LICHTBLICKER

Regenwald-Partner erhält Auszeichnung

Seit mehr als dreizehn Jahren schützen wir Regenwaldflächen in Ecuador – pro Kunde und Monat stellen wir einen Quadratmeter Regenwald unter Schutz. Regelmäßig berichtet Carlos Zorrilla von DECOIN, unserem Partner vor Ort, über Aktuelles aus der Intag-Region. Diesmal denkt er zurück an eine Auszeichnung, die DECOIN 2017 verliehen wurde.

Carlos Zorrilla von DECOIN freute sich bei der Auszeichnung vor allem über den Austausch mit den anderen Gewinnern, Foto: Carlos Zorrilla
Carlos Zorrilla von DECOIN freute sich bei der Auszeichnung vor allem über den Austausch mit den anderen Gewinnern, Foto: Carlos Zorrilla

Verleihung des Äquator-Preises

Bald ist es ein Jahr her, dass die „Äquator-Initiative„, die Teil des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen ist, uns per E-Mail informiert hat, dass DECOIN unter mehr als 800 Organisationen aus 120 Ländern für die Verleihung des Äquator-Preises auserwählt worden war. Als eine von nur 15 Organisationen, die den Preis im vergangenen Jahr erhielten. Der Preis wird alle zwei Jahre verliehen und ist mit 10.000 US-Dollar dotiert.

Ich kann mich sehr genau daran erinnern, dass ich beim Lesen dieser Mail so überrascht war, dass ich nur „Wow!“ zurückschreiben konnte. Zum Glück fragten sie nach, ob ich den Inhalt der Nachricht verstanden hatte, und erst dann konnte ich es wirklich glauben.

Der Preis ist von großer Bedeutung für uns. Weniger des Geldes wegen – das ist schön, aber nicht ausschlaggebend. Was aber wirklich zählt, ist die Anerkennung für unsere Arbeit, die mit dem prestigeträchtigen Preis verbunden ist.

Auszeichnung für Naturschutz und Armutsbekämpfung

Der Preis wird so auf der Webseite beschrieben:

…wird alle zwei Jahre verliehen, um herausragende Bemühungen von Gemeinschaftsinitiativen zu würdigen, die Armut mittels Erhalt und nachhaltiger Nutzung der biologischen Vielfalt bekämpfen

Vermutlich ist DECOIN besser dafür bekannt, Wälder, Wassereinzugsgebiete und Artenvielfalt zu schützen, und dafür, Bergbauunternehmen zu bekämpfen. Seit 23 Jahren (die sich eher wie 50 Jahre anfühlen!) sind wir damit Vollzeit beschäftigt. Doch ein anderer, weniger bekannter Aspekt unserer Arbeit ist die Förderung der nachhaltigen Nutzung von natürlichen Ressourcen.

Beispielsweise haben wir den ersten ökologischen Gemeindetourismus in Intag initiiert und 1998 die „Río Intag- Kaffeekooperative“ gegründet. Beides entstand als Reaktion auf die Bedrohung durch ein groß angelegtes Bergbauprojekt. Leider wurde dieses Vorhaben vor kurzem durch die ecuadorianische Regierung wiederbelebt und bedroht die Intag-Region mehr als je zuvor. In Otavalo haben wir einen Fair Trade-Laden geschaffen, um die Produzenten aus Intag bei der Vermarktung ihrer Produkte zu unterstützen. Ich bin froh, dass all diese Initiativen noch immer funktionieren.

Der Big Apple

Zurück zum Preis. Zur Auszeichnung gehörte eine Reise für zwei Personen zur Verleihung in New York. So kam es, dass die Präsidentin von DECOIN Silvia Quilumbango, und ich uns vergangenen September in einem wunderschönen Theater im Big Apple zur offiziellen Preisverleihung wiederfanden. Gemeinsam war wir mit den übrigen Vertreterinnen und Vertretern von 14 Gruppen aus Afrika, Asien, sowie Zentral- und Südamerika dort.

Vor der Zeremonie verbrachten wir den größten Teil der Woche mit den Preisträgern, bereiteten uns auf das Ereignis vor, teilten die Geschichten von unserer Arbeit und unsere Träume. Während dieser viel zu kurzen Tage haben wir uns untereinander ausgetauscht und halten die entstandene Verbindung bis heute mittels einer Whatsapp-Gruppe aufrecht. War das klasse? Und ob! Der inspirierendste und wichtigste Aspekt der Preisverleihung war, diese Helden aus allen Ecken der Erde kennenzulernen, die alles dafür tun, dass unser Lebensstil nachhaltig ist und unsere Erde geschützt wird. Die spezielle Verbindung zwischen uns konnten die Organisatoren nicht dokumentieren, doch wenigstens gibt es ein kurzes Video über den Preis.

Equator Prize 2017 Highlights from Equator Initiative on Vimeo.

Regenwaldschutz dank LichtBlick

Einer der Hauptgründe für die Nominierung von DECOIN für den Preis ist unsere Schaffung von über 40 Wassereinzugsgebieten und Schutzwäldern, die jetzt in Besitz von Gemeinden und Lokalregierungen sind. Eine Naturschutzinitiative, die seit den vergangenen 13 Jahre durch LichtBlick finanziert wird. Ein anderer Grund ist der 23 Jahre andauernde Kampf gegen großflächige Bergbauvorhaben in Intag. Der Bergbau würde einen großen Teil der im Intag verbleibenden Wälder bedrohen, auch die Wassereinzugsgebiete, die diese schützen, und hunderte von bedrohten Tier- und Pflanzenarten, die dort ihr Zuhause haben.

Es ermutigt mich, dass ein Programm der Vereinten Nationen es wagt, eine Organisation zu ehren, die direkt und aktiv eine der großen und mächtigen Industrien bekämpft. Der Bergbauindustrie kann das nicht recht gewesen sein. Doch ich glaube es zeigt, wie ernst der Zustand unseres Planeten ist und, dass die Zeichen endlich auf Veränderung stehen. Und deshalb bin ich froh, dass wir den Rest der Welt auf unsere Arbeit aufmerksam machen konnten.

 

Jeden Monat senden uns unsere Kooperationspartner von „Geo schützt den Regenwald e.V.“ einen aktuellen Bericht zur Lage in unserem gemeinsamen Regenwaldprojekt zu. Mehr zum LichtBlick Regenwald-Projekt finden Sie auf unserer Webseite.


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