LICHTBLICKER

Noch mehr Regenwaldschutz!

Toucan barbet im Los Cedros Gebiet in Ecuador (Foto: Geo schützt den Regenwald e.V.)
Toucan barbet im Los Cedros Gebiet in Ecuador (Foto: Geo schützt den Regenwald e.V.)

LichtBlick kooperiert schon seit vielen Jahren mit „Geo schützt den Regenwald e.V.“ und DECOIN um den ecuadorianischen Regenwald im Intag-Gebiet zu schützen und ist damit scheinbar als gutes Vorbild vorangegangen: In diesen Augustwochen ist ein neues Projekt zum Schutz der Bergnebelwälder der Region gestartet.

Manduriacos in Ecuador

Im Gebiet Manduriacos im Verwaltungsbezirk García Moreno der Intag-Region, soll dem illegalen Holzeinschlag Einhalt geboten werden. Dieser flache Teil des Kantons Cotacachi, in dem auch das Naturschutzgebiet Los Cedros liegt, gehört zu den wichtigsten Schutzzonen des Landes und einem der den artenreichsten Biodiversität-Hotspots der Welt. Das Wasser hier ist so rein, dass es direkt aus den Quellen, Bächen und Flüssen getrunken werden kann – das kommt weltweit nicht häufig vor.
Die hier lebenden Menschen profitieren neben dem Wasser auch von den landwirtschaftlichen Produkten. José De Coux, Leiter der Forschungsstation Los Cedros schätzt allerdings, dass pro Woche 20 LKW-Ladungen mit illegal gefälltem Holz die Region verlassen und damit einem immensen Schaden anrichten. Vielerorts ist der Holzhandel eine überlebensnotwendige Einnahmequelle, der aber in großem Ausmaß – und vor allem in Naturschutzgebieten – untersagt ist und deshalb illegal geschieht.

UN und Umweltministeriun planen gemeinsam

Ein Förderprogramm der Vereinten Nationen und das Umweltministerium werden in Manduriacos Aktivitäten zum Schutz der Wasserversorgung der Gemeinden, zur Schaffung eines Schutzkorridors und zu wirtschaftlichen Alternativen zur illegalen Abholzung finanzieren. Der Schutzgürtel soll das Naturschutzgebiet “Los Cedros“ und die umliegenden Gemeinden umfassen und als Pufferzone für das Cotacachi-Cayapas-Naturreservat dienen.

Erstes Ziel: Bevölkerung und lokale Akteure involvieren

Im Sommer 2011 wurde in Los Cedros ein neuer Wald-Managemant-Plan ausgearbeitet, der besonders die lokalen Akteure einbezieht um die Natur zu schützen. Ökotourismus und verschiedene Forschungsprojekte sind dabei wichtige Punkte. In der Gemeinde Chontal wurde das neue Projekt von UN und Umweltministerium den Bewohnern Anfang August 2013 vorgestellt. Auch zivilgesellschaftliche Organisationen,  der Bezirksvorstand von García Moreno, Gemeinderäte sowie Vertreter der Wasser-Komitees und von Tourismus-Gruppen waren eingeladen.

Die drei wichtigsten Punkte

José DeCoux erläuterte bei der Veranstaltung die drei wichtigsten Aspekte des Projekts: Zur Sicherung der Wasserversorgung der Bevölkerung werden Gemeinde-Wasserschutzgebiete geschaffen. Wie im „LichtBlick-Projekt“, das DECOIN in Kooperation mit „GEO schützt den Regenwald“ realisiert, sollen die Gemeinden dabei selbst für den Schutz und die Bewirtschaftung der Wasserquellen aktiv werden. Außerdem soll ein Korridor geschaffen werden, der das Cotacachi-Cayapas-Naturreservat schützt. Denn illegaler Holzeinschlag erfolgt vor allem in den Einzugsgebieten von den drei Flüssen Manduriacos Grande, Río Verde und Río Magdalena. Da Polizei und Gesetz praktisch machtlos sind und es meist heimische Bauern sind, denen die Bäume zum Opfer fallen, ist der dritte wichtige Punkt, alternative Einkommensquellen für die Bevölkerung zu schaffen. Die meisten Bewohner der Gegend betreiben Rinderzucht, und diese macht sich erst nach Ablauf vieler Monate, nach Schlachten der Tiere, bezahlt. Weil das Holz unmittelbar im Anschluss vermarktet werden kann, führt oft wirtschaftliche Not zum Holzeinschlag. Zu den Alternativen gehören auch Gemeindetourismus und die Vermarktung landwirtschaftlicher Produkte, die im Rahmen des Projekts gefördert werden.

Jeden Monat senden uns unsere Kooperationspartner von „Geo schützt den Regenwald e.V.“ einen aktuellen Bericht zur Lage in unserem gemeinsamen Regenwaldprojekt zu. Die Berichte veröffentlichen wir regelmäßig hier auf unserer Internetseite. Die Berichte werden meistens von der Co-Autorin der regionalen Intag-Zeitung Mary Ellen Fieweger, die in der Region lebt, verfasst. So ist auch dies ein Auszug aus dem aktuellen Bericht, den sie uns vor einigen Tagen zu gesendet hat.

 Ein Beitrag von Laura Welle, Unternehmenskommunikation LichtBlick


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