MEINUNG & POSITION

Clinton vs. Trump: Energiewende vorwärts oder rückwärts?

Die Wahlen in den USA rücken näher. Am 8. November entscheiden die Amerikaner, wer der Nachfolger oder die Nachfolgerin von Präsident Obama wird. Zur Wahl stehen dieses Mal die Demokratin Hillary Clinton und der Republikaner Donald Trump. Wie in vielen anderen Bereichen, sind sich die Kandidaten auch in der Energie- und Klimapolitik bei vielen Themen nicht einig. Doch politische Handlungen, die aus diesen Bereichen resultieren, werden globale Auswirkungen haben. Denn ob die USA zukünftig auf Erneuerbare, CO2-freie Energien setzen oder eher auf Kohlkraft und Fracking wird auch der Rest der Welt zu spüren bekommen.

Nach der Wahl wird sich entscheiden, wie es mit den Erneuerbaren in den USA weitergeht, Foto: PantherMedia
Nach der Wahl wird sich entscheiden, wie es mit den Erneuerbaren in den USA weitergeht, Foto: PantherMedia

Erneuerbare Energien

Hillary Clinton möchte die Pläne von Obama für die erneuerbaren Energien fortführen und hat sogar noch ehrgeizigere grüne Ziele: Die USA sollen mit Investitionen in Solar- und Windenergie, Wasserkraft und Erdwärme zur „Clean-Energy-Superpower“ werden. Dafür will Clinton bis zum Ende ihrer ersten Amtszeit – also in gut vier Jahren – eine halbe Milliarde Photovoltaik-Anlagen auf 25 Millionen Dächern im Lande installieren. Das entspricht einer Versechsfachung der Kapazitäten bis 2020, von derzeit 25 Gigawatt auf 140 Gigawatt. Zudem soll bis 2025 ein Drittel des erzeugten Stroms aus erneuerbaren Energien stammen.
Ihr Mitbewerber ums Weiße Haus, Donald Trump, hat traditionell eher Unterstützer aus der Kohle- und Ölindustrie und verfolgt entsprechende Ziele. Trump sieht in Solar- und Windenergie derzeit keinen wirtschaftlichen Nutzen und meint, dass sich Solarenergie noch nicht durchgesetzt hat, da ein Solarmodul eine Amortisationszeit von 32 Jahren hat. Diese Aussagen lassen darauf schließen, dass der Ausbau der Erneuerbaren unter Trump nicht vorangetrieben wird.

Kohle und Öl

Hillary Clinton spricht von einem Ende der fossilen Brennstoffe. Doch so ganz sicher sind sich Umweltschutzorganisationen in den USA nicht, wie ernst sie das meint. Schließlich hat auch Clinton Spendengelder der Öl- und Gasindustrie angenommen.
Der Kandidat Donald Trump wird als Präsident weiter auf Kohle & Co. setzen und sie sogar eher wiederbeleben als abbauen. Für ihn hängen zu viele Arbeitsplätze an dem Industriezweig, als diesen durch (Umwelt-) Regulierungen ins Abseits zu drängen. Zudem will Trump den Bau der umstrittenen Gaspipeline Keystone XL wieder aufnehmen.

Fracking

Beim Fracking sind sich beide Kandidaten einige: Sie wollen an der umstrittenen Fördermethode festhalten.

Klimaschutz

Die Kandidaten für das Weiße Haus haben unterschieldiche Ansichten zum Klimaschutz, Foto: PantherMedia
Die Kandidaten für das Weiße Haus haben unterschieldiche Ansichten zum Klimaschutz, Foto: PantherMedia

Beim Klimaschutz und der Reduktion der Treibhausgase verfolgt Hillary Clinton ähnlich ambitionierte Ziele wie Deutschland: Die Emissionen sollen bis 2050 gegenüber 2005 um mindestens 80 Prozent sinken. Dies soll vor allem durch den Ausbau der Erneuerbaren möglich werden. Zudem soll Clinton planen, im Weißen Haus einen „Climate Map Room“ einzurichten. In diesem Raum sollen die Folgen der Erderwärmung visualisiert werden.
Donald Trump hält dagegen wenig vom menschengemachten Klimawandel. So will er unter anderen den Clean Power Plan von Obama wieder rückgängig machen und kündigte bei einer der Wahlkampfveranstaltungen an, sogar aus dem Weltklimavertrag von Paris auszutreten.

Die Übersicht ist sicher nicht vollständig, doch gibt sie einen guten Einblick in die energiepolitischen Vorhaben der beiden Kandidaten. Und sie zeigt wer zum Wohle des Klimas und für eine Energieversorgung aus 100 Prozent erneuerbaren Energien, die nächste Präsidentin der USA werden sollte.


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