Dieser Rück- und Ausblick gibt nur einen Bruchteil dessen wieder, was Agora Energiewende zusammengestellt hat. Den ausführlichen Bericht finden Sie online.

 


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