LICHTBLICKER

Klimaschutz geht nicht ohne Regenwaldschutz

Nur ein intakter Regenwald kann den so wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten, Foto: Carlos Zorrilla
Nur ein intakter Regenwald kann den so wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten, Foto: Carlos Zorrilla

So viel vorweg: Wer versucht, die Rolle der Tropenwälder für den Klimawandel umfassend zu ergründen, der muss darauf gefasst sein, frustriert aufzugeben. Fest steht allerdings: Die jüngsten Daten der NASA bestätigen, dass die Tropenwälder tatsächlich enorme „Kohlenstoffspeicher“ sind, also Kohlenstoff auf der Erde binden.

Tropenwälder sind Kohlenstoffspeicher

Für viele Klimaforscher liegt die Bedeutung der Wälder für das Klima darin, dass sie Milliarden Tonnen Kohlenstoff in der Vegetation speichern: “Die untersuchten tropischen Länder speichern 247 Milliarden Tonnen Kohlenstoff. Zum Vergleich: Zehn Milliarden Tonnen Kohlenstoff werden jährlich durch Verbrennung von fossilen Brennstoffen und veränderte Landnutzung in die Atmosphäre entlassen“. Die Wälder Mittel- und Südamerikas spielen im globalen Kohlenstoffkreislauf eine große Rolle: Sie speichern 49 Prozent des gesamten Kohlenstoffs tropischer Wälder weltweit.

Wo genau speichern Wälder CO2?

Wie alle grünen Pflanzen, nehmen die Bäume in den Tropen tagsüber bei der Photosynthese Kohlenstoff in Form von Kohlendioxid aus der Luft auf und geben Sauerstoff ab. Nachts produzieren die Bäume auch Kohlendioxid und geben es ab, aber in geringerem Umfang als sie das Gas bei der Photosynthese aufnehmen. Den Anteil, den die Bäume nicht in die Luft abgeben, speichern sie; es ist dieser Anteil, der es ihnen erlaubt zu wachsen. In den Tropen wird etwa die Hälfte des Kohlendioxids über und auf dem Boden gespeichert – in Stamm, Ästen und Blättern sowie in verrottendem Material und Totholz; die andere Hälfte wird im Boden selbst eingelagert, der aus zersetztem Pflanzenmaterial, aus Humus, besteht.

Was passiert, wenn der Regenwald verschwindt?

Wenn die Tropenwälder abgeholzt oder stark geschädigt werden, können sie künftig gar keinen Kohlenstoff mehr, oder weniger davon, binden. Schlimmstenfalls, wenn die Waldflächen abgebrannt werden oder die Baumstämme auf dem Boden zurückgelassen werden und dort verrotten, gelangen hunderte Millionen Tonnen Kohlendioxid zurück in die Atmosphäre und verschlimmern das Klimadebakel, das wir gerade erleben. Je nachdem welcher Quelle man Glauben schenkt, machen allein das Abbrennen bzw. die Abholzung tropischer Wälder 10 bis 15 Prozent der Kohlendioxid-Menge aus, die weltweit in die Atmosphäre entlassen wird, und das ist mehr als der Kohlendioxid-Anteil, der durch Transport und Verkehr – ob per Auto, Flugzeug, Zug oder Schiff – frei wird!

In Zusammenhang mit dem Klimawandel ist also leicht zu verstehen, warum der Schutz der Tropenwälder so wichtig ist. Aus diesem Grund leiten die Regierungen einiger Länder Maßnahmen ein, um die Kohlendioxid-Emissionen zu reduzieren, Aufforstungsprogramme werden ins Leben gerufen und Schutzmaßnahmen für die verbleibenden Wälder ergriffen.

Wir brauchen ein neues Entwicklungsmodell!

Zweifellos müssen wir den Ausstoß von Kohlendioxid verringern, und zwar drastischer als es bislang vorgeschlagen wird. Wir müssen auch mehr Bäume pflanzen. Doch es reicht nicht, nur diese Lösungen hinsichtlich des Klimawandels zu diskutieren. Unendlich schwieriger als Bäume zu pflanzen oder den Kohlebergbau zu stoppen ist es, unseren eigenen zerstörerischen Lebensstil zu verändern, der so sehr von fossilen Brennstoffen und anderen nicht-erneuerbaren Ressourcen abhängt. Und sollte auf der Klimakonferenz in Paris nicht über eine Abkehr von dem jetzigen Wachstumsmodell nachgedacht werden, dann würden all die kleinen vorgeschlagenen Veränderungen den Leuten vorgaukeln, wir hätten den Klimawandel im Griff. Nichts ist weiter entfernt von der Wahrheit.

Jeden Monat senden uns unsere Kooperationspartner von „Geo schützt den Regenwald e.V.“ einen aktuellen Bericht zur Lage in unserem gemeinsamen Regenwaldprojekt zu. Die Berichte veröffentlichen wir regelmäßig hier auf unserer Internetseite.


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