LICHTBLICKER

Mit Kamera und Gummistiefeln im LichtBlick-Regenwald

10.000 Kilometer liegen zwischen unserer LichtBlick-Zentrale in Hamburg und dem Regenwald-Schutzgebiet im Intag in Ecuador. Ausgerüstet mit einer Kamera, einem kleinen Rucksack und Gummistiefel mache ich mich auf, um unser LichtBlick-Projektgebiet zu besuchen.

10.000 Fußballfelder oder die Hälfte von Sylt

Zusammen mit „Geo schützt den Regenwald e.V.“ und der lokalen Organisation DECOIN schützen wir seit 2005 Bergnebelwaldgebiete in der Intag-Region. Pro LichtBlick-Kunde und Monat einen Quadratmeter. Heute ist das Gesamtgebiet bereits über 10.000 Fußballfelder groß – oder ungefähr halb so groß wie Sylt. Jeden Monat wächst das Gebiet um etwa 100 neue Fußballfelder.

Von Quito in die Intag-Region

Von der Hauptstadt Quito trete ich meine Reise in die Intag-Region an. Der erste Stopp – Otavalo – eine bunte Stadt im Hochland, in der die Zeit noch anders tickt, als in der Metropole Quito. Von dort aus geht es mit dem Bus weiter. Wir fahren über enge, windige Straßen. Der Nachmittag bringt den Nebel mit sich, der sich wie ein dicker Schleier über die Abgründe legt. Ich wundere mich, wie der Busfahrer den Weg erkennen kann. Aber gleichzeitig bin ich auch erleichtert, dass mir die Natur die Sicht auf die wahren Straßenverhältnisse verwehrt.

Otavalo ist eine bunte Stadt im Hochland, Foto: Mara Berg
Otavalo ist eine bunte Stadt im Hochland, Foto: Mara Berg

Eine angenehme Stille macht sich breit

Nach zwei Stunden erreichen wir das Intag-Gebiet. Wir befinden uns dort auf etwa 2.000 Metern, das Klima ist feucht und die Landschaft atemberaubend. Eine angenehme Stille ist spürbar. Handyempfang, Fernsehen und Internet sind hier rare Güter.

Mit dem Motorrad über holprige Pisten

In den nächsten Tagen mache ich mich auf in die Projektgebiete. Mit dem Motorrad fahren wir über holprige, enge Pisten und durch kleine Dörfer. Milton, der bereits seit Jahren für DECOIN die Wälder schützt, zeigt mir ein Wiederaufforstungsprojekt in der Gemeinde Irubí. In einer Baumschule werden Setzlinge gezüchtet, die mehrmals im Jahr in die Gebiete gebracht und dort groß gezogen werden.

Über holprige Wege ging es mit dem Motorrad, Foto: Mara Berg
Über holprige Wege ging es mit dem Motorrad, Foto: Mara Berg

Es entsteht neues Leben

Zwei Stunden Fußmarsch und zwei Flußüberquerungen später kommen wir im Wiederaufforstungsgebiet an. Hier werde ich Zeuge von Miltons Arbeit. Regelmäßig kommen Milton und seine Mitarbeiter in die Gebiete und schauen nach den Pflanzen. Es ist eine anstrengende, mühselige Arbeit. Einige der Pflanzen und Bäume gedeihen und verleihen den Gebieten neues Leben. Andere sind für das Klima und die Wachstumsbedingungen nicht gemacht. Es ist ein stetiger Lernprozess, der Milton und seine Mitarbeiter bei der Wiederaufforstung begleitet.

Die Gebiete werden wiederaufgeforstet, Foto: Mara Berg
Die Gebiete werden wiederaufgeforstet, Foto: Mara Berg

Vernebelte Sicht

Im Gebiet sieht man den Nebel, der sich ab dem Nachmittag von den Hängen senkt besonders gut. Es wird kalt und auf dem Rückweg sind die Straßen kaum noch zu erkennen. Doch Milton versichert mir, dass das Motorrad den Weg zurück auch alleine findet.

Gemeinden werden Eigentümer

Am nächsten Tag besuche ich mit Silvia, Präsidentin der Organisation DECOIN, und Armando, dem Waldvermesser, weitere Gebiete. Sie zeigen mir einige der Flächen, die mit Hilfe von LichtBlick bereits gekauft wurden. Silvia erklärt mir, dass sie versuchen zusammenhängende Flächen zu kaufen, damit biologische Korridore entstehen. Nach dem Kauf wandern die Gebiete in den Besitz von Gemeinden, die dann für deren Schutz verantwortlich sind.

Jeden Quadratmeter erfassen

Die meisten Grenzen der Gebiete sind für mein Auge nicht zu erkennen. Doch Armando der Landvermesser für DECOIN weiß, wo diese liegen. Er ist die Gebiete zu Fuß abgelaufen, um vor dem Kauf die genaue Größe zu bestimmen. Manchmal dauert es Wochen oder sogar Monate bis er diese Aufgabe erledigt hat. Denn die Gebiete sind zum Teil schwer zu durchdringen und auch der Wettergott spielt nicht immer mit.

“Tierische“ Begegnungen

Als ich höre, welche Tiere in den Gebieten leben, bin ich umso beeindruckter. Von Bären, Pumas, Gürteltieren und vielen Vogelarten ist alles dabei. Ich kann mich nicht entscheiden, ob mich die körperliche Arbeit der Vermessung mehr fasziniert oder die Tiere, die Armando bei seiner Arbeit bereits angetroffen hat.

Die Menschen sind stolz auf ihre Arbeit

Die Landschaft der Intag-Region ist atemberaubend, Foto: Mara Berg
Die Landschaft der Intag-Region ist atemberaubend, Foto: Mara Berg

Der Schutz der Wälder ist lebensnotwendig für die Gemeinden – denn durch den Erhalt der Wälder werden auch wertvolle Wasserquellen geschützt. Ich spüre den Stolz der Menschen vor Ort. Sie freuen sich eine Arbeit zu leisten, die essentiell für ihre Mitmenschen und die Natur ist. Sie blicken erwartungsvoll in die Zukunft und halten stets die Augen offen für neue Flächen, die bald geschützt werden können.

Mit ein bisschen Glück ein bisschen Netz

Um in das kleine Dorf Peñaherrera zurück zu kommen, kämpfen wir uns mit dem Motorrad steile Hänge hinauf. Hinter uns ragen die Berge in beeindruckende Höhe. Als wir an der Stadtgrenze ankommen, sehe ich einen Mann, der kurz vor dem Abgrund eine kleine Stelle gefunden hat, wo immerhin ein schwacher Handyempfang möglich ist.

Ein Abschied mit gutem Gewissen

Ich verlasse das Gebiet mit dem Wissen, dass die Menschen vor Ort sich mit voller Leidenschaft für den Regenwald und die Artenvielfalt einsetzen. Sie wissen, dass die Natur die wichtigste Grundlage des Lebens ist. Dieses Wissen reichen sie an die nächsten Generationen weiter, damit diese ihre Aufgabe weiterführen. Ich bin beeindruckt und freue mich, dass wir LichtBlicker einen wichtigen Beitrag zum Erhalt dieser Natur leisten.


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2 Kommentare

  • ralph munz sagt:

    10. Fussballfelder oder ca. 7140 ha. klingt ja nicht schlecht ist, aber doch in Wahrheit so etwas wie ein Mückenschiss in den Regenwald. Oder vielleicht ein Lichtblick-Hirnpuups?

    Ich finde das ehrlich gesagt keine besonders engagierte Leistung von Lichtblick – und das bei 1 Million Kunden!

    Und was soll denn ein Naturschutzgebiet mit Stacheldraht?- vergleicht doch mal das Bild aus Eurem Newsletter. Da hat wohl die Werbung gepennt und versehentlich die Wahrheit veröffentlicht.

    Ein bisschen mehr Substanz und echte Leistung fände ich angebrachter, als die Gehirnwäsche die Lichtblick nun „Unternehmenskommunikation“ nennt und die Kunden verdummt.

    Irgendwie für mich alles ein Grund über einen Wechsel des Stromlieferanten nachzudenken.


    • Anke Blacha | LichtBlick Autorin antwortet:

      Hallo Herr Munz,

      wir verstehen Ihre Kritik leider nicht wirklich. Eine Fläche von 10 Fußballfeldern mag gesehen auf die Gesamtfläche des ecuadorianischen Regenwaldes nur eine kleine Fläche sein. Doch jeder Quadratmeter der geschützt werden kann, der nicht mehr gerodet werden kann, ist ein wichtiger Quadratmeter – für die Umwelt, für die Bevölkerung vor Ort und die nächsten Generationen. Vor Kurzem war Carlos Zorrilla, der Leiter der regionalen Organisation DECOIN, mit der wir das Projekt umsetzen, hier. Er hat eindrücklich geschildert wie wichtig der Schutz der Regenwälder und die Umweltbildung in den Schulen ist, die wir mit dem Projekt parallel fördern. Meine Kollegin hat zudem in den Gesprächen vor Ort erfahren, mit wie viel Engagement sich die Bewohner der Intag-Region für den Schutz der Wälder einsetzen und wie stolz sie sind, einen Beitrag für deren Schutz und Wiederaufforstung zu leisten.
      Wir können Ihre Kritik an den Bildern nicht ganz nachvollziehen – das Bild im Newsletter und im Blog ist das Gleiche. Die von den LichtBlickern geschützten Wälder grenzen an ein größeres Naturschutzgebiet. Sie sind somit gewissermaßen eine Pufferzone. Das bedeutet nicht, dass sie von der Bevölkerung vor Ort nicht betreten werden dürfen oder dass bestimmte Gebiete nicht umzäunt werden können.
      Wir arbeiten bei diesem Projekt mit „GEO schützt den Regenwald“ und DECOIN zusammen, monatlich bekommen wir Berichte aus dem Regenwaldgebiet, die die LichtBlicker transparent auf unserer Webseite einsehen können und Frau Danulat von „GEO schützt den Regenwald“ fährt regelmäßig in die Region, um sich ein Bild vor Ort zu machen. Sie können sich also sicher sein, dass dieses Projekt nachhaltig und langfristig angelegt ist – wir engagieren uns bereits seit 10 Jahren für den Schutz der Regenwälder im Intag-Gebiet.

      Viele Grüße
      Anke Blacha


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