LICHTBLICKER

Mit dem E-Auto nach Süd-Schweden

Unser Kollege Heiko hat bereits darüber berichtet, wie sein Arbeits-Alltag mit seinem Elektroauto aussieht. Doch nicht nur in seinem Job fährt er viele Hundert Kilometer elektrisch, auch in den Urlaub nach Südschweden ging es mit dem Stromer. Wir haben mit Heiko über seine elektrische Reise gesprochen.

Für unseren Kollegen Heiko stand außer Frage, wie er nach Schweden fährt - natürlich mit dem E-Auto: Foto: Heiko Viereck/LichtBlick
Für unseren Kollegen Heiko stand außer Frage, wie er nach Schweden fährt – natürlich mit dem E-Auto: Foto: Heiko Viereck/LichtBlick

Elektrisch unterwegs nach Schweden

Du bist mit dem E-Auto in den Urlaub gefahren. Magst Du uns kurz sagen, wohin Du gefahren bist und welche Strecke vor Dir lag?
Wir waren in Schweden, in der Nähe von Karlstad. Das ist in Südschweden, zwischen Göteborg und Stockholm. Dabei hatten wir die Wahl, über Fehmarn und Dänemark oder über Kiel-Göteborg zu fahren. Wir haben die Route über Kiel-Göteborg und damit die lange Fährfahrt über Nacht gewählt. Damit verkürzte sich die Fahrtstrecke im Auto auf von rund 1.000 auf 600 Kilometer.

Nur mit dem E-Auto in den Urlaub

Du bist ja mit Deiner Familie in Urlaub gefahren. Habt ihr zusammen entschieden mit dem E-Auto in den Urlaub zu fahren? Wie kam der Urlaub mit dem E-Auto in der Familie an?
Es stand eigentlich gar nicht zur Diskussion – wir sind alle total begeistert vom E-Auto und nutzen dieses, wann immer es geht. Wir wohnen auf dem Land, meine Frau ist voll berufstätig und hat daher auch ein Auto. Aber mit dem Verbrenner in den Urlaub zu fahren, ist überhaupt nicht mehr denkbar. Der Plan kam also bei allen sehr gut an.

Komfort ist ausbaufähig

Allerdings haben wir auf der Fahrt gemerkt, dass es mit dem BMW i3 doch auch geringfügig unkomfortabel werden kann. Das haben wir vorher, in der tagtäglichen Nutzung, gar nicht bemerkt. Um das Gewicht zu reduzieren, gibt es im Fahrzeug keine Klima- oder Heizungsrohre, die in den hinteren Bereich führen. Und da hinten auch keine Fenster zu öffnen sind, war es für unseren Sohn doch manchmal ziemlich warm – so im Hochsommer, mitten auf der Autobahn. Auch dass hinten keine Lautsprecher verbaut sind, sorgte beim gemeinsamen Hörbuch hören dafür, dass wir vorne entweder taub wurden oder der Junge hinten nichts gehört hat 😊

Planung ist alles

Sah die Planung mit dem E-Auto anders aus als mit einem herkömmlichen Auto?
Ja, das hat mich an einen Jugendfreund erinnert, der in jungen Jahren einen Trans-AM mit 8 Zylinder gefahren hat. Der hat etwa 30 Liter verbraucht und wenn der nach Hamburg gefahren ist, hat er seine Strecke immer anhand der Distanzen zwischen den Tankstellen gewählt. Ich kenne mittlerweile sehr viele Schnelllader an deutschen Raststätten, da ich ja viel rumkomme. Es war also fest geplant, auf Höhe von Hamburg zu laden und dann in Kiel noch mal die verfahrene Energiemenge nachzuladen. So hätten wir vollgetankt in Schweden durchstarten können. Hätten, denn das hat nicht ganz geklappt. Die Ladesäule in Kiel existierte nicht mehr und das war in der App noch nicht vermerkt.

Manchmal braucht es Plan B oder C

Die Standzeit auf der Fähre könnte zum Laden genutzt werden - wenn der Strom grün wäre, Foto: Heiko Viereck/LichtBlick
Die Standzeit auf der Fähre könnte zum Laden genutzt werden – wenn der Strom grün wäre, Foto: Heiko Viereck/LichtBlick

Wir haben entschieden, erst in Schweden zu laden. Auf manchen Fähren gibt es zwar mittlerweile die Möglichkeit, sein E-Auto während der Überfahrt zu laden. Aber das Fahrzeug mit Strom aus Schweröl zu laden, kam überhaupt nicht in Frage! In Schweden sind wir zu einem Einkaufszentrum gefahren, bei dem man laden kann. Dort stellte sich heraus, dass der Ladechip in Schweden gerade nicht funktionierte. Ich hatte eine Woche vor Reisebeginn bereits in der App gesehen, dass hinter allen Ladesäulen in Schweden ein Ausrufezeichen prangte. Auf Nachfrage bei der Service-Hotline hieß es, ich solle einfach ausprobieren zu laden. Derzeit gebe es aber Probleme in Schweden mit den dortigen Netzbetreibern, weswegen es zu Störungen kommen kann. Da standen wir nun mit einem nahezu leeren Fahrzeug und ohne Ladekarte. Ich habe dann bei der Servicehotline der Ladesäule angerufen. Dort wurde mir mitgeteilt, dass ich einfach die App vom Anbieter installieren soll und darüber die Ladung starten könnte. Das Problem war aber: Ich habe eine deutsche Kennung im Handy und bin daher immer im deutschen App-Store gelandet. Damit konnte ich nur die deutsche Version der App runterladen, die nur die Ladesäulen in Deutschland kennt und anspricht, aber nicht die in Schweden.

Die schwedische Lade-Lösung

Daher hieß es: Range Extender an und los geht’s zur nächsten Ladesäule. Da wir zu einem bestimmten Zeitpunkt am Zielort ankommen mussten, konnten wir leider nicht durch die Gegend fahren und die nächstbeste Ladesäule nehmen. An einer Tankstelle entlang der Route haben wir nach etwa 100 Kilometern die nächste Ladesäule eines anderen Anbieters gefunden. Auch hier hat der Ladechip nicht funktioniert. Auch hier hat das Telefonat mit der Hotline zum gleichen Ergebnis geführt. Meine Frau hatte die rettende Idee, an der Kasse zu fragen, ob man auch direkt bezahlen kann. Und das war die Lösung: Ich habe eine Prepaid-Karte für 15 Euro gekauft, womit ich einmal laden konnte. Mit dieser Ladung konnten wir dann bis zum Zielort fahren. Die Rückfahrt spielte sich ähnlich ab. Nur dass wir ja nun Bescheid wussten und gleich zur Tankstelle gefahren sind. Mit der Batterieladung haben wir es bis nach Göteborg geschafft.

Die Sache mit dem (nichtvorhandenen) Reserverad

Allerdings gilt es noch zu erwähnen, dass wir am Morgen des Abreisetages festgestellt hatten, dass wir einen platten Reifen haben. Um Gewicht zu sparen, gibt es nur Pannenspray und keinen Reservereifen. Ich habe zunächst unseren Fuhrpark-Servicepartner angerufen, die haben wiederum BMW in Deutschland angerufen, die mir dann mehr oder weniger weiterhelfen konnten. In Kiel gäbe es einen Reifen für mich, aber dafür müsste ich irgendwie nach Kiel kommen. Also haben wir das Spray verwendet. Dieses hat nur 70 Kilometer gehalten – Kiel oder auch nur der Fähranleger waren da noch weit entfernt. Wir mussten daher also doch einen Pannendienst kommen lassen, der den Reifen geflickt haben. Das hat gerade mal 50 Euro gekostet, auf einen Sonntag! Hätte ich das eher gewusst, hätte ich es gleich gemacht. Denn aufgrund der Panne und Wartezeiten haben wir unsere Fähre verpasst, die wir natürlich vorher schon gebucht hatten. Somit verbrachten wir noch einen schönen Tag in Göteborg und fuhren am nächsten Tag mit der Fähre nach Kiel.

Ladeinfrastruktur im Vergleich

Auch wenn das Laden nun mit dem Ladechip nicht wirklich funktioniert hat. Wie sieht die Lade-Infrastruktur in Schweden im Vergleich zu Deutschland aus?
In Deutschland gibt es ein Ungleichgewicht zwischen Nord- und Süddeutschland. Während ich im Norden gefühlt immer und überall eine Ladestation finde, wird es in Bayern schon manchmal echt knapp. Alles in allem bin ich aber für den Außendienst zufrieden. Ich habe bisher immer einen freien Ladeplatz gefunden. In Schweden war ich erstaunt, wie wenig Ladesäulen es schlussendlich entlang unserer Route gab. Ich hatte das ja vorher schon anhand der App gesehen und war während unserer Zeit in Schweden nicht überrascht, aber vorher bei der Reiseplanung viel mir das schon auf.

Echtes Interesse für E-Auto steigt

Gab es Kommentare von anderen Autofahrern an den Raststätten?
In Schweden war das gar kein Thema, aber in Deutschland wurde ich unglaublich oft angesprochen – gefühlt bei jedem Ladevorgang. Interessant ist vor allem das Verhalten der Menschen. Das hat sich in den letzten Monaten deutlich gewandelt. Während ich bei den ersten Ladevorgängen immer wieder von Skeptikern angesprochen wurde und mir auch öfter mal die Ausbeutung der Erde zur Last gelegt wurde, sind die Reaktionen momentan deutlich moderater und interessierter geworden. Jetzt gehen die Fragen eher Richtung: Reichweite, Ladenetz, Ladedauer und ähnliches. Ich denke und spüre: Da geht ein Wandel durch Deutschland.

Das gute Gefühl

Ihr habt ja nun einiges auf eurer Tour nach Schweden erlebt: Wie ist Dein Fazit nach dem Urlaub mit dem E-Auto?
Jederzeit wieder. Auch wenn es holprig war: Geräuschlos durch die Wälder Schwedens zu gleiten oder allein nur das Wissen: Ich ziehe keine Abgaswolke hinter mir her, ist der Mühe wert.

LichtBlick-Ladechip macht E-Autofahren einfacher

Damit das Laden unterwegs an so gut wieder jeder Ladestation klappt, nutzt Heiko den LichtBlick-Ladechip. Damit stehen E-Autofahrern europaweit rund 80.000 Ladesäulen zur Verfügung. Zuhause laden Heiko und alle anderen LichtBlick-Kunden ihr E-Auto so mit 100% Ökostrom und damit CO2-frei. Unterwegs ist der Strom leider nicht an jeder Ladesäule grün, da die Kunden hier nicht LichtBlick-Strom laden können, aber mit dem Ladechip kann an fast jeder Säule Strom getankt werden.

 

Alle wichtigen Infos zum LichtBlick-Ladechip finden Sie auf unserer Webseite. Auch für Unternehmer, die ihre eigenen Ladesäulen aufstellen wollen, bietet LichtBlick individuelle Lösungen. Bei Fragen und Interesse melden Sie sich gerne telefonisch unter 040-6360-1710 oder per Mail an elektromobilitaet@lichtblick.de.


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