LICHTBLICKER

Hamburger Vollkornbäcker backt Brot mit Ökostrom

Ein echter Vollkornbäcker: Bäcker Effenberger in seiner Backstube, Foto: LichtBlick
Ein echter Vollkornbäcker: Bäcker Effenberger in seiner Backstube, Foto: LichtBlick

Es ist neun Uhr morgens und ich stehe in der ersten Vollkornbäckerei Hamburgs im beschaulichen Stadtteil Rotherbaum. Besitzer und Gründer des Geschäfts ist Thomas Effenberger, mit dem ich hier zu einem Gespräch verabredet bin. Die Backöfen und Knetmaschinen, Lampen und Kassen des Bäckers laufen mit LichtBlick-Strom. So wie Thomas Effenberger haben sich in den letzten Jahren auch viele andere Bäcker für unseren Strom aus 100 Prozent erneuerbaren Energien entschieden.

Ein echter Vollkornbäcker

Die duftenden Vollkornbrote und das süße Gebäck liegen Appetit anregend in der Auslage der Bäckerei. Thomas Effenberger und seine Mitarbeiter in der Backstube sind bereits seit drei Uhr nachts auf den Beinen. Ein wenig Müdigkeit im Blick begrüßt der Bäcker und erfolgreiche Unternehmensgründer mich im Laden, um mich daraufhin stolz durch die Backstube zu führen. Vor dem Eingang der Backstube stapeln sich große Getreidesäcke. Das Getreide, erklärt mir Thomas Effenberger, haben gerade Bauern aus der Region geliefert. Wir steigen hinunter in die Backstube und werden von einem Schwall heißer Luft begrüßt. Der Bäckermeister zeigt mir die verschiedenen Maschinen: die Getreidemühle, die Knetmaschine und mehrere große Backöfen.

Getreide aus dem Hamburger Umland

„Während andere Backstuben im Jahr ungefähr 220.000 Kilowattstunden verbrauchen, liegen wir bei gerade einmal 67.000“, berichtet Thomas Effenberger. Ich frage den gelernten Bäcker, Förster und Landwirt, wie er es schafft so viel Energie einzusparen? „Chargenoptimierung“, erhalte ich als knappe Antwort. Und dann als Ergänzung: „Die Kessel zum Kneten, genau wie die Backöfen und Transportwagen beladen wir so, dass sie fast vollständig mit Teig oder Broten gefüllt sind“.

Ökostrom und energieeffizientes Heizen

Im Gegensatz zu den meisten anderen Bäckern, sagt der Unternehmer, wird bei ihm ausschließlich mit frischen Zutaten gebacken. Auf diese Weise muss Effenberger weder die Zutaten noch später den Teig in aufwendigen Kühlschränken lagern. „Auch so können wir verdammt viel Energie einsparen. Und leckerer wird das Brot mit frischen Zutaten sowieso“, sagt der Bäckermeister. Der Dampf, der beim Backen der Brote entsteht, wird zum Heizen des Gebäudes genutzt. Außerdem achten er und seine Mitarbeiter sehr darauf, dass die Maschinen, sobald sie nicht mehr backen, kneten und mahlen, ausgeschaltet werden.

Der Strom der trotz allem noch verbraucht wird, stammt von LichtBlick und damit zu 98 Prozent aus Wasserkraftwerken und zu zwei Prozent aus Windkraft. Effenberger hatte schon längere Zeit mit dem Gedanken gespielt zu Ökostrom zu wechseln. „Das Hamburg plant das Kohlekraftwerk Moorburg zu bauen, hat mich enorm geärgert. Also habe ich mich bei euch gemeldet und bin weg von Kohle und Atom zu Ökostrom gewechselt“, sagt er.

Lehrling bis Meister – alle machen die gleiche Arbeit

Auch im Umgang mit seinen Mitarbeitern setzt der Bäckermeister auf ein nachhaltiges Unternehmen. So machen bei Effenberger, vom Lehrling bis zum Meister,  alle die gleichen Arbeiten – von der Teigherstellung bis zum Verkauf. Selbständig und selbstbestimmt organisieren die Mitarbeiter ihre Arbeit im Team. Ziel ist es, dass alle genügend Freiheiten erhalten, um sich entfalten zu können und Verantwortung zu übernehmen.

Ich möchte von Thomas Effenberger wissen, warum er sich für eine nachhaltige Entwicklung einsetzt? Wieder kommt zuerst eine knappe, schnelle Antwort: „Für ein gutes Gefühl“. Dann erklärt er mir dieses gute Gefühl. Die Themen Selbstbestimmung und Verantwortung spielten für ihn immer schon eine entscheidende Rolle. Indem er seinen Energieverbrauch reduziere und die Energie, die er verbrauche aus Ökostrom stamme, übernehme er eben Verantwortung für sich und die Generationen, die noch folgen werden.


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