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Sumak Kawsay: Die Idee vom „guten Leben“

Sumak Kawsay: Der Mensch soll in Harmonie mit der Natur leben, Foto: Eva Danulat
Sumak Kawsay: Der Mensch soll in Harmonie mit der Natur leben, Foto: Eva Danulat

Was bestimmt „das gute Leben“? In Ecuador spielt der Naturschutz für „das gute Leben“, in Kitchwa[1] „Sumak Kawsay“, eine entscheidende Rolle. Hierbei steht die Verbundenheit zwischen Mensch und Natur im Vordergrund. 2008 erhält das Konzept sogar Einzug in die ecuadorianische Verfassung. Somit wird das Recht in einer gesunden Umwelt zu leben sowie das Recht Bildung, Wasser, Vereinigungsfreiheit und Gesundheitsfürsorge zu genießen durch die Verfassung offiziell besiegelt. Doch trotz gutem Willen lässt die Umsetzung des Konzeptes des Öfteren zu wünschen übrig, wie sich auch im LichtBlick Regenwald Gebiet bemerkbar macht.

Das gute Leben als Mittel gegen die Ausbeutung

Bürger sollen in Vielfalt und Harmonie mit der Natur leben, so erklärt die Verfassung Sumak Kawsay. Für den Naturschutz nimmt Sumak Kawsay eine entscheidende Rolle ein. Indigene und auch nicht-indigene Gruppen setzen das Recht auf Sumak Kawsay gezielt ein, um die Ausbeutung in ihren Regionen zu stoppen.

Sumak Kawsay im LichtBlick Regenwald

Das Intag-Gebiet, Ort des LichtBlick-Regenwalds, ist ein Beispiel für eine nicht-indigene Gemeinde, die Sumak Kawsay anwendet. Kommenden Januar wird der Kampf gegen den Bergbau im Intag 20 Jahre alt. Ziel ist nach wie vor eine Region zu erhalten, in der Bergbau keinen Platz findet. Diese Vision ist in der Region an ein gesundes, gutes Leben im Einklang mit der Natur geknüpft.

Wirtschaftliche Interessen vs. Sumak Kawsay

Doch wenn es darum geht das Konzept zu leben, tun sich mitunter Widersprüche auf. Vor allem dann, wenn sich Sumak Kawsay gegen wirtschaftliche Interessen behaupten muss. Beispiele wie groß angelegte Tagebaue in schutzbedürftigen Regionen sowie die Erdölförderung im Yasuní Nationalpark verdeutlichen die Problematik.

Die Tatsache, dass Sumak Kawsay Teil der Verfassung geworden ist, bietet der Intag-Region jedoch ein wichtiges Argument für den Kampf gegen den Bergbau. Auch wir bei LichtBlick hoffen, dass sich das Konzept durchsetzt und auch zukünftig einen wesentlichen Teil dazu beiträgt, die Umwelt zu schützen.

Jeden Monat senden uns unsere Kooperationspartner von „Geo schützt den Regenwald e.V.“ einen aktuellen Bericht zur Lage in unserem gemeinsamen Regenwaldprojekt zu. Die Berichte veröffentlichen wir regelmäßig hier auf unserer Internetseite. So ist auch dies ein Auszug aus dem aktuellen Bericht, den sie uns vor einigen Tagen zu gesendet hat.


[1] Kitchwa ist eine Sprache, die bis zu zehn Millionen Menschen in den Andenländern Südamerikas sprechen.


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