MEINUNG & POSITION

Atomausstieg jetzt – Menschenkette gegen Tihange

Das Pannen-Atomkraftwerk Tihange in Belgien nahe der deutschen Grenze kommt immer wieder mit Negativ-Schlagzeilen in die Medien. Zuletzt wurde bekannt, dass tausende Risse in den Reaktorbehältern gefunden wurden. Dennoch ist das AKW nach wie vor am Netz. Vor allem die Bevölkerung in der Nähe des Atomkraftwerks wollen das nicht länger hinnehmen und haben zu einer grenzüberschreitenden Protest-Aktion aufgerufen: KettenreAktion Tihange.

Bündnis ruft zu Menschenkette gegen Pannen-AKW Tihange auf, Bild: KettenreAktion Tihange
Bündnis ruft zu Menschenkette gegen Pannen-AKW Tihange auf, Bild: KettenreAktion Tihange

Pannen-AKW Tihange

Erstmal wurde 2012 bekannt, dass in den Reaktoren in Doel und Tihange Risse entdeckt wurde. Drei Jahre später wurden weitere und größere Risse gefunden. Gezählt wurden in Doel nun rund 13.000 Risse, während es bei der vorherigen Untersuchung 8.000 gewesen waren. In Tihange stieg die Anzahl von 2.000 auf 3.150. Das Atomkraftwerk ist nur rund 70 Kilometer von Aachen entfernt. Bei einem größeren Störfall in einem der Reaktoren würde die Region Aachen mit 30-prozentiger Wahrscheinlichkeit von erhöhter Strahlung betroffen sei.

Menschenkette gegen Atomenergie

Die Bevölkerung dies- und jenseits der Grenze haben sich nun zu einer Protest-Aktion zusammengetan: Eine Menschenkette soll am Sonntag, den 25. Juni von Aachen bis nach Tihange führen. Mehr als 15.000 Menschen haben sich bereits angemeldet und wollen Teil der 90 Kilometer langen Kette sein. Mit dieser Aktion fordern die Initiatoren und Initiatorinnen aus Belgien, Niederland und Deutschland, gemeinsam mit zehntausenden Menschen friedlich Hand-in-Hand die sofortige Abschaltung der Atomkraftwerke Tihange 2 und Doel 3. Alle wichtigen Infos zum Ablauf der Aktion gibt es auf der Webseite von ausgestrahlt. Wir von LichtBlick werden auch vor Ort sein.

Deutsche für EU-weiten Atomausstieg

LichtBlick-Umfrage zeigt: Bürger wollen EU-weiten Atomausstieg, Grafik: LichtBlick
LichtBlick-Umfrage zeigt: Bürger wollen EU-weiten Atomausstieg, Grafik: LichtBlick

Dass der Atomausstieg nicht nur in Deutschland gelingen muss, sondern zumindest EU-weit, zeigte eine LichtBlick-Umfrage. Danach forderten 67 Prozent der Befragten, dass es in der EU einen Atomausstieg nach deutschem Vorbild geben sollte. Zwar plant beispielsweise Belgien den Ausstieg bis 2025 doch in Frankreich soll der Anteil der Atomenergie nur auf 50 Prozent reduziert werden und in Ungarn und Großbritannien sollen sogar neue Reaktoren gebaut werden.

Aktionen wie KettenreAktion Tihange sind daher auch heute noch wichtig, um auf die Gefahren der Hochrisiko-Technologie aufmerksam zu machen – auch wenn Deutschland den Ausstieg bereits beschlossen hat.


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