LICHTBLICKER

Sonnenstrom für Mieter: Frau Lube im Glück

Solarstrom vom eigenen Dach. Für Mieter mit ZuhauseStrom jetzt möglich, Foto: STADT&LAND Berlin
Solarstrom vom eigenen Dach. Für Mieter mit ZuhauseStrom jetzt möglich, Foto: STADT&LAND Berlin

„Das Angebot ist mir wie ein Geschenk vor die Füße gefallen“, sagt Heidi Lube (51). Die Mieterin der Wohnungsbaugesellschaft STADT UND LAND lebt mit ihrem Partner im Gelben Viertel in Berlin Hellersdorf. Sie ist eine der ersten Kundinnen, die bei LichtBlick ZuhauseStrom beziehen – ein Mix aus Solarstrom vom Dach und Ökostrom aus dem Netz. Das Besondere an ZuhauseStrom: Mieter profitieren von der Energiewende.

Das Gelbe Viertel ist eine typische Plattenbausiedlung im Osten Berlins. Rund 3000 Mietparteien leben hier. Erst aus der Vogelperspektive erschließt sich die Besonderheit dieses Viertels – die Dächer der sechsstöckigen Mietshäuser sind gepflastert mit  Solarpanelen. Seit 2012 ist hier Deutschlands größte Photovoltaikanlage auf Wohngebäuden entstanden. Mit einer Leistung von 1,9 Megawatt erzeugt sie eine Strommenge, die ausreicht, um 10.000 Kühlschränke zu versorgen.

Deutschlands größte Solaranlage auf Wohngebäuden

Der Solarstrom wird aber nicht einfach nur ins Netz eingespeist. Er dient vielmehr dazu, die Mieter vor Ort mit Energie zu versorgen; zumindest diejenigen, die sich für dieses Angebot von LichtBlick entscheiden. Rund 1.000 Mietparteien können ZuhauseStrom – auf freiwilliger Basis –in Anspruch nehmen. Etwa jeder Vierte hat bislang zugegriffen. Und wenn die Sonne nicht scheint, liefert LichtBlick Ökostrom aus dem Netz dazu. So ist die Versorgung jederzeit sicher.

 Günstiger Strom für Mieter

Gelbes Viertel: Eine Plattenbau-Siedlung als Ökostrom-Kraftwerk
Gelbes Viertel: Eine Plattenbau-Siedlung als Ökostrom-Kraftwerk

Für Heidi Lube war der Wechsel zu ZuhauseStrom reine Formsache. „Mir ist es wichtig, dass der Strom vor Ort erzeugt wird und nicht über lange Stromleitungen transportiert werden muss“, betont die Erzieherin. Frau Lube profitiert auch von einem besonders günstigen Preis. Denn ZuhauseStrom ist pro Kilowattstunde rund drei Cent billiger als der der Tarif des Grundversorgers. So können pro Jahr schnell 100 Euro eingespart werden.

LichtBlick setzt das Produkt ZuhauseStrom gemeinsam mit der Wohnbautengesellschaft STADT UND LAND und dem Solaranlagen-Projektierer pv-b um. Dabei ist eine Neuheit, dass auch Mieter von der Energiewende profitieren. Bisher sind es vor allem Industriebetriebe und Eigenheimbesitzer, die ihre Energiekosten mit lokal erzeugtem Strom senken können. LichtBlick schließt diese Gerechtigkeitslücke mit ZuhauseStrom.

LichtBlick schließt eine Gerechtigkeitslücke

Deshalb sind auch Verbraucherschützer und der Mieterbund von dem Projekt angetan. „Wenn es gelingt, die Stromerzeugung im Mietwohnungsbereich zu erleichtern und dadurch günstigen Strom anzubieten, kann man einen wichtigen Beitrag dazu leisten, die Belastung der Mieter mit Energiekosten zu vermindern“, erklärt Lukas Siebenkotten, Bundesdirektor des Deutschen Mieterbundes.

Auch die Allgemeinheit profitiert. Denn der Solarstrom, der von den Mietern vor Ort verbraucht führt, belastet weder das Stromnetz, noch benötigt er Fördergelder nach dem Erneuerbaren Energien Gesetz (EEG). Allein im Gelben Viertel kann der Ökostrom-Fördertopf, den alle Stromkunden über die EEG-Umlage finanzieren, um bis zu 200.000 Euro im Jahr entlastet werden.

Ein Projekt mit Zukunftscharakter. Das sieht auch ZuhauseStrom-Kundin Heidi Lube so: „Ich habe drei erwachsene  Kinder und ein Enkelkind. Da sollte man schon überlegen, was man denen hinterlässt.“


Zurück zur Übersicht »

4 Kommentare

  • Michael Schmidt sagt:

    Ach herrje – wie historisch langweilig und überbürokratisiert ist das denn…?!?
    Ich erzeuge seit 01/2010 in (m)einem 12-WE-MFH mittels 4,7 kW-BHKW in Kombination mit einer 4,1 kW-PV-ANlage den „Mieterstrom“ selbst und erreiche einen Bedarfsdeckungsgrad von rd. 92 % p.a. – und speise trotzdem noch ca. 4.000 kWh p.a. ein…! Die Mieter zahlen 20 Cent/kWh zzgl. 5 € GG mtl.
    Mein Angebot in 12/2009 haben sofort alle Mieter angenommen und es hat noch keiner zu einem (in jedem Falle teureren) Stromanbieter gewechselt ! Durch geschickte BHKW-Fahrweise sparen wir eben-falls bei der HZ-/WW-Vwersorgung noch nicht unerheblich an Kosten… Bei Auszug (Studien-Ende, Arbeitsplatzwechsel u.ä.) gehen die Wohnungen schneller weg als warme Semmeln…!
    Jetzt glaubt man mit diesem „Gesetz“ den Stein der Weisen erfunden zu haben – ich kann nur lachen !


    • Ralph Kampwirth sagt:

      Hallo Herr Schmidt, schön, dass Sie so eine pragmatische Lösung gefunden haben. Leider ist das nicht für alle Mieter so einfach möglich. Da ist es doch gut, dass es verschiedene Wege zum Ziel gibt. Da hilft das Mieterstromgesetz. Ihnen eine sonnige Woche!


  • Reinhard Seifert (017696431907) sagt:

    Hallo Lichtblick,

    Supersache für die Mieter, aber werden auch je einzelnen Mieter bis 10 kWp frei von allen EEG-Abgaben gestellt, wie beim Eigenheimbesitzer. Da mehr Familien in einem Haus wohnen
    z.B. auch übereinander – eben städtisch – unter einem Dach auf einer Katasterparzelle, werden
    als mehrere oder eine gemeinsamme PV-Anlage natürlich entsprechend größer als maximal
    nur 10 kWp, wie beim Eigenheim des Zahnarztes, der wie o.g. keinerlei EEG-Abgaben leisten
    muß. Sind die ärmeren Mieter dem Zahnarzt gleich vor dem EEG gestellt, wie vor dem Grundgesetz???

    Auf Ihre profunde und kompetente Antwort warte ich mit Interesse und verbleibe einstweilen
    mit den besten Grüßen

    Reinhard Seifert


    • Anke Blacha | LichtBlick Autorin antwortet:

      Hallo Herr Seifert,

      leider hat die Reform des EEG 2014 dazu geführt, dass Mieter erneut schlechter gestellt sind als Eigenheimbesitzer. Bis zur EEG-Novelle war es so, dass Mieter für die Kilowattstunde Sonnenstrom vom Dach eine um 2 Cent verringerte EEG-Umlage gezahlte haben. Nun müssen sie wieder die volle Umlage zahlen. Es gibt also Vorgaben für Mieterstrom – wir könnten nicht jeden einzelnen Mieter wie einen Eigenheimbesitzer behandeln. Wir haben uns jedoch vor der Novellierung intensiv dafür eingesetzt, Mieter und Hauseigentümer bei der EEG-Umlage gleich zu behandeln und wir setzen uns nach wie vor dafür ein.

      Viele Grüße
      Anke Blacha


Artikel kommentieren


Ich habe die Datenschutzhinweise von LichtBlick, insbesondere die Hinweise zur Kommentarfunktion und dem dort erläuterten Zweck der Datenverarbeitung gelesen und bin damit einverstanden, dass meine Daten zu diesem Zweck gemäß der Datenschutzerklärung verarbeitet werden. Diese Einwilligung kann jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen werden. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Bei Fragen zum Datenschutz wenden Sie sich bitte an datenschutz@lichtblick.de.