MEINUNG & POSITION

2°Campus – Schüler schützen Klima

Katharina möchte nicht nur reden, sondern aktiv etwas für den Klimaschutz machen, Foto: WWF Deutschland
Katharina möchte nicht nur reden, sondern aktiv etwas für den Klimaschutz machen, Foto: WWF Deutschland

In eineinhalb Wochen, am 30. November, startet in Paris die Klimakonferenz. Während die Politiker und Experten diskutieren, wie der Klimawandel noch verhindert werden kann, möchten viele Schüler und Jugendliche nicht tatenlos zuschauen. Unser Partner WWF Deutschland und die Robert-Bosch-Stiftung veranstalten einmal im Jahr die Schülerakademie 2°Campus. Sie gibt einen vertieften Einblick in den Klimawandel und es werden Themen aus den Bereichen Klimabeobachtung und -simulation sowie grüne Technologien vermittelt. Gemeinsam mit ihren wissenschaftlichen Mentoren arbeiten die Teilnehmer des 2°Campus an eigenen Forschungsvorhaben. Katharina hat in diesem Jahr an der Schülerakademie teilgenommen und uns ihre Erfahrungen geschildert.

Selber aktiv werden

„Warum möchtest du beim 2°Campus mitmachen?“ Das war eine der Fragen auf dem Bewerbungsbogen zur Schülerakademie des WWF, den ich vor ziemlich genau einem Jahr ausgefüllt habe. Meine Antwort lautete: „Ich interessiere mich sehr für den Klimaschutz und möchte mich unbedingt auch außerhalb der Schule intensiver dafür einsetzten und mit meinen Ideen aktiv bei der Einhaltung des 2 Grad Limits mitwirken. Leider hatte ich bis jetzt noch nicht so wirklich die Gelegenheit dazu und würde mich wirklich freuen, wenn ich sie hier bekäme.“

Jetzt wird geforscht

Prof. Dr. Latif war einer der vielen Experten, die die Schüler beim 2°Campus über den Klimawandel informiert haben, Foto: WWF Deutschland
Prof. Dr. Latif war einer der vielen Experten, die die Schüler beim 2°Campus über den Klimawandel informiert haben, Foto: WWF Deutschland

Das habe ich! Nachdem ich bei Vorträgen von zahlreichen Wissenschaftlern und Forschern aber auch bei Besuchen von anschaulichen Praxisbeispielen unglaublich viel über den Klimawandel und den nötigen Klimaschutz gelernt habe, ging es für mich und 19 weitere Jugendliche ans Forschen. Zuerst fiel es mir schwer mich für einen der vier Forschungsbereiche, Energie, Wohnen, Ernährung und Mobilität, zu entscheiden. Doch schließlich fiel meine Wahl auf Wohnen.

Klimagerecht wohnen

Zusammen mit unseren wissenschaftlichen Mentoren Prof. Dr.-Ing. Karsten Voss und Dipl.-Ing. Andre Rethmeier der Bergischen Universität Wuppertal entwickelten wir eine Forschungsfrage zum Thema „Wohnen auf kleinem Raum“. Berechnet haben wir dazu u.a. die Verbrauchsdaten unserer jetzigen Wohnsituationen. Daraus ließen sich die Treibhausgasemissionen unseres aktuellen Nutzerverhaltens ablesen. Wir fanden heraus, wie sich unsere Treibhausgasemissionen ändern, wenn wir unserer Häuser auf Passivhausstandard bringen. Außerdem entwarfen wir Konzepte, wie wir suffizienter, d.h. auf kleinerem Raum leben können. Mithilfe von maßstabsgerechten Modellen verkleinerten wir unsere Häuser und Wohnungen also so, dass wir so viel Energie wie

Katharina forschte beim 2°Campus zum Thema klimaneutrales Wohnen, Foto: WWF Deutschland
Katharina forschte beim 2°Campus zum Thema klimaneutrales Wohnen, Foto: WWF Deutschland

möglich einsparen können, die Lebensqualität jedoch nicht darunter leidet. Auch die Treibhausgasemissionen unserer verkleinerten Wohnräume verglichen wir mit den Ausgangswerten. Es zeigte sich, dass Suffizienz eine sinnvolle Maßnahme ist, um Treibhausgasemissionen einzusparen. Doch Verkleinern allein reicht nicht, auch Effizienzmaßnahmen und vor allem das Nutzerverhalten spielen eine ebenso entscheidende Rolle im Gebäudesektor. Es kommt auf eine sinnvolle Maßnahmenkombination an.

Gemeinsamer Austausch

Über Fragestellung, Forschungsverlauf und Ergebnisse informierten wir im Nachhinein die anderen drei Forscherteams. So konnte ich den anderen nicht nur zeigen, was wir herausgefunden haben, sondern erfuhr auch über die Forschung der anderen alles Nötige. Ich fand heraus, dass meine Befürchtungen vom Anfang, dass ich nicht genug Vorkenntnisse besäße, völlig unbegründet waren, weil sich jeder aus jeder Gruppe, unabhängig vom Wissensstand, immer einbringen konnte. Sind Verständnisprobleme oder Schwierigkeiten aufgetreten, haben sich die Teilnehmer gegenseitig unterstützt oder zusammen mit den wissenschaftlichen Mentoren nach einer Lösung gesucht.

Am 27. Oktober 2015 durften wir unsere Ergebnisse in der Berliner Repräsentanz Robert Bosch Stiftung vor einem breiten Publikum vorstellen. Das war noch

Alle Schülergruppen stellen zum Abschluss des 2°Campus ihre Ergebnisse vor, Foto: WWF Deutschland
Alle Schülergruppen stellen zum Abschluss des 2°Campus ihre Ergebnisse vor, Foto: WWF Deutschland

mal eine ganz andere Dimension der wissenschaftlichen Arbeit.

Engagement auch nach dem 2°Campus

Über das Forschen und Präsentieren hinaus hat mir die Zeit beim 2°Campus super gut gefallen. Ich habe unglaublich viele Menschen in einer bunt gemischten Gruppe aus Jugend forscht-Gewinnern, Überfliegern in der Schule, aktiven Tierschützern, sogar einer jungen Buchautorin, aber auch „ganz normalen Schülern“ wie mir, kennengelernt. Alle verstehen sich gut und reden sowohl im wissenschaftlichen Zusammenhang als auch privat auf Augenhöhe. Wir haben zusammen gekocht, gegessen, gesungen, getanzt, und vieles mehr. Unterstützt wurden wir von einer Menge Leuten. Von Teilnehmern über Juniormentoren bis hin zu den wissenschaftlichen Mentoren waren alle eine große Gruppe. Das werde ich sehr vermissen. Umso glücklicher macht es mich, dass der WWF mit uns ehemaligen Teilnehmern ein AlumniNetzwerk aufbaut und Treffen organisiert, bei denen sich alle wiedersehen können, auch aus den drei vorherigen Jahren, um gemeinsam weitere spannende Klimaschutzprojekte zu initiieren.

Jetzt für 2016 bewerben

Ich habe vor einem Jahr also genau die richtige Entscheidung getroffen, mich beim 2°Campus zu bewerben. Jetzt gibt es für alle Jugendlichen zwischen 15 und 19 Jahren noch bis zum 15. Dezember 2015 die Chance sich für das nächste Jahr zu bewerben. Alle Informationen gibt es hier: www.2-grad-campus.de


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