LICHTBLICKER

Nachts im St. Pauli Museum

Lust, mal nachts ins Museum zu gehen? In der Langen Nacht der Museum hat u.a. das St. Pauli Museum lange geöffnet, Foto: St. Pauli Museum
Lust, mal nachts ins Museum zu gehen? In der Langen Nacht der Museum hat u.a. das St. Pauli Museum lange geöffnet, Foto: St. Pauli Museum

Am 9. April findet die Lange Nacht der Museen in Hamburg statt. Mit dabei: das kleine und feine St. Pauli Museum. Auf 160 Quadratmetern präsentiert das Museum Exponate, Bilder und Filme, die die abwechslungsreiche Entwicklung St. Paulis vom Mittelalter bis zur Gegenwart lebendig werden lassen. Ich habe mit einem der fünf Vorstände des gemeinnützigen St. Pauli Museums e.V., Jürgen Henke, über die Besonderheiten von Kiez und Museum und die Lange Nacht der Museen gesprochen.

Auf Sankt Pauli erzählt jeder Stein Geschichte

Am 9. April findet die „Lange Nacht der Museen“ statt. Warum sollten wir es nicht versäumen in dieser Nacht auch in das St. Pauli Museum zu kommen?

An der Langen Nacht der Museen nehmen mittlerweile 60 Hamburger Museen teil. Ein Besuch im St. Pauli Museum ist unserer Meinung nach eine Pflichtübung, schließlich ist der Stadtteil das gefühlte Herz Hamburgs. St. Pauli ist das woran Menschen weltweit denken, wenn sie an Hamburg denken. Pro Jahr besuchen 24 Millionen Menschen den Kiez. Allerdings nimmt die Mehrheit der Besucher nur einen Bruchteil von St. Pauli wahr. Das ist sehr schade. Denn hier erzählt jeder Stein Geschichte. In unserem Museum kann man einige davon kennenlernen. Am 09. April haben wir darüber hinaus ein besonderes Programm für Besucher organisiert. Ab 20 Uhr wird Dr. Cornelius Hartz aus seinem wundervollen Büchlein „55 ½ Orte rundum die Reeperbahn“ vorlesen. In dem Buch werden ganz spannende Plätze auf St. Pauli vorgestellt – in Bildern und Geschichten. Viele Fragen sich, warum von 55 ½ Plätzen die Rede ist. Allein um diese Frage zu klären, lohnt es sich schon an der Langen Nacht der Museen bei uns vorbeizukommen. Außerdem wird an dem Abend Stefanie Hempel mit Besuchern Beatleslieder singen und Geschichten über die Beatles auf St. Pauli erzählen. Nach der Langen Nacht der Museen, sprich ab 2 Uhr findet bei uns dann noch die einzige Aftershowparty der Langen Nacht der Museen statt.

Jürgen Henke, einer der fünf Vorstände des St. Pauli Museums e.V., Foto Gloria/Roeler
Jürgen Henke, einer der fünf Vorstände des St. Pauli Museums e.V., Foto Gloria/Roeler

2.000 Menschen in einer Nacht

Wie viele Besucher erwarten Sie in der Nacht?

Im letzten Jahr haben 2.000 Menschen unser Museum besucht. Wir erwarten in diesem Jahr noch mehr Besucher. Spannend ist, dass zur Langen Nacht der Museen ganz andere Besucher in unser Museum kommen als an anderen Tagen im Jahr. Normalerweise haben wir zu 80 Prozent Reisende aus Deutschland, Europa, Nord- und Südamerika und Asien bei uns zu Besuch. Zur Langen Nacht der Museen sind die Besucher in erster Linie aus Hamburg.

Was stellen Sie derzeit in Ihrem Museum aus? Was ist in den nächsten Monaten geplant?

Unser Museum besteht aus einer Dauerausstellung, in der wir die Geschichte St. Paulis erzählen und uns aber auch der Gegenwart, zum Teil sogar der Zukunft widmen. Zum Beispiel haben wir bei uns die Bebauungspläne für das ehemalige Gelände der Esso-Tanke ausgestellt. Darüber hinaus haben wir immer Sonderausstellungen, in denen wir uns besonderen Schwerpunkten des Stadtteils widmen. Derzeit läuft bei uns die Ausstellung „Bühne frei – die Kieztheater“. Wir widmen uns mit der Ausstellung also den traditionsreichen Theatern auf dem Kiez. Mit dem St. Pauli Theater haben wir zum Beispiel das älteste Sprechtheater Deutschlands bei uns, und mit dem Imperialtheater die größte Krimibühne des Landes. In der Ausstellung können Besucher unter anderem das erste Bühnenbild der „Heißen Ecke“ bewundern oder sich alte und neue Theaterplakate nebeneinander ansehen. Wir machen diese Ausstellung übrigens auch, da die Kieztheater eine wesentliche Bedeutung hier haben. Sie bringen anderes Publikum her. Das tut dem Stadtteil gut. Ab September gibt es dann unsere neue Sonderausstellung, die „Die Erben des Starclubs“ heißen wird. In der Ausstellung beleuchten wir die Clubszene von St. Pauli und damit auch die besondere Verbindung zwischen Kiez und Musik.

Nachbarn und Unternehmen aus dem Kiez wollen uns unterstützen

Was ist Ihre Aufgabe im St. Pauli Museum? Und was macht Ihnen an Ihrer Tätigkeit Spaß und was vielleicht weniger?

Die Exponate im St. Pauli Museum werden mit Ökostrom von LichtBlick perfekt ausgeleuchtet, Foto: St. Pauli Museum
Die Exponate im St. Pauli Museum werden mit Ökostrom von LichtBlick perfekt ausgeleuchtet, Foto: St. Pauli Museum

Ich bin ehrenamtlich einer der Köpfe des fünfköpfigen Vorstands des Museums. Ich bin in erster Linie für die Finanzen des Hauses zuständig. Das Museum wird privat als gemeinnütziger Verein betrieben. Unser Ziel ist es daher nicht, Gewinne einzufahren, sondern die Kosten einigermaßen zu decken. Das ist uns 2015 übrigens erstmals geglückt. Ich bemühe mich nun darum, dass das in den nächsten Jahren so bleibt. Was mich sehr antreibt, sind die positiven Rückmeldungen, die wir aus dem Stadtteil bekommen. Egal ob Unternehmen aus dem Kiez, andere norddeutsche Unternehmen oder Nachbarn, alle sind uns und unserem Anliegen wohl gesonnen und versuchen, uns mit ihren möglichen Mitteln zu unterstützen. Gleichzeitig ist der ständige Kostendruck natürlich auch eine Bremse. Ein besonderer Kostenblock ist unsere Miete. Für 160 Quadratmeter Ausstellungsfläche zahlen wir über 5.000 EUR. Das muss man erstmal monatlich wieder reinholen.

Ökostrom von nebenan

Warum hat sich das St. Pauli Museum vor 5 Jahren für den Bezug von LichtBlick-Strom entschieden. Und worin fließt die meiste Energie in Ihrem Hause?

Als Stadtteil-Museum war uns die Nachbarschaft zu LichtBlick wichtig. Wir beziehen unseren Strom sozusagen von nebenan. Das finden wir passend. Gleichzeitig hat uns überzeugt, dass wir mit LichtBlick 100 Prozent Ökostrom zu einem fairen Preis bekommen.

Aus dem Stand kann ich gar nicht sagen, wofür wir den meisten Strom verbrauchen. Ich nehme aber an, dass der Strom in erster Linie zum Ausleuchten der Exponate genutzt wird und natürlich auch unsere vier Monitore versorgt, die während der Öffnungszeiten ständig laufen. Auf den Monitoren zeigen wir extra für die Ausstellung produzierte Filme, sowie Zusammenschnitte wie zum Beispiel von der Schmidt-Mitternachtshow.

 

 

 


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