MEINUNG & POSITION

Carsharing unter Nachbarn

Nachbarschaftsauto bei der Übergabe. Foto: Nachbarschaftsauto
Nachbarschaftsauto bei der Übergabe. Foto: Nachbarschaftsauto

Seit 2012 kooperiert LichtBlick mit „Nachbarschaftsauto“. Ziel des Projekts ist es, ein  privates Carsharing unter Nachbarn zu ermöglichen. Als zukunftsweisendes Projekt ist Nachbarschaftsauto 2012 von „Deutschland-Land der Ideen“ ausgezeichnet worden. Ich habe mit Christian Kapteyn, Gründer von Nachbarschaftsauto über sein neues Projekt und die Kooperation mit LichtBlick gesprochen.

 Wie, wo und wann ist die Idee des „Nachbarschaftsautos“ geboren?

Die Idee des Nachbarschaftsautos ist im Sommer 2010 in einem Berliner Biergarten geboren. Unser Grundgedanke war der, dass es eine Milliarde Autos auf der Welt gibt, die alle 23 Stunden pro Tag ungenutzt herumstehen. Wir wollten also die Möglichkeiten schaffen, dass ein Autobesitzer sein Auto in der Zeit in der er es nicht fährt, vermietet. Unser Projekt sollte Menschen zusammen bringen, die Autos gemeinsam nutzen wollen.

Wie ging es nach der Idee weiter?

Die Idee war geboren, nun ging es darum sie umzusetzen. Schnell haben wir gemerkt, dass der Hauptknackpunkt des Projekts die richtige Versicherung der Autos ist. Schließlich möchte der Besitzer des Autos nicht für einen Schaden finanziell aufkommen, der von einem anderen Fahrer verursacht wurde. Die Autoversicherung R + V konnten wir glücklicherweise von unserem Konzept überzeugen. Gemeinsam  haben wir dann eine Zusatzversicherung entwickelt, die den Fahrer und den Nutzer optimal absichert.

Christian Kapteyn, Gründer von Nachbarschaftsauto
Christian Kapteyn, Gründer von Nachbarschaftsauto

Wer steckt hinter dem Projekt?

Insgesamt sind wir zu acht. Wir kommen aus recht unterschiedlichen Richtungen: ich selbst bin promovierter Physiker, einige meiner Kollegen kommen aus dem Marketing und der PR und wir haben auch Experten für Datenbanken und IT-Recht an Bord.

In welcher Form leisten Sie mit Ihrem Angebot einen Beitrag für den Klimaschutz?

Die nachhaltigere Nutzung bereits vorhandener Autos sorgt für einen erheblich geringeren Ressourcenverbrauch. Darüber hinaus können wir die Anschaffung von noch recht teuren Elektroautos wirtschaftlicher und damit attraktiver gestalten. Wir freuen uns, dass einige Elektroautos bereits  über uns an andere Nutzer vermietet werden.

Wie kam es zu der Idee mit LichtBlick zu kooperieren und wie sieht die Kooperation aus?

LichtBlick bringt das Thema nachhaltige Energieerzeugung in jeden Haushalt. Mit seinen Produkten und seinen innovativen Projekten leistet LichtBlick einen wesentlichen Beitrag für eine nachhaltige Entwicklung in der Gesellschaft. Kunden, die sich bewusst für Ökostrom entscheiden, sind sich der gesellschaftlichen Verantwortung bewusst, die sie tragen. Ähnlich ticken unsere Kunden, sprich wir haben eine ähnliche Zielgruppe. Außerdem sehen wir Anknüpfungspunkte beim Thema Elektromobilität. Hier kommen Mobilität und Erzeugung aus regenerativen Energien direkt zusammen. Die Kooperation sieht so aus, dass Kunden von uns beim Wechsel zu LichtBlick einen 30 € Bonus erhalten.

Sie sind von „Deutschland Land der Ideen“ zum ausgewählten Ort 2012 gekürt worden. Wie kam es zu der Auszeichnung?

Die Organisatoren des Wettbewerbs haben uns eines Tages angerufen und uns für den Preis „Deutschland – Land der Ideen““ nominiert. Wir sind sehr stolz und freuen uns ungemein über diese Auszeichnung. In der Begründung von „Land der Ideeen heißt es: „Nachbarschaftsauto hat eine innovative Zusatzversicherung entwickelt, die erstmals sowohl Leiher als auch Verleiher während des privaten Verleihs schützt. Die ursprüngliche Versicherung des Verleihers muss im Schadensfall nicht einspringen. Diese Idee führt dazu, dass Autos effizienter genutzt werden und die Mobilität der Menschen erhöht wird.“

Wie kommt Ihre Idee an?

Seit dem Start unserer Onlineplattform im März letzten Jahres sind bereits über 5.000 Mitglieder bei Nachbarschafsauto aktiv. Und auf unserer Plattform werden deutschlandweit nahezu 1000 Autos angeboten. Unsere Schwerpunkte liegen derzeit in Hamburg, Berlin, Köln und München, aber einige befinden sich auch in weniger besiedelten Gebieten, wo bislang noch keine Autovermietungen ansässig sind, sprich wir können hier eine große Lücke schließen. Über unsere Plattform treffen sehr sympathische und verantwortungsbewusste Menschen aufeinander. Ich habe das Gefühl, dass es für die meisten Menschen einen Unterschied macht, ob sie ein Auto bei einer anonymen Autovermietung mieten oder bei einem Nachbarn, dem sie bei der Übergabe ins Gesicht sehen und dem sie nachher sein Auto mit gutem Gewissen wieder zurück bringen wollen.

Weitere Informationen: www.nachbarschaftsauto.de


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2 Kommentare

  • Mario T. sagt:

    Kaum ein Artikel im Bereich des privaten Carsharings, unter den die Betreiber der „autonetzer“ Seite nicht unter irgendwelchen Pseudonymen unterschwellige Werbekommentare setzen. Traurig, aber wer’s nötig hat…

    Ja, es gibt noch vergleichbare Portale wie tamyca, autonetzer oder rent-n-roll. Aber ist der Konkurrenzkampf hier wirklich so groß, dass man ums Biegen und Brechen seine Werbung unter jedem Artikel veröffentlichen muss?

    Nichtsdestotrotz – die Idee ist toll und funktioniert. Ich mache nun auch schon seit über einem Jahr mit. Bei welchem Anbieter, behalte ich einfach mal für mich 😉


  • Maria Schmitz sagt:

    Hallo!

    Ich bin von der Idee von Anfang an begeistert! Ich autonetze das Nachbarschaftsauto meines Gegenübers auf der Plattform Autonetzer. Es ist sehr einfach und sicher. Wenn mein Nachbar mal nicht kann, finde ich auch in der Nähe noch ein passendes Auto.

    Wir sind auf den richtigen Weg! AutoNetzen!


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