LICHTBLICKER

WWF und LichtBlick. Die Wende-Beschleuniger.

Eberhard Brandes, Vorstand des WWF Deutschland, zur Energiepolitik in Deutschland, Foto: WWF
Eberhard Brandes, Vorstand des WWF Deutschland, zur Energiepolitik in Deutschland, Foto: WWF

Eberhard Brandes, Vorstand WWF Deutschland, im Interview über Klimaschutz, Energiewende und die Partnerschaft mit LichtBlick.

Eberhard Brandes (52) leitet seit 2006 als geschäftsführender Vorstand die Geschicke des WWF Deutschland. Der passionierte Umweltschützer erläutert im Interview mit dem LichtBlickBlog, wie die Anfang Dezember bekannt gegebene Partnerschaft zwischen dem WWF und LichtBlick die Energiewende fördern soll.

Energiewende entscheidend für Klimaschutz

Viele Menschen verbinden den WWF vor allem mit dem Schutz von Pandas, Tigern und Elefanten. Welche Rolle spielt die Energiewende für den WWF?

Mit Schutzgebieten allein werden wir die Artenvielfalt auf unserem Planeten nicht retten. Der Klimawandel ist schon jetzt eine der größten Bedrohungen für die Biodiversität.

Die Energiewende ist entscheidend für den Klimaschutz. Wir wollen, dass der Abschied von Kohle und Atom weltweit Fuß fasst. Wir setzen uns deshalb in unserem globalen WWF-Netzwerk für die Erneuerbaren Energien und die effiziente Energienutzung ein.

Bis 2040 raus aus der Kohle

Die Regierung streitet aktuell um die Zukunft der klimaschädlichen Kohle. Was sind die nächsten Schritte, um Klimaschutz und Energiewende in Deutschland zum Erfolg zu führen?

Wir haben ein Ziel: wir wollen bis 2050 nahezu emissionsfrei wirtschaften. Um da auf der Spur zu bleiben, müssen die Treibhausgasemissionen bis 2020 um 40 Prozent runter. Der Emissionshandel bleibt vorerst wirkungslos. Deshalb müssen wir die Kohleverstromung mit zusätzlichen Instrumenten verringern. Wir haben jetzt mit dem Aktionsprogramm Klimaschutz klare Zielvorgaben der Politik, wieviel der Stromsektor beitragen muss, nun müssen wir darauf achten, dass die Maßnahmen die beschlossenen Minderungen auch hergeben. Das letzte Woche beschlossene Aktionsprogramm ist da noch deutlich zu wenig belastbar.

Für die Zeit ab 2020 brauchen wir ein glaubwürdiges Paket wie Klimaschutz und Versorgungssicherheit in Einklang gebracht werden können. Der Platz für Kohle wird immer kleiner werden und sollte bis 2035 oder 2040 auf null sinken. Auch bei der Effizienzwende muss deutlich nachgelegt werden.

Um wirklich voran zu kommen, brauchen wir auch mehr Innovation: dafür ist ein gut gesteckter politischer Rahmen der beste Motor.

Gemeinsam Schlagkraft erhöhen

Der WWF kooperiert auch mit ausgewählten Unternehmen, um seine Umweltziele zu erreichen. Im Lebensmittelbereich ist die Partnerschaft mit Edeka bekannt. Im Energiesektor arbeiten Sie nun nicht mit einem der großen Konzerne zusammen, sondern mit LichtBlick. Was zeichnet diese Kooperation aus?

LichtBlick und der WWF gehen Partnerschaft ein, Foto: LichtBlick SE
LichtBlick und der WWF gehen Partnerschaft ein, Foto: LichtBlick SE

LichtBlick ist ein Partner, mit dem wir unsere Schlagkraft erhöhen können. Wir teilen die gleichen Grundüberzeugungen zur Energiewende. Und wir ergänzen uns in unserer Sichtweise. Wir beim WWF tragen die globale Umweltperspektive bei, LichtBlick blickt als Unternehmen mit einer Marktperspektive auf die Energiewelt. Uns eint ein fundamentales Interesse daran, dass das Generationenprojekt Energiewende gelingt. Gemeinsam wollen wir die Energiewende gestalten und beschleunigen.

LichtBlick hat das Konzept der SchwarmEnergie entwickelt. Welche Rolle wird die intelligente Vernetzung dezentraler Energien in Zukunft spielen?

Die Energiezukunft wird dezentraler und digitaler. Früher war die Energieversorgung eine Einbahnstraße, in der Zukunft wird ein dichtes Netz entstehen – nicht nur zwischen Versorgern und Verbrauchern,  sondern auch zwischen den Verbrauchern untereinander.  Dafür brauchen wir neue Lösungen, und da ist LichtBlick vorn mit zukunftsweisenden Konzepten.

Energiewende begeistert Menschen – weltweit

Ein Ziel der Kooperation ist es, die hohe Akzeptanz der Energiewende in Deutschland dauerhaft zu sichern. Wie soll das gelingen?

Die Energiewende begeistert Menschen weltweit – und sie wird in vielen Ländern ganz praktisch umgesetzt. Und das werden wir zeigen: die Gesichter und Geschichten hinter der globalen Energiewende, die auch von Deutschland inspiriert wurde und die jetzt kaum mehr aufzuhalten ist. Diese Aufbruchsstimmung steckt einfach an. Ich freue mich auf unsere gemeinsamen Aktionen.


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2 Kommentare

  • Sabine V.Trotha sagt:

    Guten Abend,
    ich bin schon lange Kunde bei Lichtblick und frage mich, wie sie die Energiewende fördern.
    Sie schreiben viele schöne Ziele und Visionen, aber was machen Sie wirklich. Ist es nicht so, dass es einen bestimmten Energiemix in Deutschland gibt und, wenn Sie 100% Ökostrom verkaufen, bekommen anderer Kunden entsprechend weniger Ökostrom?
    Können Sie auch insgesamt den Anteil an Ökostrom in Deutschland erhöhen?
    Ich freue mich auf eine Antwort,
    mit freundlichen Grüßen
    Sabine v.Trotha


    • Anke Blacha | LichtBlick Autorin antwortet:

      Guten Morgen, Frau von Trotha,

      vorab: Ich kann Sie beruhigen, Sie nehmen mit Ihrem grünen Strom von LichtBlick anderen Kunden keinen Ökostrom weg. Es geht vielmehr darum, dass – je mehr Kunden Ökostrom verlangen -, die Stromanbieter verstärkt auf grüne Stromquellen setzen müssen. Im Idealfall wird der Stromsee also immer grüner. In Deutschland ist momentan noch das „Problem“, dass viele erneuerbare Anlagen EEG-gefördert sind und dieser Strom daher nicht bei Ihnen, den Kundinnen und Kunden, als grüner Strom ankommt (Dazu können Sie hier mehr lesen: https://www.lichtblickblog.de/meinung-position/gruenstrommarkt-modell-eeg-erneuerbare-oekostrom/).

      Wir bei LichtBlick haben uns von Anfang an dazu entschieden, nicht in eigene Anlagen zu investieren, sondern Lösungen zu entwickeln, wie der erzeugte grüne Strom sinnvoll genutzt werden kann. Dabei geht es vor allem darum, Anlagen und Speicher zu vernetzen und zu optimieren, um beispielsweise Windenergie nicht nur nutzen zu können, wenn es windig ist, sondern diese Energie zwischen zu speichern und bei Bedarf ins Netz zu speisen. Dafür haben wir das SchwarmEnergie-Konzept entwickelt. In verschiedenen Forschungsprojekten haben wir gezeigt, wie es gelingen kann (https://www.lichtblickblog.de/schwarmenergie/elektroautos-im-schwarm/, https://www.lichtblickblog.de/schwarmenergie/3e-mehrfamilienhaus-schwarm-energie-forschung-energieerzeugung-hamburg/). Damit diese Projekte wirklich umgesetzt werden können, bedarf es leider noch einiger technischer und gesetzlicher Entwicklungen.

      Auch wenn wir also nicht mit eigenen Anlagen den Anteil der Erneuerbaren erhöhen, so bieten wir zum einen Lösungen für die zweite Phase der Energiewende. Und: Jede Kundin und jeder Kunde, die sich für Ökostrom entscheiden, erhöhen den Druck auf Stromerzeuger eher auf grüne Energie statt auf Kohle zu setzen.

      Ich hoffe, ich konnte Ihre Fragen beantworten.

      Viele Grüße
      Anke Blacha


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