LICHTBLICKER

Olinguito im ecuadorianischen Wald

Im südamerikanischen Bergnebenwald ist der Olinguito zu Hause (Hasselmann)
Im südamerikanischen Bergnebenwald ist der Olinguito zu Hause (Hasselmann)

Vor einigen Wochen haben Forscher eine sensationelle Entdeckung veröffentlicht: Der Olinguito wurde in freier Wildbahn entdeckt – und das auch im ecuadorianischen Bergnebelwald. Der Olinguito ist ein sehr putziges Tier und ähnelt einer Mischung aus Hauskatze und Teddy-Bär. Er gehört zur Familie der Kleinbären und ist mit Wasch- und Nasenbären verwandt.

Zufällig im Museum entdeckt

Vor gut zehn Jahren ist der Olinguito Zoologen in einem US-amerikanischen Museum durch Zufall aufgefallen: Das seit Anfang des 20. Jahrhunderts im Museum von Chicago archivierte Tier fiel in einer Sammlung als falsch etikettiert auf, da es sich sehr von den bereits anerkannten und beschriebenen Olingo-Arten unterschied. Der Zoologe Dr. Kristofer Helgen ging dieser Entdeckung nach. Nach einer Exkursion in Ecuador 2006 wurde der Olinguito als eigenständige Art anerkannt und 2013 die wissenschaftliche Beschreibung publiziert. Jährlich werden weltweit zwar rund 18.000 Tier- und Pflanzenarten entdeckt – vor allem Insekten und Fledermausarten. Die Entdeckung des Olinguito als einem räuberischen Säugetier ist seit 35 Jahren jedoch die erste; 1978 wurde auf dem amerikanischen Kontinent eine Wiesel-Art entdeckt. Der Bassaricyon neblina  – Olinguitos lateinischer Name – ist zwischen 32 und 40 cm lang und wiegt zwischen 800 Gramm und einem Kilo. Sein Schwanz ist noch einmal ungefähr so lang wie der Körper und hilft dem Baumbewohner beim sicheren Austarieren in luftigen Höhen. Sein Lebensraum ist 1500 bis 2700 Meter über dem Meeresspiegel und zwar in den Bergnebelwäldern. Diese erstrecken sich in den nördlichen Anden, genauer von Zentral-Kolumbien bis nach Nord-Ecuador.

Auch lebendig im Bergnebelwald anzutreffen

Nach dem Fund im Museum wurde der Olinguito auch endlich in freier Wildbahn entdeckt und wieder vermehrt gesichtet. Videoaufnahmen des ecuadorianischen Zoologen Miguel Pinto brachten den Durchbruch, denn sie beweisen, dass der Olinguito nicht ausgestorben ist. Auf einer gemeinsamen Expedition fanden Helgen, dessen Kollege Kays und Pinto den Olinguito im Nebelwald auf der Westseite der Anden. Das Team konnte die Lebensweise des Tieres in dessen Habitat dokumentieren: Der Olinguito ist ein Raubtier und frisst Insekten –  hauptsächlich ernährt er sich allerdings von Früchten und anderen Pflanzen. Die Weibchen bringen ein einziges Junges zur Welt. Der Olinguito ist nachtaktiv und lebt nicht in Gruppen, sondern ist als Einzelgänger auf Bäumen unterwegs. In Kolumbien sind die Tiere rötlichbraun, während sie in Ecuador ein hellbraunes Fell mit schwarzen Spitzen haben.

Olinguito braucht unsere Hilfe

Durch die Ausweitung der menschlichen Siedlungsgebiete und ihrer Ackerflächen schwindet der natürliche Lebensraum immer weiter. Die Forschergruppe um Kristofer Helgen schätzt, dass bereits 42 Prozent des ursprünglichen Lebensraumes  der Olinguitos zerstört sind. LichtBlick unterstützt gemeinsam mit seinen Kunden den Schutz des einzigartigen Regenwaldes in Ecuador.  Dies erfolgt in Kooperation mit GEO schützt den Regenwald e.V. und der ecuadorianische Partnerorganisation DECOIN. Sie setzen verschiedene Bildungs-Projekte und Waldschutzaktivitäten um und ihre Kontakte vor Ort helfen bei den oftmals komplizierten Kauf-Formalitäten mit den ecuadorianischen Behörden. Und natürlich hoffen wir alle, dass wir auch im LichtBlick-Wald bald einen Olinguito zu Gesicht bekommen.

Jeden Monat senden uns unsere Kooperationspartner von „GEO schützt den Regenwald e.V.“ einen aktuellen Bericht zur Lage in unserem gemeinsamen Regenwaldprojekt zu. Die Berichte veröffentlichen wir regelmäßig hier auf unserer Internetseite. Die Berichte werden meistens von der Mary Ellen Fieweger verfasst, die in der Region lebt. So sind auch hier Teile aus dem aktuellen Bericht enthalten, den sie uns vor einigen Tagen zu gesendet hat.

Ein Beitrag von Laura Welle, Unternehmenskommunikation LichtBlick


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