LICHTBLICKER

20 Jahre Widerstand gegen den Bergbau

Im April 2015 besetzen Polizisten ein Camp von Bergbaugegnern in Junín, Foto: Carlos Zorrilla
Im April 2015 besetzen Polizisten ein Camp von Bergbaugegnern in Junín, Foto: Carlos Zorrilla

Vor 20 Jahren beginnt der Widerstand gegen Kupfer-Bergbauvorhaben in der Intag-Region in Ecuador – Ort unseres LichtBlick Regenwaldschutz-Projektes. In diesen zwei Jahrzehnten organisieren sich die Gemeinden der Region. Sie schaffen es zwei transnationale Bergbauunternehmen aus dem Land zu vertreiben und entwickeln wirtschaftliche Alternativen wie Ökotourismus und eine ökologische Kaffeeproduktion. Doch der Lauf der Geschichte zeigt, dass das letzte Wort beim Thema Bergbau noch lange nicht gesprochen ist.

Wie alles begann

Der Widerstand gegen den Bergbau organisiert sich. Als im Jahre 1997 „Bishimetals“, ein Tochterunternehmen von Mitsubishi, Ecuador verlässt, scheint der Kampf gewonnen. Doch leider versucht rund sieben Jahre später ein kanadisches Bergbauunternehmen, Ascendant Copper, genau dort weiterzumachen, wo Bishimetals aufgegeben hat.
Zu diesem Zeitpunkt läuft der Widerstand gegen die Ausbeutung der Bodenressourcen bereits viel organisierter ab. Und das, obwohl Ascendant Copper Millionen von Dollar investiert, um die Bergbaugegner umzustimmen und die Bevölkerung unter Druck zu setzen. Nach rund vier Jahren werfen auch die Kanadier das Handtuch, ohne mit der Exploration begonnen zu haben. Wieder glaubt man gewonnen zu haben.

Ein erneuter Trugschluss

Auch dieses Mal hält die Freude nicht lange an. Im Jahr 2012 verbindet sich Ecuadors staatseigenes Bergbauunternehmen ENAMI mit CODELCO aus Chile – einem der größten Kupferproduzenten der Welt. Das Vorhaben soll neu belebt werden, dieses Mal mit der Hilfe des ecuadorianischen Staats.

Der ecuadorianische Staat mischt mit im Bergbau

Im April 2014 inhaftiert die Polizei Javier Ramirez, ein aktiver Bergbaugegner und damals Präsident der Gemeinde Junín des Intag-Gebietes. Nach der Verhaftung von Javier stürmen einige Hundert Spezialeinsatzkräfte der Polizei in die Intag-Region und verschaffen sich Zugang zum Bergbaugebiet. Es wird vermutet, dass sie von Technikern begleitet werden, die eine Umweltverträglichkeitsstudie fertig stellen.
Mithilfe von Experten werden von den Bergbaugegnern jedoch eine Fülle von Falschinformationen und Fehlern in der Studie aufgedeckt. Doch der ecuadorianische Staat segnet die Studie trotz auftretender Mängel ab.

Die aktuelle Lage

Nach Genehmigung der Studie im Januar 2015 besetzen ENAMI und CODELCO unrechtmäßig Teile des Gemeindeschutzwaldes von Junín und öffnen eine jahrzehntelang stillgelegte Straße. Auf dieser sollen schwere Geräte für Bohrarbeiten in den Primärregenwald transportiert werden. Der Tourismus bricht ein. Der Wald ist nicht nur das Zuhause vieler vom Aussterben bedrohter Tiere, sondern er schützt auch unzählige, unberührte Flüsse. Die Auswirkungen des Bergbauprojektes würden verheerend sein.
Die Probebohrungen beginnen im Mai. Sie können drei bis vier Jahre dauern. Falls ertragreiche Kupfervorkommen bestätigt werden, und falls die Gemeinden den Abbau erlauben sollten, so wird die nächste Phase die Ausbeutung sein.

Nun müssen die Gemeinden im Intag wieder einmal zeigen, wie stark sie gemeinsam sind und, dass sie sich wehren!

Jeden Monat senden uns unsere Kooperationspartner von „Geo schützt den Regenwald e.V.“ einen aktuellen Bericht zur Lage in unserem gemeinsamen Regenwaldprojekt zu. Die Berichte veröffentlichen wir regelmäßig hier auf unserer Internetseite. Den vollständigen Bericht finden Sie hier.


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