LICHTBLICKER

Illegale Holzfäller und ein Schulausflug in den Wald

Ausflüge in den Wald bringen das Thema Umweltschutz den Kindern näher, Foto: Geo
Ausflüge in den Wald bringen das Thema Umweltschutz den Kindern näher, Foto: Geo

Nachdem der DECOIN-Mitarbeiter Armando Almeida, wie im letzten Beitrag beschrieben, über viele Wochen die von Senior Vásquez offerierten Waldflächen per GPS-Gerät vermessen und kartiert hat, prüft derzeit die Verwaltung von Cotacachi die erstellten Dokumente und Karten auf ihre Richtigkeit. Somit befindet sich DECOIN nun auf der Zielgeraden, was den Kaufabschluss und die Eintragung beim staatlichen Sekretariat für Landbesitz angeht.

Unterstützung bekommen sie hierbei von der Stadträtin Dr. Patricia Espinoza. Senior Vásquez wird zur Vertrags-Unterzeichnung eigens aus den USA anreisen, wo er zurzeit arbeitet. Er freut sich sehr darüber, dass sein Wald unter Schutz gestellt wird, da er sich stets gegen die gewaltsame Übernahme und illegale Holzfäller in diesem Waldgebiet stark gemacht hat.

Erst vor wenigen Monaten kam es in dem betroffenen Waldgebiet noch zu einem Zwischenfall: Im Intag  kursierten damals Gerüchte über den Tod bzw. das Verschwinden von Senior Vásquez – wovon auch er selbst in den USA erfuhr.  Illegale Holzfäller nahmen diese Gerüchte zum Anlass, in den Vázquez-Wald einzudringen, um dort teure Hartholzbäume zu schlagen, für die auf dem Markt ein guter Preis erzielt wird. Doch Vásquez nahm den nächsten Flug nach Ecuador, um der Sache auf den Grund zu gehen. Und tatsächlich ertappte er Nachbarn beim Versuch in seinem Wald Holz zu fällen. Sie waren sehr überrascht ihn nicht nur gesund und munter, sondern mit einem Karabiner bewaffnet zu sehen. Als Senior Vásquez keine Scheu zeigte, auch Gebrauch von der Schusswaffe zu machen, verließen die Möchtegern-Holzfäller auf der Stelle den Wald. Armando hofft, während des Besuchs von Senior Vásquez noch weitere Geschichten über ihn und sein Leben im Intag zu hören.

Schulausflug in den Wald

Im Rahmen der im vergangenen Jahr gestarteten Initiative zur Verbesserung der Umweltbildung, besuchten Ende September vierzig Schüler der Gemeinden Nápoles und San Antonio das Gemeindeschutzgebiet von Cuellaje.

Weg durch den Regenwald, Foto: Geo
Weg durch den Regenwald, Foto: Geo

Gemeinsam mit sieben Eltern, zwei Lehrern und drei DECOIN-Mitarbeitern fuhren die Schüler um sechs Uhr morgens in einem gemieteten Lastauto zum Schutzgebiet. Von dort ging es dann zu Fuß weiter. In teils abenteuerlicher Manier verlief der Weg – trotz der Trockenzeit – durch tiefe Wasserlachen, die überwunden werden wollten. So manch eine Lehrerin, die aufgrund der nicht erwarteten Hindernisse keine Gummistiefel trug, wurde zur Belustigung der Schüler von einem der männlichen Begleiter durch das Wasser getragen.

Bedeutung Blätterschicht für Ökosystem Wald, Foto: Geo
Bedeutung Blätterschicht für Ökosystem Wald, Foto: Geo

Nach einer dreistündigen Wanderung kamen alle am Rand des Waldes an. Die Schüler konnten zeigen, was sie während des theoretischen Unterrichts an ihrer Schule über die Pflanzen und Tiere des Waldes sowie über Artenvielfalt gelernt hatten. Mitten in der Natur machte es den Schülern sichtlich Spaß, die besonderen Pflanzenarten, darunter auch Arzneipflanzen, zu finden und zu bestimmen. Und in ihnen verstärkte sich das Bewusstsein: Vögel, Reptilien und Säugetiere, sie alle brauchen einen gesunden, intakten Wald zum Leben. Zwanzig ältere Schüler gingen in Begleitung von Milton Arcos aus dem DECOIN-Team eine weitere Stunde in den Wald hinein, wo der „Umweltlehrer“ ihnen noch besondere Baumarten zeigen und erklären konnte. Erst gegen zehn Uhr nachts kehrten alle erschöpft, aber glücklich, nach Hause zurück – mit dem Wunsch, das nächste Mal im Wald zu übernachten.

Jeden Monat senden uns unsere Kooperationspartner von „Geo schützt den Regenwald“ einen aktuellen Bericht zur Lage in unserem gemeinsamen Regenwaldprojekt zu. Die Berichte veröffentlichen wir regelmäßig hier auf unserer Internetseite. Die Berichte werden meistens von der Co-Autorin der regionalen Intag-Zeitung Mary Ellen Fieweger, die in der Region lebt, verfasst. So auch der aktuelle Bericht, den sie uns vor einigen Tagen zu gesendet hat.

 

 


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