LICHTBLICKER

KIEZHELDEN – soziale Kräfte bündeln und die Welt ein wenig besser machen

Der FC St. Pauli ist seit Kurzem Kunde von LichtBlick. Der Fußballclub hat nicht nur ein hohes Umweltbewusstsein, sondern engagiert sich mit der Spendenplattform KIEZHELDEN auch für soziale Projekte im Stadtteil und über St. Pauli hinaus. Zeit, das Projekt einmal vorzustellen. Ein Interview mit Dorit Moysich, Sozialmarketing, und Inga Waßmuß, Marketing, beim FC St. Pauli.

KIEZHELDEN
KIEZHELDEN

KIEZHELDEN ist vor ca. drei Monaten ins Leben gerufen worden. Wie kam es zur Gründung?

Der FC St. Pauli ist wie kaum ein anderer Verein mit seinem Stadtteil verbunden. Dinge gemeinsam anzupacken und sich gegenseitig zu helfen, gehört auf St. Pauli ganz einfach dazu. Das vielfältige soziale Engagement unserer Fans, unserer Mitglieder und der Bewohnerinnen und Bewohner des Viertels prägt die Identität des FC St. Pauli. Diesem Umfeld, das dem Verein auch in schwierigen Zeiten immer einen starken Rückhalt geboten hat, wollen wir mit KIEZHELDEN etwas zurückgeben. Wir wollten eine nachhaltige Struktur schaffen, die das vorhandene soziale Engagement bündelt, sichtbarer macht und damit noch mehr Menschen dazu animiert, sich für Andere einzusetzen.

Positive Signale setzen und inspirieren

Wer steckt hinter KIEZHELDEN?

Die Köpfe hinter KIEZHELDEN sind der FC St. Pauli, unser Technik-Partner betterplace (Plattform-Management und Spendentransaktionen) und die Agentur thjnk (Konzept und Design).

Welche Ziele verfolgt KIEZHELDEN?

Wir wollen gemeinnützige Projekte fördern, die gesellschaftliche Missstände auf kreative und unkonventionelle Weise angehen. Ideen, die positive Signale setzen und damit andere inspirieren. Wenn jeder vor der eigenen Haustür – auf dem eigenen Kiez – anfängt, können wir die Welt um viele kleine Stückchen besser machen.

Welche Projekte werden aktuell gefördert?

Wir haben fünf Langzeitprojekte, die dauerhaft auf der Plattform präsent sind: KiezKick, Viva con Agua, Fanräume e.V., den Museumsverein 1910 e.V. und Laut gegen Nazis. Daneben wird aktuell für den Aufbau des Fußball-Archivs von Fanräume e.V. gesammelt.

Die Radiofüchse - unterstützt von KIEZHELDEN (©Philipp Tonn)
Die Radiofüchse – unterstützt von KIEZHELDEN (©Philipp Tonn)

Welche Projekte konnten bereits (erfolgreich) umgesetzt werden?

Insgesamt haben wir bisher 17 Projekte auf den Weg gebracht, für die zusammen über 15.000 Euro von etwa 300 Spenderinnen und Spendern gesammelt wurden. Die Bandbreite der unterstützten Projekte reicht von einem Medienprojekt für Kinder über das Kulturfestival „Fußball und Liebe“ bis hin zur Nothilfe für die Lampedusa-Flüchtlinge in der St.-Pauli-Kirche.

Wer entscheidet, welche Projekte auf der Plattform vorgestellt werden?

Die Auswahl der Projekte und die redaktionelle Betreuung der Plattform liegen beim FC St Pauli. Wir schauen uns die Projektbewerbungen an und prüfen, ob sie zu KIEZHELDEN passen. Und wenn es so weit ist, unterstützen wir die Projektverantwortlichen beim Einrichten ihres Projekts für die Plattform.

Helfen macht glücklich

Wie können Interessierte für die Projekte spenden?

Das Spenden ist denkbar einfach. Der Spenden-Button auf der jeweiligen Projektseite führt direkt zum Spendenformular. Betrag und Zahlungsart wählen, Daten eingeben, fertig. Die gesamte Abwicklung des Spendenprozesses übernimmt unser Technik-Partner betterplace.org. Das erleichtert auch den begünstigten Projekten die Arbeit, da für sie das Ausstellen von Spendenbescheinigungen etc. entfällt.

Kann KIEZHELDEN nur finanziell unterstützt werden oder ist auch direktes Engagement möglich?

Das hängt vom jeweiligen Projekt ab. Die Projekte wissen selbst am besten, welche Art von Unterstützung sie gebrauchen können. Wenn auch helfende Hände oder weitere MitstreiterInnen benötigt werden, gibt es auf KIEZHELDEN eine Kontaktfunktion, mit der man den Projektverantwortlichen direkt seine tatkräftige Mithilfe anbieten kann.

Warum lohnt es sich, sich für KIEZHELDEN zu engagieren?

Weil wir nur gemeinsam etwas verändern können. Weil gute Ideen davon leben, dass viele unterschiedliche Menschen dazu beitragen. Jeder mit dem, was er hat oder kann. Und weil Helfen einfach glücklich macht.

Wie wird auf KIEZHELDEN und die Projekte aufmerksam gemacht?

Wir arbeiten permanent daran, KIEZHELDEN in die Öffentlichkeit zu tragen und werden dabei durch unseren PR-Partner JDB MEDIA professionell unterstützt. Zum einen setzen wir auf die crossmediale Einbindung in die Kommunikationsmittel des FC St. Pauli (sowohl online als auch offline im Stadion), zum anderen machen wir klassische Pressearbeit. Und wir sprechen direkt mit Leuten aus dem Vereinsumfeld, die für uns wichtige Multiplikatoren sind. In nächster Zeit wird KIEZHELDEN auch verstärkt draußen auf der Straße mit besonderen Aktionen präsent sein.

Lampedusa-Flüchtlinge beim FC St. Pauli (©Jörg Holst)
Lampedusa-Flüchtlinge beim FC St. Pauli (©Jörg Holst)

Viele kleine Heldentaten

Wo steht KIEZHELDEN in 2, 3 oder 5 Jahren?

In erster Linie wünschen wir uns weiterhin zahlreiche und vielfältige Projekte. Unser Ziel ist es, dass KIEZHELDEN in einigen Jahren fest in den Köpfen möglichst vieler Menschen verankert ist – auch ohne, dass wir uns auf ein einzelnes „Leuchtturmprojekt“ fokussieren. Es sind die vielen kleinen Heldentaten, die uns interessieren. Und die wollen wir überall suchen, nicht nur in Hamburg.

Welche sozialen Projekte würden Sie auf St. Pauli gerne umgesetzt sehen?

Bedarf und Ideen gibt es dafür sicher reichlich. Aber wir möchten mit KIEZHELDEN niemandem unsere eigenen Vorhaben aufdrücken. Im Gegenteil: Wir sehen es als unsere Aufgabe, guten Ideen eine Plattform zu bieten, damit sie möglichst viele Menschen erreichen und zum Mithelfen bewegen können.

Beschreiben Sie abschließend St. Pauli mit 2 Worten.

kontrastreich & kreativ

 

 


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