LICHTBLICKER

Regenwald-Projekt: Referendum stärkt Umweltschutz

Seit mehr als zehn Jahren schützen wir von LichtBlick gemeinsam mit unseren Kunden Regenwald-Gebiete in Ecuador. Regelmäßig berichtet Carlos Zorrilla, unser lokaler Ansprechpartner für unser Regenwaldschutz-Projekt in Ecuador, über aktuelle Themen und Ereignisse aus dem Intag-Gebiet. Diesen Monat geht es um ein Referendum in Ecuador, das auch Auswirkungen auf unser Schutzprojekt hat.

Neue Verfassung: Gutgemeint ist noch nicht gut gemacht

Diese Verfassung sollte 300 Jahre ihre Gültigkeit behalten, die 20. Verfassung des Landes, die 2008 bewilligt wurde. Und sie wurde auf der ganzen Welt gefeiert für ihre Fortschrittlichkeit. Beispielsweise war es die erste Verfassung, die der Natur Rechte garantierte und den Ecuadorianern das Recht auf ein „gutes Leben“. Doch statt 300 dauerte es nur drei Jahre bis die damalige Regierung es für notwendig erachtete, die Verfassung zu reformieren.

So geschehen 2011, als Präsident Rafael Correa die Mitbürger des Landes im Rahmen einer Volksabstimmung aufforderte, fünf Änderungen an der Verfassung vorzunehmen. Eine davon betraf die Aufhebung der maximalen Amtsdauer von Regierungsvertretern. Ironischerweise hatten sich gerade Correa und seine Parteigenossen während der Entstehungsphase der Verfassung für maximale Amtszeiten eingesetzt. Ein weiterer Aspekt über den abgestimmt wurde, betraf einen Vorschlag, welcher der Regierung mehr direkte Kontrolle über die Rechtsprechung geben sollte. Die damalige Zustimmung zu den Änderungsvorschlägen bedeutete das Ende der Gewaltenteilung in Ecuador. Es begann eine Zeit der staatlichen Unterdrückung von jedem, die die Machthaber, oder deren Vorgehensweise, in Frage stellte. Insgesamt wurden damals zehn Fragen zur Abstimmung gestellt.

Mit dem neuen Referendum werden Menschenrechte, Umwelt- und Klimaschutz wieder mehr geachtet, Regenwald Foto: Carlos Zorrilla
Mit dem neuen Referendum werden Menschenrechte, Umwelt- und Klimaschutz wieder mehr geachtet, Foto: Carlos Zorrilla

Neues Referendum 2018

Der neue Regierungschef, Lenín Moreno, der unter der Regierung Correa einige Zeit als Vizepräsident agierte, begann seine Amtszeit Anfang 2017 und verließ die Alianza País-Partei seines Vorgängers. Und mitten in einem riesigen Korruptionsskandal, der Correas letzten Vizepräsident ins Gefängnis brachte, stellte er im Volk Verfassungsänderungen zur Abstimmung. Einige davon hatten zum Ziel, Änderungen von 2011 wieder rückgängig zu machen – darunter die Amtszeiten, die aufs Neue begrenzt werden sollten.  Die Volksabstimmung 2018 wurde vielfach als Test für Correas Popularität gesehen, die gegen Ende seiner Amtszeit sehr unter Korruptionsskandalen gelitten hatte. Vor allem wegen dieser Skandale löste die Lobbytätigkeit von Correa im Land eine große Ablehnungswelle aus.

Und so wurden die begrenzten Amtszeiten der gewählten Volksvertreter wiedereingeführt.

Erfolg für Umweltschutz und Regenwald

Darüber hinaus ging es um wichtige Themen, wie den „ökologischen Fußabdruck“ der Erdölgewinnung im Yasuní Nationalpark und die Erweiterung der „Sperrzone“, in denen Indigene, also Indianervölker, in freiwilliger Isolation leben. Eine andere Schlüsselfrage, besonders wichtig für uns in der Intag-Region, bezog sich darauf, ob der Metall-Bergbau begrenzt werden sollte. Von den sieben zur Abstimmung gestellten Reformen war es ausgerechnet diese, die die größte Unterstützung erhielt – mehr sogar als Yasuní! Und in Intag war die Zustimmung zu dieser Reform noch höher als im nationalen Durchschnitt.

Während sich die Begrenzung des Bergbaus eigentlich nur auf Nationalparks und städtische Gebiete bezog, interpretierten viele Menschen im Land dies als wichtigen Schritt dahingehend, Ecuador eines Tages frei von großen Bergbauprojekten zu machen. Vor allem hat das Referendum den Bergbau ins Rampenlicht gerückt, mehr als jemals zuvor. Und obwohl uns klar ist, dass das Licht am Ende des Tunnels kein starkes ist, ist es dennoch ein Licht.

Jeden Monat senden uns unsere Kooperationspartner von „Geo schützt den Regenwald e.V.“ einen aktuellen Bericht zur Lage in unserem gemeinsamen Regenwaldprojekt zu. Mehr zum LichtBlick Regenwald-Projekt finden Sie auf unserer Webseite.


Zurück zur Übersicht »

Artikel kommentieren


Ich habe die Datenschutzhinweise von LichtBlick, insbesondere die Hinweise zur Kommentarfunktion und dem dort erläuterten Zweck der Datenverarbeitung gelesen und bin damit einverstanden, dass meine Daten zu diesem Zweck gemäß der Datenschutzerklärung verarbeitet werden. Diese Einwilligung kann jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen werden. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Bei Fragen zum Datenschutz wenden Sie sich bitte an datenschutz@lichtblick.de.