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Regenwald-Wasserfall voller Überraschungen

Seit mehr als zehn Jahren stellt LichtBlick gemeinsam mit seinen Kunden Regenwaldgebiete in Ecuador unter Schutz. Wir arbeiten hierfür mit GEO schützt den Regenwald und der lokalen Organuisation DECOIN zusammen. Carlos Zorrilla von DECOIN berichtet regelmäßig über wichtige, spannende und neue Themen aus dem Regenwald. Zum Jahresabschluss gibt er uns einen Einblick, wie vilefältig der Regenwald ist – einer der vielen Gründe die Wälder unter Schutz zu stellen.

Der Regenwald ist ein einzigartiges und vor allem schützenswertes Ökosystem, Foto: GEO schützt den Regenwald
Der Regenwald ist ein einzigartiges und vor allem schützenswertes Ökosystem, Foto: GEO schützt den Regenwald

Immer wieder was Neues zu entdecken

Mein Zuhause ist nur zehn Minuten zu Fuß von einem wunderschönen 20 Meter hohen Wasserfall entfernt. Fast jeden Tag mache ich einen Spaziergang dorthin und nie verlasse ich das Haus ohne Kamera. Von allem, was ich entdecke, mache ich Bilder. Nun könnte man meinen, dass ich als routinierter Naturbeobachter nach fast vier Jahrzehnten nichts Neues mehr vorfinde. In einem anderen Ökosystem wäre das möglich. Aber nicht im Nebelwald von Intag, wo ich lebe und arbeite.

Artenvielfalt im Regenwald

Vor ein paar Tagen sah ich an der Kaskade zum Beispiel eine Eidechse, die mir im Wald um mein Haus vorher nie begegnet war. Zwei Tage vorher habe ich eine neue Art von Laubheuschrecke fotografiert. Meiner Meinung nach ist sie der Wissenschaft bislang unbekannt. In diesem Jahr habe ich auch Lurche gesehen, die mir in früheren Jahren entgangen sind, und das gleiche gilt für Nachtfalter-Arten. Diese ungewöhnliche Artenvielfalt beruht auf der Lage von Ecuador in den Tropen, auf den riesigen Höhenunterschieden und verschiedenen Niederschlagsmustern im Land. Ecuador ist so interessant, dass jeder einzelne Spaziergang durch den Wald aufs Neue Freude macht!

Spitze in Artenvielfalt und -Gefährdung

Aus den genannten Gründen gehört Ecuador zu den 17 „mega-vielfältigen“ Ländern der Erde. Beispielsweise gibt es hier mehr Orchideen- und Kolibri-Arten als selbst in Brasilien – das 32 Mal größer ist. Doch in der Andennation Ecuador sind auch mehr Pflanzen- und Tierarten gefährdet als in jedem anderen Land der Erde: Laut der neuesten Statistik sind 2.306 Arten sogar vom Aussterben bedroht – mehr als in Brasilien, Mexiko und den USA. Dafür verantwortlich sind vor allem Abholzung und Erosion. Die Tatsache, dass die ecuadorianischen Ökosysteme in den Tropen zu denen gehören, die am besten untersucht worden sind, macht es natürlich leichter, Verluste von Arten zu dokumentieren.

Zu den bedrohten Tieren zählen alleine 174 Arten von Amphibien, Froschlurchen. Und das bringt mich zu einer Kröte, die im März 2016 wiederentdeckt worden ist.

Der Langnasen-Stummelfuß lebt!

Klein und unschienbar - und galt jahrelang als ausgestroben: Die Langnasen-Stummelfuß-Kröte, Foto: Carlos Zorrilla
Klein, unscheinbar – und galt jahrelang als ausgestorben: Die Langnasen-Stummelfuß-Kröte, Foto: Carlos Zorrilla

Bis die Daten auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN aktualisiert werden, gilt die Langnasen-Stummelfuß-Kröte (lateinischer Artname: Atelopus longirostris) als ausgestorben. Der Name ist schon merkwürdig für eine Kröte. Das Tier ist nur 35 Millimeter lang von der „Nasenspitze“ bis zum Hinterteil. Doch als man es nach 27 Jahren erstmals wieder zu Gesicht bekam, war das eine großartige Nachricht für die Biologen, die mit dem Artensterben der Amphibien befasst sind. Besonders, weil dies weltweit der einzige Ort ist, wo diese Krötenart gesichtet worden ist.

Die Langnasen-Stummelfuß-Kröte hat ein Experte entdeckt, den DECOIN angeheuert hatte, um einen Artenkatalog für das Waldschutzgebiet der Gemeinde Junín zu erstellen. Dieser Wald – den DECOIN 1998 gekauft und als Gemeindewald unter Schutz gestellt hat – ist durch ein großes Kupferbergbau-Vorhaben in seinem Erhalt gefährdet.

Danke an alle LichtBlicker

Der Fund unterstreicht die Bedeutung von Waldschutz in diesem Hotspot der Artenvielfalt, zu dem die Intag-Region gehört – und die Unterstützung durch LichtBlick, im Intag so viel Wald und Tier- und Pflanzenarten zu erhalten wie irgend möglich.

Sie, die LichtBlick-Kunden, helfen mit, den kostbaren Nebelwald zu erhalten. Während ich diesen Bericht schreibe, ist das Team von DECOIN damit befasst, die Dokumentation  für drei neue Waldschutzgebiete abzuschließen. Damit Arten wie der Langnasen-Stummelfuß und zahllose andere weiterhin eine Chance zum Überleben haben.

Herzlichen Dank für Ihr Engagement und alles Gute zum Jahreswechsel,

Carlos Zorrilla

 

Jeden Monat senden uns unsere Kooperationspartner von „Geo schützt den Regenwald e.V.“ einen aktuellen Bericht zur Lage in unserem gemeinsamen Regenwaldprojekt zu. Die Berichte veröffentlichen wir regelmäßig hier auf unserer Internetseite.

 


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