LICHTBLICKER

Wasser trinken für den guten Zweck oder die Zusammenarbeit von Viva con Agua und LichtBlick

Wasser von Viva con Agua, Foto: Viva con Agua
Wasser von Viva con Agua, Foto: Viva con Agua

Blogbeitrag von Kevin Lütje, Leiter Organisation und Empfang

Zur LichtBlick Philosophie gehört es unter anderem, dass sich unsere Mitarbeiter/innen, auch LichtBlicker genannt, stets wohl fühlen sollen. LichtBlick versorgt seine Mitarbeiter/innen daher schon seit Jahren mit kostenlosen Getränke in verschiedenen Formen sowie frischem Obst von Biobob. Seit ca. einem halben Jahr werden nun alle LichtBlicker mit dem Wasser von Viva con Agua versorgt. Mein Team von der Organisation und ich wollten auch hier den nachhaltigen LichtBlick Weg weitergehen bzw. ausbauen und sind dadurch mit Benjamin Adrion, dem Viva con Agua Gründer, ins Gespräch gekommen.

Schnell stellten wir viele Gemeinsamkeiten fest und waren uns auch bei der Zusammenarbeit schnell einig. Die größte Herausforderung hatten wir dann noch mit unserem Getränkehändler, immerhin wollen 450 Mitarbeiter Woche für Woche im Schnitt mit 1300 Liter Wasser, also ca. 140 Kisten, versorgt werden. Von dem Apfelsaft, Orangensaft, Schorlen usw. ganz zu schweigen. Aber auch hier gab es aufgrund der guten Planung eine schnelle und unkomplizierte Lösung.
Nach nun gut einem halben Jahr erfolgreicher Zusammenarbeit war es für mich Anlass genug, ein Interview mit Benjamin Adrion zu führen, um euch einen besseren Einblick in die Initiative zu geben und damit ihr vielleicht selbst auch noch aktiver zu werdet. Viel Spaß dabei. Ich würde mich wie immer sehr über eure Rückmeldungen und Anregungen freuen.

Die Idee von Viva con Agua

Kevin Lütje, LichtBlick: Hallo Herr Adrion, zunächst einmal vielen Dank für Ihre Teilnahme am Interview. Mit der Initiative Viva con Agua sind Sie sicherlich zeitlich sehr ausgelastet. Umso mehr freuen wir uns, heute den LichtBlick Kunden sowie allen, die es noch werden wollen, von der Zusammenarbeit mit LichtBlick zu berichten. Vielleicht können Sie kurz etwas zu sich und der Entstehung von Viva con Agua sowie der Organisation erzählen.

Benjamin Adrion, Viva con Agua: Damals waren wir mit dem FC St. Pauli im Trainingslager auf Kuba. Im Januar 2005 besuchten wir die karibische Insel, um uns auf die Rückrunde vorzubereiten. Nach diesem Trainingslager wuchs in mir die Idee, das enorme Potential des Fußballklubs FC St. Pauli und die weitreichenden Netzwerke des Stadtteils für eine soziale Idee zu kanalisieren. Trinkwasserstationen in kubanischen Kindergärten war nach meiner Recherche dann sehr schnell ein geeignetes Ziel. So ging es plötzlich los. Aus einer Schnapsidee wurde ernst. Gleich im ersten Jahr hatten wir viele bunte Aktionen und konnten bereits nach wenigen Monaten das Ziel von 50.000.- Euro erreichen.

Kevin Lütje, LichtBlick: Wie kam es eigentlich zu dem Namen „Viva con Agua“?

Benjamin Adrion, Viva con Agua: Die Kubakampagne 2005 nannte sich Viva St. Pauli – Kampf der Drittklassigkeit. Von Viva St. Pauli war es dann nicht mehr weit zu Viva con Agua de Sankt Pauli. Den Namen haben wir spanisch gewählt, da damals nie geplant war das Projekt über Kuba hinaus auszuweiten. Heute stellen wir fest – Viva con Agua, das ist quasi Esperanto –, dass es jeder aussprechen kann und die meisten verstehen was gemeint ist.

Die Zusammenarbeit mit LichtBlick

Kevin Lütje, LichtBlick: Wie beurteilst du die Zusammenarbeit mit LichtBlick? Wie kam es dazu? Welche Gemeinsamkeiten gibt es deiner Meinung nach?

Benjamin Adrion, Viva con Agua: Wir freuen uns sehr, dass LichtBlick sich dafür entschieden hat, Viva con Agua Wasser im Unternehmen auszuschenken.
Sowohl LichtBlick als auch Viva con Agua versucht nachhaltig und positiv unsere gemeinsame Zukunft zu beeinflussen. Gerade als Mitstreiter auf dem gleichen Feld ist es positiv, wenn man sich gegenseitig unterstützt.

Kevin Lütje, LichtBlick: Seid ihr selbst auch LichtBlick Kunde?

Benjamin Adrion, Viva con Agua: Privat beziehe ich den Strom für meine Familie von LichtBlick.
Geschäftlich sind wir abhängig von unserem Vermieter, an dem schrauben wir aber schon seit langem.

Unterstützung für Viva con Agua

Kevin Lütje, LichtBlick: Ihr seid ja im Sommer auch auf vielen Open Air Festivals dabei. Wie kann man euch dort unterstützen und was macht ihr dort genau?

Benjamin Adrion, Viva con Agua: Wir sind mit mehreren hundert Ehrenamtlichen unterwegs und geben den Festivalbesuchern die Möglichkeit, ihren Pfandbecher zu spenden. In extra dafür konstruierten Tonnen werden die Hartplastikbecher gesammelt und am Ende des Festivals wird der Erlös daraus in ein Wasserprojekt unseres Partners Welthungerhilfe in Uganda weitergeleitet.
Jeder kann mitmachen und sich anmelden als freiwilliger Bechersammler. Am besten wendet man sich an pool.vivaconagua.org – da kann man sich anmelden und mitmachen!
Für uns ist es wichtig, für viele Menschen Anknüpfungsstellen zu kreieren, damit man ein Teil von Viva con Agua sein kann.

Kevin Lütje, LichtBlick: Wie genau wird das gesammelte Geld investiert und wo?

Benjamin Adrion, Viva con Agua: Wir leiten unsere Spenden in Projekte unseres deutschen Partners, der Welthungerhilfe, weiter. Vorher stimmen wir genau ab, welche Projekte finanziert werden und dann gehen wir für die gemeinsam definierten Projekte auf Spendensuche.
Es geht immer um den Schwerpunkt WASH: Water, Sanitation, Hygiene. Das heißt: Trinkwasserversorgung, sanitäre Grundversorgung und Trinkwasserhygiene. Diese drei Komponenten sind oft in integrierten Projekten miteinander vernetzt. Nach Abschluss der Projekte fahren wir dann auch regelmäßig in die Projektgebiete, um uns zu überzeugen dass die Maßnahmen greifen. Aktuell gibt es Wasserprojekte in Uganda, Burkina Faso, Indien und Äthiopien.

Viva con Agua Logo
Viva con Agua Logo

Kevin Lütje, LichtBlick: Was kann jeder einzelne für das Projekt tun?

Benjamin Adrion, Viva con Agua: Man kann mitmachen. Egal, ob auf den Festivals beim Pfandbechersammeln oder als Verantwortlicher einer ehrenamtlichen Viva con Agua-Zelle in der Stadt deiner Wahl. Einfach als Supporter dabei sein bei dem vielfältigen Angebot von Viva con Agua oder eben das richtige Wasser trinken. Wir haben da eine soziale Alternative: das Viva con Agua Quellwasser, dessen Gewinne ab ‚Break Even‘ der Viva con Agua Wasser GmbH zu 60% in Wasserprojekte in Entwicklungsländer fließen.

Kevin Lütje, LichtBlick: Was steht demnächst bei euch an und was wollt ihr in Zukunft erreichen?

Benjamin Adrion, Viva con Agua: Aktuell sind wir auf über 60 Musikfestivals unterwegs. Das geht noch bis September und danach machen wir als Organisation wieder etwas ruhiger und konzentrieren uns auf die eigenen Prozesse und unsere Struktur. Wir haben den Anspruch nach und nach Viva con Agua zu einer professionellen Organisation weiterzuentwickeln. Das ist auch Arbeit und nicht nur Festivals, Rock n Roll und Halli Galli. Wir wollen einfach seriöse Arbeit abliefern und unser dezentrales deutschsprachiges Netzwerk weiter ausbauen. Auch in Österreich und der Schweiz.

Kevin Lütje, LichtBlick: Vielen Dank für das nette Gespräch und weiterhin viel Erfolg mit dem Projekt! Wir bleiben auf jeden Fall dabei und genießen gerade beim aktuellen Wetter die Erfrischung mit dem guten Zweck!


Zurück zur Übersicht »

Artikel kommentieren