LICHTBLICKER

Ecuador: Proteste wegen Kupferabbau gehen weiter

Vertreter von Studentenverbänden und Jugendorganisationen während des Proteszuges, Foto: GEO schützt den Regenwald e.V.
Vertreter von Studentenverbänden und Jugendorganisationen während des Proteszuges, Foto: GEO schützt den Regenwald e.V.

von Laura Welle, Unternehmenskommunikation

Bereits letzten Monat habe ich über anstehende Protestmärsche in unserem Regenwaldprojekt in Ecuador berichtet. Zehntausende Menschen sind anlässlich des Internationalen Tages des Wassers in Ecuador auf die Straße gegangen: Am 22. März 2012 gab es einen landesweiten „Sternmarsch für das Wasser, das Leben und die Menschenwürde“, an dem auch die Bewohner unseres Projektgebiets, der entlegenen Intag-Region, teilgenommen haben.

Vertragsunterzeichnung für Kupfermine „El Mirador“

Auslöser für die Proteste war unter anderem die Vertragsunterzeichnung zwischen der ecuadorianischen Regierung und dem chinesischen Unternehmen EcuaCorrientes, das Kupfer abbauen will. Die geplante Mine liegt im Condor-Gebiet nahe der peruanischen Grenze, in der Amazonas-Provinz Zamora Chinchipe. Mit dieser Vertragsunterzeichnung kommt das Unternehmen seinem Ziel ein großes Stück näher. Der Kupferabbau bedeutet allerdings immer eine enorme Gefährdung für die Natur und den Artenreichtum sowie für die Wasservorräte und erklärt das große Unbehagen und die Proteste der Bevölkerung.

Mittlerweile sind weitere Informationen über dieses riesige Kupferabbau-Projekt bekannt geworden: Die Mine „El Mirador“ wird 800 Meter tief und 1,5 Kilometer breit gebaut. Täglich sollen hier 30.000 Tonnen Gestein gefördert werden, was dann ca. 563 Tonnen reines Kupfer ergibt. Das chinesische Unternehmen plant, hier die nächsten 25 Jahre Kupfer zu fördern.

Weitere Projekte in Planung

Auch in anderen Landesteilen sind weitere Kupferabbau-Projekte geplant. So zum Beispiel „Kimsacocha“ im Hochland bei Cuenca, im Süden Perus. Von hier bekommt Ecuadors drittgrößte Stadt – Cuenca – ihr Trinkwasser. Dies ist besonders brenzlig, denn beim Kupferabbau werden die Trinkwasservorkommen verschmutzt, weshalb allein in Cuenca am 15. März 2012 30.000 Menschen gegen das Projekt protestiert haben.

“Intag solidarisch im Kampf um Leben und Wasser”. Im Vordergrund ein Vertreter der Shuar, ein indigenes Volk der Amazonas-Region.
“Intag solidarisch im Kampf um Leben und Wasser”. Im Vordergrund ein Vertreter der Shuar, ein indigenes Volk der Amazonas-Region.

Präsident befürwortet Kupferabbau

Der Präsident Rafael Correa hingegen ist dem Kupferabbau gegenüber positiv gestimmt. Im Fall der Mine „El Mirador“ versucht er die Bevölkerung davon zu überzeugen, dass ein späterer See in den derzeit geplanten Gruben ein Zugewinn für die Landschaft und damit auch für die Bevölkerung sein wird. Die indigene Gemeinschaft hingegen hat am Tag des Wassers 19 Forderungen verlesen, mit dem Ziel den Bergbau und ähnliche Aktivitäten zu stoppen.

Jeden Monat senden uns unsere Kooperationspartner von „Geo schützt den Regenwald“ einen aktuellen Bericht zur Lage in unserem gemeinsamen Regenwaldprojekt zu. Die Berichte veröffentlichen wir regelmäßig hier auf unserer Internetseite. Sie werden meistens von der Co-Autorin der regionalen Intag-Zeitung Mary Ellen Fieweger, die in der Region lebt, verfasst.


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