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re:publica: Digitaler Klimaschutz

Christian Appel von LichtBlick auf der re:publica zum Thema "Dezentral, vernetzt und nachhaltig - Ideen für eine bessere Klimawelt" am 02.05.2016 auf der re:publica in Berlin. Foto: re:publica/Jan Zappner CC BY 2.0
Christian Appel von LichtBlick auf der re:publica zum Thema „Dezentral, vernetzt und nachhaltig – Ideen für eine bessere Klimawelt“ am 02.05.2016 auf der re:publica in Berlin. Foto: re:publica/Jan Zappner CC BY 2.0

Der WWF und LichtBlick haben auf der re:publica, der wichtigsten Internetkonferenz Europas, die vom 2. bis 5. Mai in Berlin stattfindet, mit spannenden Podiumsgästen aus den Bereichen Energie, Mobilität, Ernährung und Stadtentwicklung sowie 250 Zuschauern diskutiert, ob die Digitalisierung einen Beitrag zum Klimaschutz leisten kann.

Energieversorgung wird digital

„Die Digitalisierung der Energieversorgung ist die Voraussetzung für 100% Ökostrom“, sagt Christian Appel, Forschungs- und Entwicklungsleiter bei LichtBlick. „Nur so können die volatilen Erneuerbaren mit Speichern und Verbrauchern vernetzt, optimiert und gesteuert werden, so dass wir zu jeder Zeit eine sicher Stromversorgung haben. Die Lösung für diese Herausforderungen ist der von LichtBlick entwickelte SchwarmDirigent – eine einzigartige IT-Plattform im Energiemarkt.“ Dass in diesem Fall die Digitalisierung einen entscheidenden Beitrag für den Klimaschutz bietet, ist für Christian Appel offensichtlich. Immerhin werden so fossile Energieträger, die einen hohen CO2-Ausstoß haben durch klimafreundliche erneuerbare Energien ersetzt.

Schubumkehr in der Mobilität

Auch Autos fahren in Deutschland noch fast ausschließlich mit Verbrennungsmotoren, mit entsprechendem CO2-Ausstoß. „So wie bisher kann es nicht weitergehen“, sagt der Mobilitätsforscher Prof. Stefan Rammler. „Wir brauchen in der Mobilität eine Schubumkehr.“ Er ist überzeugt, dass die Mobilitätswende als Teil der Energiewende kommen muss, allerdings muss sie die verschiedenen Verkehrsträger intelligent miteinander vernetzten. Ein schlichter Ersatz von Autos mit Verbrennungsmotor durch Autos mit Elektroantrieb ist bei weitem nicht ausreichend. „Verkehrsmittel müssen sinnvoll miteinander verknüpft werden und auf den individuellen Verkehr sollte – wo möglich – verzichtet werden. Um einen Klimaeffekt zu erbringen muss der Strom für die Elektromobilität jedenfalls aus erneuerbaren Energien kommen“ führt Prof. Stefan Rammler aus.

Weniger Fleisch ist besser fürs Klima

Nadine Kuhla von Bergmann, Marco Vollmar, Christian Appel und Stephan Rammler zum Thema "Dezentral, vernetzt und nachhaltig - Ideen für eine bessere Klimawelt" am 02.05.2016 auf der re:publica in Berlin. Foto: re:publica/Jan Zappner CC BY 2.0
Marco Vollmar, Stephan Rammler, Carola Strassner, Nadine Kuhla von Bergmann, Christian Appel und zum Thema „Dezentral, vernetzt und nachhaltig – Ideen für eine bessere Klimawelt“ am 02.05.2016 auf der re:publica in Berlin. Foto: re:publica/Jan Zappner CC BY 2.0

Die Erzeugung von Lebensmittel ist ein wichtiger Faktor unseres Klima-Fußabdrucks. Ob durch die Digitalisierung, die auch im Bereich Ernährung auf allen Ebenen Einzug hält, ein Klimabeitrag geleistet werden kann, steht allerdings noch aus. „Die einfachste Maßnahme durch die Ernährung einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten, ist weniger Fleisch zu essen“, führt die Ernährungswissenschaftlerin Prof. Carola Strassner aus. Spannende Entwicklungen, wie die gemeinschaftliche Landwirtschaft, bei denen Menschen sich lokal zusammentun und sich einen Landwirt ‚teilen‘ nutzen natürlich digitale Plattformen. „Die CO2-Bilanz ist leider auch für lokal erzeugte und in der Gemeinschaft verteilte Erzeugnisse nicht unbedingt besser, weil der Verbraucher meist doch mit dem Auto auf den Hof fährt“, sagt Prof. Carola Strassner weiter. Andere, umweltfreundliche Liefer- oder Abholmöglichkeiten, zum Beispiel mit dem Fahrrad oder dem Elektroauto könnten hier Abhilfe schaffen.

Mit den Menschen planen

„Egal ob im Energie- im Mobilitäts- oder im Ernährungsbereich, der Mensch steht wieder mehr im Mittelpunkt“, so die Stadtplanerin Nadine Kuhla von Bergmann „Unsere Aufgabe ist es, mit den Menschen zu planen und nicht an ihren Bedürfnissen vorbei.“ Die Digitalisierung bietet die Möglichkeit, rascher und besser über Entwicklungen zu informieren und so eine Mitwirkung der Bevölkerung zu gewährleisten.

Fazit auf der re:publica

Die Digitalisierung bietet also Möglichkeiten, den Klimaschutz voranzubringen, ist aber kein Allheilmittel. „Stellen Sie sich nur vor, dass der Mensch, der im selbstfahrenden digitalisiertem Auto jetzt plötzlich mehr Zeit zum Konsumieren hat. Schon haben wir einen klassischen Reboundeffekt und nichts für die Umwelt erreicht“, merkt Prof. Stefan Rammler an. Zudem darf durch den digitalen Klimaschutz der Datenschutz nicht vergessen werden.

In kurzen Videos haben wir die wichtigsten Statements unserer Podiumsteilnehmer festgehalten.

 


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