MEINUNG & POSITION

5,3 Billionen US-Dollar für fossile Energien

Die Subventionen für fossile Energien sind sehr viel höher als bislang angenommen. Weltweit belaufen sie sich auf 5,3 Billionen US-Dollar jährlich (4,7 Billionen Euro), das entspricht zehn Millionen Dollar pro Minute oder 6,5 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung – mehr, als sämtliche Regierungen der Welt für das Gesundheitswesen ausgeben. Das haben Berechnungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) ergeben. Die Zahlen seien „schockierend„, kommentieren Benedict Clements und Vitor Gaspar vom IWF die Ergebnisse, die als Arbeitspapier veröffentlicht wurden.

Mit 5,3 Billionen US-Dollar jährlich werden fossile Energien subventioniert, Foto: Pixabay, geralt
Mit 5,3 Billionen US-Dollar jährlich werden fossile Energien subventioniert, Foto: Pixabay, geralt

Die „wahren Kosten“ fossiler Energie

Den Autoren des Papiers geht es um die „wahren Kosten“ von Kohle, Öl und Gas. In ihre Berechnungen haben sie deshalb auch einbezogen, was die Belieferung mit Energie kostet und welche Kosten durch Umweltschäden beim Verbrauch von Energie entstehen. Also zum Beispiel Schäden durch den Klimawandel, Beeinträchtigung der Gesundheit durch Luftverschmutzung und Auswirkungen auf den Verkehr – Staus, Unfälle, Straßenschäden. Klimafolgekosten durch Stürme, Dürren und Überschwemmungen ließen die IWF-Leute dagegen außen vor.

Kohle Hauptnutznießer der Subventionen

2,5 Billionen Dollar Subvention für Kohle - jährlich, Foto: PantherMedia
2,5 Billionen Dollar Subvention für Kohle – jährlich, Foto: PantherMedia

Knapp die Hälfte und damit den größten Teil der Subventionen verschlingt Kohle mit 2,5 Billionen Dollar. Das entspricht 3,1 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung. Auf Erdöl entfallen 1,4 Billionen Dollar oder 1,7 Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts. Bei Erdgas sind es 510 Milliarden Dollar. Die mit Abstand meisten Subventionen fließen in China mit 2,3 Billionen Dollar. Es folgen die USA mit 699 Milliarden Dollar, Russland mit 335 Milliarden, die EU mit 330 Milliarden, Indien mit 277 Milliarden und Japan mit 157 Milliarden Dollar. Pro-Kopf-Zahlen geben die Autoren nicht an.

Energie verteuern, Subventionen absenken

Zwar hätten sich in den vergangenen Jahren viele Länder darum bemüht, ihre fossilen Subventionen herunterzufahren, schreibt der IWF. Dennoch lägen die Energiepreise bedauerlicherweise nach wie vor sehr weit unter ihren wahren Kosten. Die Empfehlung des Währungsfonds: Energie müsse schrittweise verteuert, die Subventionierung des fossilen Geschäftsmodells abgesenkt werden. Dadurch würden die nötigen Finanzmittel für wichtige Entwicklungsaufgaben frei, so der IWF. Zudem würden die Treibhausgas-Emissionen zurückgehen.

Der Beitrag wurde uns mit freundlicher Genehmigung von klimaretter.info zur Verfügung gestellt.


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