MEINUNG & POSITION

TORCH – 30 Jahre nach Tschernobyl

Die Folgen von Tschernobyl sind auch 30 Jahre danach spürbar, Foto: Carl Montgomery - Flickr, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=3746027
Die Folgen von Tschernobyl sind auch 30 Jahre danach spürbar, Foto: Carl Montgomery – Flickr, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=3746027

Am 26. April 2016 jährt sich die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl zum 30. Mal. Nie zuvor – und zum Glück nie danach – gab es in Europa eine solche atomare Katastrophe. Tausende Menschen waren direkt oder nach einigen Jahren, Jahrzehnten Opfer des Unglücks, viele mussten ihre Heimat verlassen, ganze Landstriche wurden radioaktiv verseucht und auch Regionen, die nicht in unmittelbarer Umgebung des Reaktors liegen, wurden kontaminiert.

The Other Report of Chernobyl

Über die Folgen für die betroffenen Menschen gibt es seit der Katastrophe kontroverse Diskussionen. Die WHO geht von insgesamt weltweit ca. 8000 Todesopfern aus. Der britischen Radiologen, Dr. Ian Fairlie, der 2006 erstmals die Studie „The other Report of Chernobyl“ veröffentlicht hat, geht davon aus, dass es weltweit mindestens 40.000 Todesfälle geben wird. Die Studie, die von den Grünen im EU-Parlament beauftragt wurde, wurde jetzt zum 30. Jahrestag von Tschernobyl aktualisiert.

5 Mio. Menschen in radioaktiv-verseuchten Gebieten

"The other Report of Chernobyl" zeigt ein anderes Bild der Reaktorfolgen als die offiziellen Berichte, Bild: Global 2000
„The other Report of Chernobyl“ zeigt ein anderes Bild der Reaktorfolgen als die offiziellen Berichte, Bild: Global 2000

Der aktualisierte Bericht zeigt: Auch 30 Jahre nach der Reaktorkatastrophe sind die durch die Explosion am stärksten betroffenen Ländern immer noch kontaminiert. Dazu gehören Weißrussland, die Ukraine und Russland. Laut der Studie leben mehr als fünf Millionen Menschen in Gebieten mit hoher Radioaktivität.

Hohe Anzahl an Krebserkrankungen

Diese Strahlenbelastung wirkt sich auch auf die Gesundheit der Bewohner aus. Langfristig werden nach Angabe des Reports 40.000 zusätzliche tödliche Krebserkrankungen erwartet. Bis heute wurden schon 6.000 zusätzliche Schilddrüsenkrebsfälle registriert und weitere 16.000 Fälle werden langfristig noch erwartet.
Das GAU von Tschernobyl mag aus dem Gedächtnis vieler, die davon nicht mehr unmittelbar betroffen sind, verschwunden sein. Doch „The other Report of Chernobyl“ zeigt, dass die Auswirkungen auch 30 Jahre danach für viele Menschen in Europa verheerend sind.
Den vollständigen Report können Sie hier einsehen.


Zurück zur Übersicht »

Artikel kommentieren


Ich habe die Datenschutzhinweise von LichtBlick, insbesondere die Hinweise zur Kommentarfunktion und dem dort erläuterten Zweck der Datenverarbeitung gelesen und bin damit einverstanden, dass meine Daten zu diesem Zweck gemäß der Datenschutzerklärung verarbeitet werden. Diese Einwilligung kann jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen werden. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Bei Fragen zum Datenschutz wenden Sie sich bitte an datenschutz@lichtblick.de.