LICHTBLICKER

Umweltbildung ist der Schlüssel zum Erfolg

Seit 10 Jahren schützen wir mit „Geo schützt den Regenwald e.V.“ und DECOIN Waldflächen in Ecuador. Heute beträgt die unter Schutz gestellte Fläche bereits 5.500 Hektar– pro LichtBlick-Kunde und Monat einen Quadratmeter. Der Leiter unserer Partnerorganisation DECOIN, Carlos Zorilla, hat uns in Hamburg besucht und aus erster Hand über das Projekt berichtet.

Das Regenwaldschutz-Projekt gibt es bereits seit 10 Jahren. Wie ist die Idee dazu entstanden?

Eine Mitarbeiterin von „Geo schützt den Regenwald“ hat mich vor 10 Jahren auf meiner Farm in Santa Rosa in der Intag-Region besucht. Sie hatte von der Arbeit der Organisation DECOIN gehört und war auf der Suche nach einem Partner. Wir haben uns unterhalten und überlegt wie wir zusammenarbeiten könnten. Das war der Anfang des Projektes…

Wir wollten mehr  bedrohte Wälder in der Intag-Region schützen

Was hat Sie damals motiviert das Projekt anzustoßen?

Für uns war es eine Chance noch mehr der bedrohten Wälder in der Intag-Region zu schützen. Mit dem Projekt konnten wir die Bewohner stärker für die Besonderheit unserer einzigartigen Natur sensibilisieren. Es war ein Türöffner für uns, um mit den Gemeinden zu sprechen. Das hat uns besonders motiviert.

Über 10.000 Fußballfelder Regenwald stehen bereits unter Schutz, Foto: Mara Berg
Über 10.000 Fußballfelder Regenwald stehen bereits unter Schutz, Foto: Mara Berg

Welche  Meilensteine gab es im Verlauf des Projektes?

Wir können unsere Leistung der letzten Jahre in messbare und nicht messbare Arbeit aufteilen. Messbar sind zum Beispiel die 5.500 Hektar Waldfläche, die wir bereits geschützt haben. Aber ich denke, dass gerade die Dinge, die wir nicht messen können eine besondere Relevanz haben. Dazu zähle ich, dass wir das Bewusstsein für die Natur in der Intag-Region stärken konnten. Das ist sehr wichtig, damit das Projekt funktioniert.

Die Bürokratie ist unsere größte Hürde

Gab es Schwierigkeiten oder Hürden, die im Verlauf des Projektes aufgetreten sind?

Die Bürokratie, hier in Ecuador ist unsere größte Hürde. Manchmal fehlen auch wichtige Papiere für den Kauf der Gebiete oder es treten rechtliche Schwierigkeiten auf. Auf der anderen Seite gibt es auch Gemeinden, die uns praktisch anbetteln gewissen Flächen zu kaufen, aber wir haben zu dem Zeitpunkt keine Gelder dafür. Wir wissen dann, dass diese Waldflächen verkauft werden und sehr wahrscheinlich nicht unter Schutz gestellt werden. Solche Situationen sind natürlich schwierig für uns.

Ein informelles Überwachungssystem stellt den Schutz der Gebiete sicher

Die Gemeinden sind für den Schutz der Flächen verantwortlich. Wie stellen sie deren Schutz sicher?

Die Gemeindemitglieder wohnen in der Nähe der Gebiete. Man kennt sich untereinander und man respektiert die geschützten Flächen. Wenn also jemand unberechtigter Weise in die Schutzgebiete eindringt, bekommen die Bewohner das mit. Das wird dann dem Präsidenten der Gemeinde gemeldet oder die Person wird von den Gemeindemitgliedern direkt angesprochen. Es entstehen sozialer Druck und eine Art informelles Überwachungssystem. So was findet man nicht häufig. Da können Sie sich sicher sein.

Könnte dieses Projekt auch als Modell für andere Länder dienen?

Carlos Zorrilla erzählt von der Arbeit in Ecuador, Foto: LichtBlick
Carlos Zorrilla erzählt von der Arbeit in Ecuador, Foto: LichtBlick

Ich denke schon. Über die Jahre haben wir viel gelernt über das Projekt. Wir konnten viele Probleme lösen, die während unserer Arbeit aufgetreten sind. Es funktioniert, ist effizient und die Leute vor Ort begeistern sich für den Schutz der Wälder. Solange man einen Ort findet wo es Gemeinden und Wälder gibt, kann es funktionieren. Ich wüsste nicht was dagegen sprechen sollte.

Umweltbildung ist Schüssel für Erfolg

Was wünschen Sie sich für die Zukunft des Projektes?

Ich wünsche mir, dass wir die Gebiete weiter ausdehnen und dass wir mehr Gelder in Umweltbildung investieren. Wir müssen auch die nächsten Generationen nachhaltig überzeugen, dass die Wälder geschützt werden müssen. Denn das ist der Schlüssel für unseren Erfolg.

Das Interview führte Mara Berg aus der Unternehmenskommunikation von LichtBlick.


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