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Strahlkraft nutzen – der BVB und sein gesellschaftliches Engagement

Gründung der BVB-Stiftung "leuchte auf", Foto: BVB
Gründung der BVB-Stiftung „leuchte auf“, Foto: BVB

Gastbeitrag Carsten Cramer, Direktor Marketing & Vertrieb beim BVB

Fußball und sportliche Aktivitäten verbindet man nicht im ersten Moment mit CO2-Ausstoß und großem ökologischem Fußabdruck. Wann hat der BVB angefangen, sich diesem Thema und seiner gesellschaftlicher Verantwortung zu widmen?
Das Thema der gesellschaftlichen Verantwortung hat beim BVB schon immer eine Rolle gespielt. Der Verein ist auf der Basis von ehrenamtlichem Engagement gegründet und aufgebaut worden. Auch heute noch, obwohl wir sportlich und wirtschaftlich sehr erfolgreich und nachhaltig arbeiten, spielt das ehrenamtliche Engagement beim BVB eine große Rolle.

Gesellschaftliche und soziale Verantwortung

Gesellschaftliche Verantwortung bedeutet für uns in erster Linie drei Dinge: Zum einen wäre da die wirtschaftliche Nachhaltigkeit zu nennen. Nach der Fast-Insolvenz vor einigen Jahren, wurden beim BVB viele strukturelle Dinge verändert. Unser Motto ist seitdem „Maximaler sportlicher Erfolg bei keinem weiteren Schuldenaufbau“ und es funktioniert hervorragend.
Der zweite Teil ist die soziale Verantwortung. Dieses Engagement entspringt der Logik, dass Fußballvereine – auch wenn es Profiklubs sind – gleichzeitig gesellschaftlich relevante Organisationen sind und so auch wahrgenommen werden. Wir sind uns darüber hinaus im Klaren über unsere Vorbildfunktion, die wir insbesondere gegenüber unseren Fans haben. Die Stiftung „leuchte auf“ gibt es zum Beispiel seit 2012 und ist eine auf Dauer angelegte Organisation, die alle sozialen Projekte rund um den BVB betreut.
Die dritte Komponente ist die ökologische Nachhaltigkeit. Unser Stadiondach ist beispielsweise nahezu vollständig mit Solarzellen bedeckt. Dadurch können wir bereits einen Teil der CO2-Emissionen des Stadions einsparen. Beim Um- und Neubau unserer Geschäftsstelle und des Trainingszentrums wurde auf eine möglichst hohe Energieeffizienz geachtet. Unser jüngstes Projekt war dann im Januar 2013 der komplette Umstieg aller Geschäftsbereiche auf Ökostrom von LichtBlick.

Mit Ökostrom in die Zukunft

Wie ist es zur Kooperation mit LichtBlick gekommen?
Für uns war seit einiger Zeit klar, dass wir unseren Strombedarf ausschließlich über Ökostrom beziehen möchten. Wir haben mit LichtBlick schließlich einen Partner gefunden, der für maximale Glaubwürdigkeit und Nachhaltigkeit steht. Das sind Werte, mit denen wir uns als BVB sehr gut identifizieren können.

LichtBlick und der BVB - Energiepartnerschaft seit 2013, Grafik: LichtBlick
LichtBlick und der BVB – Energiepartnerschaft seit 2013, Grafik: LichtBlick

Wie läuft die Kooperation, welche nächsten Schritte sind geplant?
Wir haben Ende August 2013 unseren ersten Meilenstein erreicht, indem wir 2.500 Tonnen CO2-Emissionen eingespart haben. Unser Ziel ist es, gemeinsam mit LichtBlick so viele Tonnen Emissionen einzusparen, wie die Südtribüne an Stehplätzen hat. Das sind dann 25.000 Tonnen CO2. Auch danach geht unsere Zusammenarbeit natürlich weiter. Sehr schön ist übrigens die Verbindung von LichtBlick mit unserer BVB-Stiftung „leuchte auf“. Bei jedem Etappenziel unserer CO2-Ziele unterstützen wir gemeinsam Bildungsprojekte an Dortmunder Schulen, die sich mit dem Thema des Klimaschutzes beschäftigen. Das ist eine sehr sinnvolle Kombination, die zeigt, dass die Partnerschaft zwischen LichtBlick und BVB mehr ist als nur eine reine Zusammenarbeit.

Auch ein Fußballverein trägt soziale Verantwortung

Warum liegt dem BVB und seiner Stiftung „leuchte auf“ Kinder- und Jugendbildung und regionales Engagement so am Herzen? Sie könnten doch auch Fußball-Vereine auf anderen Kontinenten unterstützen, sich für den Waldschutz in Indonesien oder die Wale vor Japan einsetzen…
Tier- und Naturschutz auf anderen Kontinenten sind natürlich wichtige globale Themenfelder. Hier sehen wir aber andere Organisationen in der Verantwortung sich zu engagieren. Wir möchten uns mit unseren sozialen Aktivitäten auf Bereiche konzentrieren, die Berührungspunkte mit unserer Arbeit und der Heimat haben.
Der BVB ist hier in Dortmund geboren, am Borsigplatz in der Nordstadt. Mittlerweile ist so, dass sich die Nordstadt zu einem so genannten sozialen Brennpunkt entwickelt hat. Wir haben allerdings nie unsere Wurzeln vergessen und uns daher dazu entschlossen, dort aktiv zu sein, wo zum einen ein großer Hilfsbedarf herrscht und zum anderen unsere Heimat ist.
Die Stiftung „leuchte auf“ hat die klare Ausrichtung, in Dortmund und der Region des Ruhrgebietes soziale Projekte zu unterstützen. Durch den Strukturwandel hier vor Ort haben sich einige soziale Problemfelder ergeben, die wir nicht ignorieren können und wollen. Das gesamte Stiftungskonzept mit den Fördersäulen Zukunft, Vielfalt und Engagement ist auf die Förderung der Region ausgerichtet und basiert auf einer Studie der Stadt Dortmund. In dieser Studie wurden die größten sozialen Problemfelder der Stadt empirisch erhoben.
Es ist für „leuchte auf“ aber auch möglich überregionale Projekte zu unterstützen. Das haben wir bspw. mit der Hilfe für die Flutopfer in Ost- und Süddeutschland getan. Es war für uns eine Selbstverständlichkeit dort zu unterstützen.

Jugendakademie der BVB-Stiftung "leuchte auf", Bild: BVB
Jugendakademie der BVB-Stiftung „leuchte auf“, Bild: BVB

Strahlkraft nutzen und auch für andere Themen begeistern

Wirkt der Verein inspirierend auf andere, nimmt das Bewusstsein und Engagement zu?
Wir bemerken verstärkt, dass der BVB immer mehr als sozial und ökologisch handelnde Organisation wahrgenommen wird. Das hat zum einen natürlich etwas mit der Stiftung „leuchte auf“ zu tun, auf der anderen Seite aber auch mit dem ökologischen Engagement. Wir wissen, dass wir die Strahlkraft von Borussia Dortmund auch dazu nutzen können, um auf gesellschaftlich relevante Themenfelder aufmerksam zu machen. Dieses Wissen um die Strahlkraft empfinden wir im Übrigen als Verantwortung, die wir sehr gerne wahrnehmen.

Wie kommunizieren Sie Ihr Engagement in der Öffentlichkeit und wie binden Sie Ihre Fans ein?
Unser Engagement kommunizieren wir über mehrere Kanäle. Da wären zum einen natürlich unsere eigenen Medien zu nennen: Homepage, Facebook, Stadionmagazin, BVB total! (unser eigener TV-Sender), usw. Größere Themen geben wir auch an andere Medien weiter.
Unsere Fans sind seit jeher ein fester Bestandteil in all unseren Überlegungen. Wir haben bspw. durch die Kooperation mit LichtBlick einen eigenen Stromtarif „Strom09“ ins Leben gerufen. Ziel war es, unseren Fans die Möglichkeit zu geben, sich gemeinsam mit dem BVB aktiv am Klimaschutz zu beteiligen. Wir haben seit Gründung der Stiftung „leuchte auf“ bereits zehn soziale Projekte in Zusammenarbeit mit unseren engagierten Fanclubs in die Tat umgesetzt. Darüber hinaus ist unser diesjähriges Motto „Ohne Euch kein Wir“. Hier wird die enge Verbindung zwischen Fans und dem BVB sehr schön deutlich.

Wie schaffen Sie es, die BVB-Fans auch für Themen zu begeistern, die nicht in erster Linie etwas mit Fußball zu tun haben?
Ich glaube gar nicht, dass wir die Fans begeistern müssen. Natürlich ist es so, dass die sportlichen Themen absolut im Fokus des Interesses stehen. Das ist auch gut so, weil wir ja in erster Linie ein Fußballverein sind. Wir sehen aber, dass sich die Fans sehr wohl auch für andere Themen begeistern lassen. Das beste Beispiel dafür ist die Facebook-Seite unserer Stiftung. In weniger als vier Monaten haben wir mittlerweile  über 7000 Freunde, die regelmäßig über die Arbeit der Stiftung informiert werden möchten.

Die Fragen stellte Laura Welle, Unternehmenkommunikation bei LichtBlick.


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1 Kommentar

  • Michael sagt:

    Da zeigt sich doch was ne ordentliche Fußballmannschaft ist. Ich bin zwar nicht so der aktive Fußballfan der zu allen Spielen geht, aber man kann ja auch passiver Fan sein, der sich über jeden Gewinn freut und bei Diskussionen stets die anderen über die „bessere Mannschaft“ aufklärt. So gibbet wieder ein paar Argumente mehr. 🙂 Mal abgesehen von den sportlichen Leistungen.


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