LICHTBLICKER

Post für unsere Kunden: Steigende und sinkende gesetzliche Abgaben

Ist die Energiewende schuld am steigenden Strompreis, Foto: AlexanderStein, pixabay
Ist die Energiewende schuld am steigenden Strompreis, Foto: AlexanderStein, pixabay

Unsere Kunden bekommen in diesen Tagen einen Brief von uns. Ich habe diesen Brief ehrlich gesagt mit gemischten Gefühlen unterschrieben, denn wir müssen den Preis für LichtBlick-Strom ab 2011 anheben. Es gibt wahrlich erfreulichere Nachrichten als steigende Energiepreise. Wir geben steigende, aber auch sinkende gesetzliche Abgaben weiter – in der Summe ergibt sich aber doch eine Preissteigerung.

Steigende Strompreise

Dabei ist der Grund für diese Entwicklung sehr positiv: Der Anteil an erneuerbaren Energien in Deutschland steigt und steigt und steigt. Im ersten Halbjahr 2010 kam schon fast jede Fünfte Kilowattstunde aus Wind, Sonne, Wasser oder Biomasse. Damit steigt aber auch die Förderumlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG-Umlage). Diese Umlage ist ähnlich einer Steuer und muss von allen Stromkunden in Deutschland gezahlt werden. LichtBlick profitiert von der Förderung nicht, wir geben die Mehrkosten lediglich weiter.

Gleichzeitig sinkt aber auch eine andere Förderung, nämlich die für  effizienten Strom aus Kraft-Wärme-Kopplung (KWK-Umlage). Auch diesen Nachlaß geben wir natürlich weiter.

Wir geben die veränderten Förderabgaben exakt weiter

In dem Brief rechne ich unseren Kunden die Veränderung genau vor: Die EEG-Umlage steigt um 1,483 auf 3,530 Cent netto pro Kilowattstunde. Gleichzeitig sinkt die KWK-Umlage um 0,100 auf 0,030 Cent netto. In Summe ergeben diese beiden Änderungen Mehrkosten von 1,383 Cent netto plus 19 Prozent Mehrwertsteuer, d.h. 1,65 Cent brutto pro Kilowattstunde. Genau um diesen Betrag steigt auch der Kilowattstundenpreis für LichtBlick Strom von bisher 21,99 auf 23,64 Cent. Unser monatlicher Grundpreis bleibt stabil.

Die höhere EEG-Umlage fließt direkt in die ökologische Energiewende. Damit leistet jeder einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. LichtBlick-Kunden beziehen sogar schon heute 100% Ökostrom und haben – anders als die meisten Deutschen – bereits den Ausstieg aus Atom und Kohle vollzogen.

Was ist Ihnen lieber? Die transparente Förderung erneuerbarer Energien oder die verdeckte Subvention von Atom und Kohle?

Oft wird ja kritisiert, die Ökostrom-Förderung sei zu hoch. Dazu muss man allerdings vergleichen, mit welchen Summen andere Energien die Allgemeinheit belasten. Das Forum Ökologisch Soziale Marktwirtschaft in Berlin hat berechnet, dass Kohle und Atom bisher mit über 600 Milliarden Euro oder umgerechnet 15.000 Euro pro Haushalt subventioniert wurden. Da sind die Kosten für die Sanierung der Asse oder die weitere Erkundung von Gorleben noch gar nicht eingerechnet. Ganz ehrlich: Was ist Ihnen lieber? Die transparente Förderung erneuerbarer Energien oder die verdeckte Subvention von Atom und Kohle?

Ich habe unseren Kunden auch Erläuterungen zur Förderung von umweltfreundlichen Energien mitgeschickt, die Sie hier als PDF herunterladen können. 

Gas: Nach zwei Preissenkungen leichte Anhebung

Auch den Preis für LichtBlick-Gas – mit fünf Prozent Biogas-Anteil – müssen wir ab 2011 geringfügig von 5,79 auf 5,99 Cent pro Kilowattstunde erhöhen. Im letzten Jahr konnten wir unseren Gaspreis zweimal deutlich senken. Der Grund für die leichte Anhebung liegt in etwas höheren Kosten für unseren langfristig ausgerichteten Gaseinkauf.

Ich hoffe, diese Veränderungen sind für unsere Kunden nachvollziehbar und stehe für Ihre Fragen gern bereit.

Ein Beitrag von Dr. Christian Friege, Vorstandsvorsitzender bei LichtBlick


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11 Kommentare

  • Christian Friege sagt:

    Hallo Herr Müller,

    das finde ich sehr schade und wir bedauern es in jedem einzelnen Fall ausserordentlich, wenn einer unserer Kunden „uns den Rücken“ kehrt.

    Aber es bleibt dabei: Wir bestimmen nicht über die Höhe der EEG-Abgaben oder der Subvention einzelner Erzeugungsarten, sondern reichen nur an Sie als Kunde „durch“. Gleichwohl: Langfristig ist es nur richtig, dem Ausbau erneuerbarer Energien solidarisch den Anlauf zu erleichtern und insofern sind wir weiterhin der Ansicht, dass das EEG ein richtiges und wichtiges Gesetz ist. Auch wenn das aktuell schmerzhaft ist. Für Sie und damit für uns.

    Viele Grüße aus dem verschneiten Hamburg,

    Christian Friege


  • Kay Uwe Müller sagt:

    Sehr geehrter Herr Friege,

    Wir sind bereits seit einigen Jahren Kunde bei Lichtblick und haben jede Preiserhöhung mitgetragen und somit Strom aus erneuerbaren Energien subventioniert. Für eine weitere Erhöhung dieser Subventionen gibt es leider keinen Spielraum in unserer Preiskalkulation. Wir werden uns einen neuen Anbieter suchen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Kay Uwe Müller


  • Christian Friege sagt:

    Sehr geehrter Herr von Dolgow,

    vielen Dank für Ihren Kommentar mit den guten Nachrichten zu Ihrer Entscheidung, bei uns zu bleiben, und Ihrem sehr positiven Feedback zu unserer Kundenbetreuung.

    Danke aber auch für Ihre kritischen Anmerkungen zur Preissetzung. Sie können ganz sicher sein, dass wir uns den Schritt nicht leicht gemacht haben, denn auch wir verstehen ganz genau, was es für einen vier- oder fünfköpfigen Haushalt bedeutet, steigende Energiekosten zu verkraften. Und doch hatten wir keine andere Möglichkeit, den Anstieg der Abgaben durch eine andere Position in unserer Kalkulation zu „entlasten“.

    Viele Grüße aus St. Pauli,

    Christian Friege


  • Gert von Dolgow sagt:

    Sehr geehrter Herr Friege,

    auch wir haben die Preiserhöhung zum 01.01.2011 mit Bedauern zu Kenntnis nehmen müssen. Es wäre wünschenswert gewesen, zumindest nicht die volle Steigerung der EEG-Umlage in Ihren Preisen an die Kunden weiter zu geben, sondern eine moderatere Preisanpassung zu wählen. Mittlerweile sind viele Anbieter auf dem Markt, die unter dem Label „Naturstrom“ o.ä. teilweise deutlich günstigere Preise für Strom aus regenerativen Quellen anbieten. Als vierköpfiger Haushalt mit entsprechendem Verbrauch haben wir uns die letzten Tage überlegt, den Stromanbieter zu wechseln, weil die Differenz der Ersparnis doch deutlich sein kann. Wir haben es noch nicht getan, weil wir vor einigen Jahren sehr bewußt zu Lichtblick als einem unabhängigen Anbieter gewechselt sind und das ist uns eigentlich weiterhin wichtig. Ich hatte gestern ein sehr freundliches Telefongespräch mit einem Ihrer Kundenberater, der ehrlicherweise gar nicht erst versucht hat, mein Preisproblem „kleinzureden“, was ich gut fand. Trotzdem sollten Sie davon ausgehen, dass gerade Ihre Kunden „kritische“ Verbraucher sind, die einerseits aus Überzeugung bereit sind, in gewissem Umfang höhere Preise zu
    zahlen, andererseits aber nicht jeden Schritt – ob hausgemacht oder nicht – mitmachen können. Der Wettbewerb im Markt der Öko-Strom-Anbieter nimmt stetig zu; das sollten und werden Sie sicher im Auge haben.
    Herzliche Grüße, Gert von Dolgow


  • Christian Friege sagt:

    Sehr geehrter Herr Maahs,

    haben Sie vielen Dank für Ihre kritischen Anmerkungen – und das Lob im letzten Absatz. Uns geht es darum, den Kunden beides zu kommunizieren – die Preiserhöhung und den Grund dafür.

    Bezüglich der EEG-Umlage haben Sie natürlich insofern recht, als ein direkter Anspruch gegen Sie als Stromkunde auf Zahlung der EEG-Umlage nicht besteht. Wirtschaftlich gesehen ist es aber so, dass wir EEG-Umlage, KWK-Abgabe, Netznutzungsentgelte etc. bezogen auf die Ihnen (und vielen anderen) verkauften KWh abführen müssen – ähnlich wie eine Steuer. Wir hätten nur dann Spielraum in der Preisgestaltung, wenn sich andere Kostenkompenenten unseres Strompreises verändert hätten, was nicht der Fall ist – mit der Ausnahme
    der sinkenden KWK-Umlage, um die sich dann aber die Preiserhöhung auch reduziert, weil wir sie ebenfalls 1:1 an unsere Kunde weiterreichen.

    Natürlich ist die EEG-Umlage keine Steuer. Aber was wir unseren Kunden zeigen wollen, ist die Tatsache, dass wir auf die Höhe der EEG-Umlage keinen Einfluss haben – genauso wenig, wie wir die Höhe einer Steuer oder der Netzentgelte beeinflussen können.

    Mit besten Grüßen

    Christian Friege


  • Frank Maahs sagt:

    Sehr geehrter Herr Friege,

    ich hätte mir gewünscht, dass sowohl im Betreff der E-Mail als auch im Betreff des eigentlichen Briefes ganz klar „Preiserhöhung zum 01.01.2011“ gestanden hätte. Auch wenn ich mir denken kann, dass es um eine Preiserhöhung geht, beschreibt der Betreff „Die Förderung für erneuerbare Energien steigt. Für alle Stromkunden in Deutschland“ nicht den Hauptinhalt des Schreibens. Ich muss erst drei Absätze und viele, viele Zahlen lesen, bis Sie zum springenden Punkt kommen.

    Auch die Aussage „Genau wie eine Steuer betreffen diese Abgaben jeden Stromkunden“ ist nicht korrekt. Denn die Netzbetreiber sind zur Zahlung der gesetzlich festgelegten Vergütung verpflichtet. Diesen und allen anderen Firmen der Lieferkette steht es natürlich frei, die zusätzlichen Kosten in die Kalkulation ihrer Preise einfließen zu lassen. Sie müssen dies aber nicht zwingend tun. Oben genannte Aussage erweckt jedoch den Eindruck, ich als Endverbraucher sei zur Zahlung der sogenannten EEG-Umlage verpflichtet und Lichtblick muss diesen Betrag nur weiterleiten – so ähnlich wie das Finanzamt die Kirchensteuer einzieht. Dem ist aber nicht so! Diese Abgaben sind also weder einer Steuer vergleichbar noch betreffen sie jeden Stromkunden.

    Positiv möchte ich hervorheben, dass im Brief sowohl der alte als auch der neue Preis genannt wurden. Ich musste also nicht selbst rechnen oder die letzte Abrechnung heraussuchen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Frank Maahs


  • Ralph Kampwirth sagt:

    Sehr geehrte Frau Bendig,
    ich antworte Ihnen an Stelle von Dr. Friege. Ich habe gerade mit unserem Kundenservice gesprochen. Da liegt offenbar ein Mißverständnis vor. Sie können natürlich LichtBlick-Kundin bleiben. Aber Sie müssen wissen: Wir können leider keinen preiswerten Sondertarif für Infrarot-Heizungen anbieten. Deswegen kann es sein, dass Sie mit einem Anbieter, der neben Ökostrom billigeren Heizungsstrom anbietet, besser fahren als mit LichtBlick – soviel Ehrlichkeit muss sein.
    Unser Kundenservice meldet sich aber wieder bei Ihnen und klärt die offenen Fragen direkt mit Ihnen.

    Beste Grüße
    Ralph Kampwirth


  • Angelika Bendig sagt:

    Sehr geehrter Herr Friege,

    die Beschreibung Ihrer Ziele klingt ja gut, doch ich wurde gerade von Lichtblick gekündigt bzw. nicht als neuer Kunde akzeptiert, weil ich eine Infratrot-Heizung eingebaut habe. Die ist aus meiner sicht zukunftsweisend, CO2-schonend,doch nur dann, wenn auch Ökostrom verwendet wird.
    Dies kann ich nun leider nicht mehr bei Lichtblick, weil man mir nur die Kündigung zugesandt hat.

    Das ist sehr schade und wirft kein gutes Bild auf ihre angeblichen Ziele.

    Ich finde das sehr schade und suche mir nun einen Ökostrom-Anbieter, der damit keine Probleme hat.
    Angelika Bendig


  • Ralph Kampwirth sagt:

    Hallo Frau Jurkutat,

    Christian Friege ist heute unterwegs, darum antworte ich Ihnen. Ihre Vermutung ist richtig, wir glätten so Preisrisiken. Aber natürlich kommt es trotzdem zu Preissenkungen (zweimal allein 2009) oder Steigerungen (wie jetzt) – je nachdem, wie sich unser Einkaufspreis für Gas entwickelt.

    Übrigens: Wie auch beim Strom ist beim Gas der eigentliche „Rohstoff“ garnicht das teuerste. Fast 60 Prozent der Kosten entfallen beim Gas auf den Transport(sogenannte Netzentgelte, die wir an die Gasnetzbetreiber zahlen) sowie Steuern und Abgaben.


  • Katharina Jurkutat sagt:

    Guten Tag Herr Friege,

    Was bedeutet „“Kosten für unseren langfristig ausgerichteten Gaseinkauf.“

    ist denn der Gaspreis dann langfristig auch von Preisschwankungen (nach oben) unangetastet, oder was bedeutet dies für uns Kunden?

    Danke K.Jurkutat


  • Michael Hartmann sagt:

    Hallo Herr Friege,

    trotz der schlechten Neuigkeiten muss ich lobend erwähnen, dass Sie hier wenigstens klar von „Preissteigerung“ sprechen und nicht sanft umschrieben von „Preisanpassung“ wie es bei vielen Anbietern unterschiedlicher Branchen üblich ist.

    Scheinbar sind bei den meisten Anbietern Wörter wie „Preiserhöhung“ oder „Preissteigerung“ zu un-Wörtern erklärt worden um den Kunden erst per Kontoauszug wirklich mitzuteilen worum es im Endeffekt genau geht.

    Wenn’s schon nötig ist, dann wenigstens auch weiterhin ehrlich sein.

    Ich habe aber immer noch meine Zweifel, ob das nicht doch eine Dauer-Steuer wird, wie es der Soli schon vorgemacht hat. 🙁


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